Die Jagd um die WM-Tickets beginnt am Sonntag in Pliezhausen. Die Besten der Zunft sind im Schönbuchstadion am Start. Es ist mehr als ein Formtest für die Elite.

Rückblick 1: Bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg am 23. Juli 2018 gibt es im Finale über 400 Meter Hürden der Männer auf der Zielgeraden ein packendes Finish. Bis zum letzten Meter wird um die Medaillen gefightet. Am Ende gibt es nicht nur einen sondern „drei glückliche Gewinner“.  Deutscher Meister wird Luke Campbell von der LG Eintracht Frankfurt. Doch auch der Zweite ist mit einer neuen  persönlichen Bestzeit von 50,74 Sekunden glücklich über den Ausgang dieses Herzschlag-Finales. Es ist der junge Constantin Preis vom VfL Sindelfingen. Mit Bronze meldet sich Joshua Abuaku (LG Eintracht Frankfurt) zurück und unterstreicht seine aufsteigende Form mit einer neuen  Bestzeit von 50,78 Sekunden wenige Tage später in London noch einmal deutlich.

Rückblick 2: Luke Campbell reist zur Europameisterschaft in Berlin mit einer Bestzeit von 49,18 Sekunden an. Von der Kulisse und der besonderen Atmosphäre einer „Heim-EM“ lässt er sich in seiner Performance nicht beirren. Mit 49,20 Sekunden zeigt er im Halbfinale über 400 Meter Hürden erneut ein ganz starkes Rennen. Dennoch verpasst er um die Winzigkeit einer Hundertstel den Finaleinzug im Berliner Olympiastadion.

Vorschau 1: Vom 27. September bis zum 6. Oktober wollen diese drei Athleten nur Eines: Bei der Leichtathletik-WM in Doha (Katar) am Start sein. Hierfür fordert der DLV als A-Norm eine Zeit von 49,90 Sekunden über 400 Meter Hürden. Das ist über die zehn Hürden einer Stadionrunde eine Herausforderung, zumal die „späte WM im heißen Wüstenstaat“ eine andere Saisonplanung erfordert.

Vorschau 2: Doch Bundestrainer Volker Beck bleibt auch 2019 seiner bisherigen Saisonvorbereitung im Frühjahr  treu: Trainingslager im April und ein erster ernsthafter Formtest beim „Meeting der krummen Strecken in Pliezhausen“. Mit dabei hat er die drei Medaillengewinner der  DM 2018.

Dort werden es 300 Meter und acht Hürden sein. Und mit Martin Juranek aus Tschechien wird ein weiterer Konkurrent um einen Platz auf dem Treppchen mitlaufen. Er kann über 400 Meter Hürden eine Bestzeit von 50,45 Sekunden vorweisen. Doch auf ein heißes Duell zwischen Luke Campbell, Lokalmatador Constantin Preis und Joshua Abuaku darf man sich freuen.

Bei den Frauen gibt die amtierende Deutsche Meistern, Djamila Böhm vom ART Düsseldorf, ihre Visitenkarte über die 300 Meter Hürden ab. Mit einer Bestzeit von 56,59 Sekunden über die 400 Meter Hürden ist auch für sie die WM-Norm von 56,00 Sekunden Sekunden das Saisonziel für 2019.

Topathletin in Pliezhausen ist eine schnelle Polin: Joanna Linkiewicz, Vize-Europameisterin und Halbfinalistin der Olympischen  Spiele in Rio de Janeiro 2016 über 400 Meter Hürden, kann eine persönliche Bestzeit von 55,25 Sekunden vorweisen und will in der WM-Saison an ihre „guten, alten Hürden-Zeiten“ anknüpfen. Ein guter Saisonauftakt in Pliezhausen wird in Athleten- und Fachkreisen mittlerweile als „gutes Omen“ für eine erfolgreiche Saison bewertet. Auf den 300 Metern und über acht Hürden geht es mit „Vollgas Richtung Doha.“