Handball Der VfL und sein Bollerk

Marc Breckel hatte mit dem VfL Pfullingen am Samstag gegen Saarlouis einiges zu bejubeln. Neben seinen fünf Treffern zum Beispiel eine vorzügliche Abwehrarbeit der gesamten Mannschaft.
Marc Breckel hatte mit dem VfL Pfullingen am Samstag gegen Saarlouis einiges zu bejubeln. Neben seinen fünf Treffern zum Beispiel eine vorzügliche Abwehrarbeit der gesamten Mannschaft. © Foto: Axel Grundler
Pfullingen / Wolfgang Gattiker 01.10.2018

Nach dem zweiten Heimsieg hat der VfL 8:4 Punkte, hat sich im ersten Drittel festgesetzt. Die Echaz-Krokodile wurden am Samstag gegen Saarlouis nie gefordert, waren eine Klasse besser als die harmlosen Gäste, deren Trainer Philipp Kessler meinte: „Die zweite Halbzeit war wie im Pokal gegen den Bergischen HC in der App-Halle – unterirdisch, ja katastrophal. Das geht ja gar nicht, in 30 Minuten fünf Tore zu erzielen. Der VfL kaufte uns mit seiner aggressiven Abwehr den Schneid ab, wir waren chancenlos.“

Ein freier Sonntag

Pfullingens Trainer Frederick Griesbach findet wie jeder Trainer immer etwas, an dem er auf hohem Niveau ein bisschen herummeckern kann. Aber das Team hatte immerhin am Sonntag frei, sollte vom Handball „wegkommen“, andere Dinge machen. Griesbach dachte am Samstagabend gleich an den nächsten Gegner – Oppenweiler. Er ist mehr als engagiert, VfL-Trainer zu 1000 Prozent, tüftelt an neuen Sachen herum. Die  Leistung müsse noch besser werden, technische Fehler gab es immer noch, aber weniger als zuletzt. Der Lehrer macht in Pfullingen fast einen „Fulltime-Job“.

Doch an der Abwehrarbeit konnte nicht einmal er etwas aussetzen. Trotzdem musste er folgendes loswerden: „Ich dachte, wir kommen mit zwölf Gegentoren davon, dann wurden es 15.“

Optimal gedeckt

Aber die Abwehrarbeit, der im Training das Hauptaugenmerk galt, war fast optimal. Magnus Becker hielt zehn Bälle, nach der Pause kam kaum mehr was auf seinen Kasten, die Abwehr übernahm die Arbeit – das war ein Miteinander. Die Gastgeber zogen auf 5:1 weg, dann stand es 7:6. Würde sich die HG  aufbäumen? Pustekuchen, der VfL zog auf 12:7 und 14:10 (Halbzeit) weg.

Quentin Abadie (früher TV Neuhausen)  verwandelte bei Saarlouis die Siebenmeter, hatte aber nach kurzer Zeit zwei Zeitstrafen, da musste der Trainer aufpassen, denn es drohte Rot. Daniel Schlipphak kam für Magnus Becker zu den Siebenmetern, wehrte drei ab.

Nach der Pause schafften es die Gäste, in 17 Minuten ein Tor zu erzielen, Becker war fast arbeitslos. Es gab kein Aufbäumen der Gäste, die sich in ihr Schicksal ergaben. 20:11 (40.), dann 23:12 in der 51. Minute, alle trafen nach Belieben, aber die HG war kein Maßstab. Nun kommen bessere Gegner.

Micha Thiemann meinte: „Wir kamen gut ins Spiel, waren aggressiv und beweglich. Seit ich hier spiele, gab es noch nie nur 15 Gegentore. Es fehlten mit Möck, Hertwig und Keupp drei Rückraumspieler, wir machten Fehler, die wir abstellen müssen. Der Sieg war mehr als souverän. Da zeigt sich unsere Philosophie, die gegen solche Gegner ideal ist.“

Sieg richtig einschätzen

Frederick Griesbach analysierte: „Ja, das ist schon okay, ich bin einigermaßen zufrieden. 15 Gegentore sind eine Top-Quote, wir wollten die HG unter 20 halten, das gelang, soll sich in weiteren Spielen wiederholen. Jeder Spieler der  kam, hat seinen Job erledigt – so muss es sein. Ich dachte, sie bäumen sich bei 7:6 auf. Da kam nichts. Wir ließen uns dann von der Hektik anstecken, da müssen wir Ruhe bewahren. Die Jungs haben angedeutet, welches Potenzial da bei ihnen drinsteckt.“

Man wird den klaren Sieg richtig einschätzen, schwächere Gegner in der Offensive gibt es kaum – da warten andere Kaliber. Mit der Moral, Einstellung und Einsatz ist vieles möglich. Das Ziel ist ein einstelliger Platz: Der geht von Eins bis Neun.

So spielten sie

VfL Pfullingen gegen
HG Saarlouis

26:15

VfL Pfullingen: Becker, Schlipphak – Wittlinger, Schmid (2), Breckel (5), Thiemann (7/3), Stahl (2), Roth (1), Prinz (1), Möck (1), Haug (2), Goller (3), List (2/2)
HG Saarlouis: Schulz, Jonczyk – Leist (3), Kessler, P. Walz, Hartz (2), Lielais, Rifel, Grbavac (3), Thierry, Abadie (5/3), Noll, L. Walz (2)
Schiedsrichter: Ernst, Friedhoff (Freiburg)
Zuschauer: 600
Zeitstrafen: VfL zehn Minuten – HG 14
Siebenmeter: Thiemann scheiterte einmal – Abadie zweimal an Schlipphak, der auch gegen Walz erfolgreich war.

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