Ermstal-Marathon Der Traum des Michael W. geht in Erfüllung

Michael Wetzel, hier an zweiter Stelle im letztjährigen Rennen liegend, wird dieses Mal den „ganzen“ Marathon angehen – und erfüllt sich damit einen Traum.
Michael Wetzel, hier an zweiter Stelle im letztjährigen Rennen liegend, wird dieses Mal den „ganzen“ Marathon angehen – und erfüllt sich damit einen Traum. © Foto: Silke Euchner
Metzingen / Wolfgang Seitz 26.06.2018

Er hat schon lange einen Traum – und den erfüllt er sich jetzt. Michael Wetzel gönnt sich am Sonntag, 8. Juli, einen kompletten Marathon im Ermstal. Den läuft der Triathlet des TSV Dettingen öfters, dann allerdings werden die 42,195 Kilometer von Nebengeräuschen begleitet. Zuvor geht es ins Wasser, dann aufs Rad. Erst abschließend beschäftigt man sich mit dem Marathon als solchem. „Es hat in Metzingen einfach noch nicht gepasst“, sagt Wetzel, der das zehnjährige Jubiläum der beliebten Laufveranstaltung als geeigneten Rahmen sieht, den Marathon als Ganzes anzugehen. Halb hat er ihn schon abgewickelt, mehr ging nicht, weil triathletische Verpflichtungen es verhinderten.

Vom Ermstal nach Hawaii

„Optimal ist es auch dieses Mal nicht“, gewährt der 34-Jährige einen Einblick in seine Jahresplanung. Dort steht im Oktober Hawaii auf dem Stundenplan, der Ironman-Wettbewerb an sich. Aufhalten lässt sich der Neuhäuser davon aber nicht. „Es muss sein“, legt er die Priorität ganz klar auf den Ermstal-Marathon – zunächst jedenfalls. Danach werden dann mit Blickrichtung Hawaii Radkilometer gebolzt. Sofern es der Job als Bauleiter zulässt. Seinen Trainingszustand erachtet Michael Wetzel als gut, wenn er auch sagt, dass Spezialisten wahrscheinlich mit dem Kopf schütteln, wenn die hören, dass er in der Woche durchschnittlich 40 Kilometer rennen kann, in ganz guten sind es dann einmal 60. Bei anderen sind 100 eher wenig.

Das Wetter ist ein Faktor

Das hält den Lokalmatadoren dann allerdings nicht davon ab, ein ambitioniertes Ziel abzustecken. „In Richtung persönliche Bestzeit darf es schon gehen. Da müsste ich dann die Marke von 2:45 Stunden angreifen. Das wird natürlich alles andere als einfach, ist ein Stück weit auch witterungsabhängig.“

Wie das Wetter wird, weiß Michael Wetzel so wenig wie seine Mitstreiter. Die Strecke kennt er indes in- und auswendig. Es gibt niemand sonst, der genau am elterlichen Anwesen vorbeirennt. Vier Mal wird er am 8. Juli das Domizil passieren, vor dem praktischerweise ein Verpflegungsstand eingerichtet wird, der mit Wasser aus dem Hause Wetzel gespeist wird. Näher dran geht also wirklich nicht. 

Genau das ist es, was ihn immer wieder motiviert, wenn es auch nur irgendwie geht, im Ermstal zu starten. Er weiß aber auch, dass die wellige Strecke im Marathon nicht unbedingt Bestzeit-tauglich ist, das Wetter oft auch nicht, wenn die Sonne mit voller Strahlkraft die Sache noch zusätzlich befeuert.

Deshalb will Wetzel das mit der Bestzeit nicht mit aller Konsequenz verfolgen „Es wäre aber schön, wenn ich vorne mitlaufen könnte.“ Eine gute Leistung will er von sich selbst sehen und „gucken, was hinten rauskommt“. Mit der Konkurrenz hat er sich noch gar nicht so befasst, weiß nur, dass Peter Keinath, wie immer eigentlich, ebenfalls für die Königsdisziplin gemeldet hat. Mit dem Läufer des TSV Glems muss sich der Neuhäuser auseinandersetzen, freut sich darauf.

Starkes Trio

Cheforganisator Michael Koch von der TuS Metzingen freut sich ebenfalls, weil er weiß, dass auch Richard Schumacher dabei ist. Der hitzeresistente Läufer vom Sparda-Team Rechberghausen hat im Ermstal, ebenso wie Peter Keinath, schon gewonnen. Ein starkes Trio, das sich auf den 42,195 Kilometern nichts schenken wird. „Michi“ Wetzel kann die Sache ganz entspannt angehen – weil der Triathlet nicht schwimmen und Rad fahren muss, nur eben zwei Mal nach Bad Urach und jeweils wieder zurück laufen darf. „Weniger der Stress als muskuläre Probleme können dich bei einem Marathon limitieren“, weiß Michael Wetzel – und stellt sich schon einmal darauf ein.    

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