Handball Der TVN nährt die Flamme der Hoffnung als starkes Kollektiv

Der Spielertrainer und sein überragender Akteur: Nach Spielende in Schwetzingen stürmte Ferdinand Michalik auf Simon Tölke (links) zu und gratulierte dem Keeper zu dessen Topleistung.
Der Spielertrainer und sein überragender Akteur: Nach Spielende in Schwetzingen stürmte Ferdinand Michalik auf Simon Tölke (links) zu und gratulierte dem Keeper zu dessen Topleistung. © Foto: Eibner
Schwetzingen / Alexander Mareis 16.04.2018

Die Flamme der Hoffnung hat neuen Nährboden erhalten. Dank einer starken Mannschaftsleistung hat Handball-Drittligist TV Neuhausen am Samstag das Auswärtsspiel bei der HG Oftersheim/Schwetzingen mit 29:25 letztlich klar gewonnen. Die Situation in der Tabelle hat sich für die Ermstäler zwar bezüglich der Position nicht verändert, jedoch konnte der Abstand auf den Vorletzten TV Hochdorf durch dessen 26:27-Niederlage in Haßloch auf drei Zähler ausgebaut werden. Auf dem ersten sicheren Nichtabstiegsrang, Platz 13, verbleibt hingegen weiterhin der TuS Dansenberg, der eine umkämpfte Partie bei Schlusslicht SG Köndringen/Teningen nach einigen Schwierigkeiten doch noch mit 35:32 für sich entschied.

Selten hektisch abgeschlossen

„Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Vorne haben wir diszipliniert agiert, selten unüberlegt oder hektisch abgeschlossen. In der Defensive trugen wir mit einer aufmerksamen und energischen Leistung viel dazu bei, dass Torwart Simon Tölke unterstützt wurde und eine überragende Bilanz vorweisen konnte“, lobte TVN-Spielertrainer Ferdinand Michalik, der selbst in der Schlussphase mitmischte und die Deckung stabilisierte.

In einer spannenden Partie verschafften sich die Blau-Weißen vor der Pause einige Vorteile.  Beim 4:6 (13. Minute) brachten sich die Gäste erstmals in eine aussichtsreiche Lage, beim 8:11 (23.) und 11:13-Pausenstand lagen sie voll in der Spur.

Nach dem Seitenwechsel schlugen die Hausherren, die nun das dritte Heimspiel in Folge verloren, aber zurück. Ein 4:0-Lauf brachte Oftersheim/Schwetzingen beim 15:13 (35.) erstmals mit zwei Toren in Führung, was beim 16:14 (37.), 17:15 (40.) und 18:16 (41.) anhielt.

„In dieser Phase hatten wir Schwierigkeiten, da hat uns Simon Tölke mit seinen Paraden im Spiel gehalten. Umso mehr spricht es für unser Team, wie es sich aus der Talsohle herausgekämpft hat. Alle haben fabelhaft geackert und sogar Ballgewinne in Unterzahl geschafft“, freute sich TVN-Geschäftsleiter Nico Held über die Moral der Truppe.

Nach Auszeit enteilt

Bis zum Neuhäuser Timeout in der 51. Minute entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beim 18:18 (44.) durch Jan Reusch war wieder der Ausgleich geschafft, bis zum 22:21 lief die Partie immer nach dem selben Muster ab: Ein Tor Vorsprung für die HG, dann postwendend Ausgleich des TVN. Besagte Auszeit schien den Ermstälern gut getan zu haben. Direkt nach ihr spielte sich vor den 375 Zuschauern in der Schwetzinger Nordstadthalle die Wende ab. Lukas Fischer glich zum 22:22 (52.) aus, Felix Weißer (52.) und Quentin Abadie, der auch einmal aus 15 Metern den Ball in die HG-Tormaschen wuchtete, sorgten bis zur 54. Minute für die 24:22-Führung der Gäste.

Der willensstarke TVN war nun nicht mehr vom Erfolgskurs abzubringen. Oftersheim/Schwetzingen kam nur noch zwei Mal bis auf einen Treffer Differenz (23:24 und 24:25) heran. Über 24:27 (59.) und 25:27 (60.) fuhren die Michalik-Schützlinge einen verdienten 29:25-Erfolg in der nordbadischen Spargelregion ein.

„Wir waren über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft. In Sachen Emotionalität, Willen und Einstellung verbuchten wir entscheidende Vorteile. Alle zogen diesmal mit – gestützt auf einen herausragenden Keeper Simon Tölke, der mit 18 Paraden abermals bewies, dass er zu den besten Torhütern der Liga gehört“, meinte Nico Held.

Letztlich war fast nur zu kritisieren, dass sich die Neuhäuser in der ersten Hälfte das Leben selbst schwer machten und wegen einiger Nervositäten und technischen Fehlern nicht mit fünf bis sechs Toren Vorsprung in die Kabine liefen. Sowie natürlich die Schwächephase direkt nach dem Seitenwechsel, die freilich folgenlos blieb, weil sich die Gäste selbst aus der misslichen Lage mit großem Einsatz herauskämpften und damit die Moral der Hausherren brachen.

Nun kommt ein Topteam

„Ich hatte die HG Oftersheim/Schwetzingen auf Video analysiert, gegen die SG Nußloch boten sie ein teilweise überragendes Spiel. Dass sie diese Leistung gegen uns nicht abrufen konnten, lag sicherlich auch daran, wie wir aufgetreten sind. Mich freut ungemein, dass sich meine Mannschaft für ihre Disziplin und ihren Kampfgeist belohnte. Genau so müssen wir nun auch in den drei ausstehenden Drittligapartien auftreten.  Gegen den Tabellendritten TSB Heilbronn-Horkheim erwartet uns allerdings am Samstag in der Hofbühlhalle eine enorm schwierige Aufgabe“, macht Ferdinand Michalik klar. 

Doppelten Grund zum Feiern hatte Tim Keupp am Samstagabend. Der Rückraumakteur, der in der kommenden Saison für die HSG Konstanz auf Torejagd gehen wird, feierte neben dem Sieg auch seinen 24. Geburtstag.

So spielten sie

HG Oftersheim/Schwetzingen –
TV Neuhausen

25:29

HG Oftersheim/Schwetzingen: Gabel, Unser - Barthelmeß (1), Messerschmidt (2), Jansen (3), Rudolf, Förch (2), Zipf, L. Sauer (2), Krämer (1), Suschlik (2), A. Sauer (1), Körner, Hideg (11/4).
TV Neuhausen: Tölke, Augustin (nur bei 7m) - Stotz (2), Weißer (3), D. Reusch, Stahl (1), Pracht, Laurenco (10/5), Keupp (2), Michalik, J. Reusch (4), Fischer (2), Abadie (5).
Siebenmeter: 4/4 (Hideg 4/4) - 5/5 (Laurenco 5/5). 
Zeitstrafen: Förch, Krämer (3) - Stotz, Weißer, D. Reusch, J. Reusch, Abadie (2).
Rote Karte: Krämer (34., dritte Zeitstrafe).
Schiedsrichter: Christopher Hillebrand/Stefan Umbescheidt (Kaiserau).
Zuschauer: 375.

Themen in diesem Artikel