Tennis Der Kantersieg am Niederrhein lässt dem TVR alle Türen offen

Andrea Arnaboldi lieferte einen hervorragenden Auftritt für den TV Reutlingen in Neuss ab. Die Achalmstädter dürfen nach dem 5:1-Sieg am linken Niederrhein wieder auf den Bundesliga-Klassenerhalt hoffen. Nun folgen zwei Schicksalsspiele am 11. und 12. August.
Andrea Arnaboldi lieferte einen hervorragenden Auftritt für den TV Reutlingen in Neuss ab. Die Achalmstädter dürfen nach dem 5:1-Sieg am linken Niederrhein wieder auf den Bundesliga-Klassenerhalt hoffen. Nun folgen zwei Schicksalsspiele am 11. und 12. August. © Foto: Baur
Neuss / Alexander Mareis 06.08.2018

Erster Saisonerfolg und dann gleich ein Kantersieg. Und trotzdem bleibt der TV Reutlingen Tabellenletzter der Tennis-Bundesliga, aus der am Saisonende zwei Teams absteigen. Zwei Spieltage verbleiben den Achalmstädtern noch, sich nach oben zu schieben.

Nach vier Niederlagen und zwei Remis mag die Höhe des Siegs ein wenig überraschen: Mit 5:1 setzten sich die Schützlinge von Trainer Daniel Stöhr beim TC Blau-Weiss Neuss durch. Schon nach den Einzeln beim Stand von 1:3 war klar, dass die Gäste mindestens ein Remis nach Hause nehmen würden, aber auch in den Doppeln war es den Neussern nicht mehr vergönnt, eine Wende einzuleiten.

Matteo Berrettini nicht dabei

Auch ohne seinen Spitzenspieler Matteo Berrettini, der trotz Ausscheidens beim Turnier in Kitzbühel nicht im TVR-Aufgebot stand (der Italiener gönnte sich einige Tage Erholung nach seinen jüngsten Turniererfolgen), fuhren die Achalmstädter einen sicheren Sieg ein. Die Einzel, von denen die Gäste drei für sich entschieden, verliefen noch nicht einmal wirklich eng, sondern recht komfortabel für die Stöhr-Schützlinge. Lorenzo Sonego gewann mit 6:2, 6:3 gegen Zdenek Kolar. Ähnlich eindeutig fegte Andrea Arnaboldi beim 6:2, 6:4 seinen Neusser Gegner Vaclav Safranek weg. Michael Berrer blieb es vorbehalten, das klarste Einzel-Ergebnis zugunsten des TVR zu verzeichnen, er ließ Botic van der Zandschulp mit 6:1, 6:3 keine Chance. Einzig Jodi Samper-Montana musste sich mit 4:6, 4:6 gegen Bernabe Zapata Miralles beugen.

Der 1:3-Zwischenstand setzte den TC Blau-Weiss Neuss vor den Doppeln mächtig unter Druck, mehr als ein Remis war selbst im besten Fall nicht mehr erreichbar.

Doch als  Sonego/Arnaboldi gegen Attila Balazs/Botic van der Zandschulp mit 6:3, 6:2 sicher die Nase vorne behielten, war der Auswärtserfolg unter Dach und Fach.  Die Truppe vom linken Niederrhein wehrte sich gegen ein hohes 1:5 im abschließenden Doppel nach Leibeskräfte und wollte wenigstens einen 2:4-Endstand erreichen, doch alle Mühe von Zdenek Kolar/Vaclav Safranek war umsonst. Ein enges Match gegen Jordi Samper-Montana und Michael Berrer ging mit 6:3, 5:7, 11:13 aus Sicht der Gastgeber verloren.

Wichtigen Schritt verpasst

Die 480 Zuschauer waren nach gut sechs Stunden Spielzeit unter der unbarmherzigen Sonne bitter enttäuscht, zumal Blau-Weiss Neuss mit einem Heimsieg einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt hätte machen können. „Wir haben insgesamt sicherlich verdient gewonnen. In den Einzeln waren wir dominant. Doch die Doppel verliefen ausgeglichener, als es die Ergebnis vermuten lassen. Wir mussten in meinem Doppel immerhin zwei Matchbälle abwehren“, gab TVR-Ass Michael Berrer zu.

Optimistischer Berrer

Viel Lob hatte der aus Stuttgart stammende Berrer zudem für Lorenzo Sonego und Andrea Arnaboldi übrig: „Die Beiden waren hervorragend drauf. Wir haben ein gutes Team beieinander und können durchaus optimistisch in die beiden abschließenden Saisonspiele gehen. Moral und Körpersprache haben bei uns in Neuss absolut gestimmt.“

Ob dann Matteo Berettini mitmischen kann? Dem italienischen Ausnahmespieler steht nach dem Kitzbühel-Aus schon das nächste Turnier bevor, ihn zieht es in die USA. Es bleibt spannend mitzufolgen, ob TVR-Teammanager Rainer Renz den Spitzenspieler als zusätzlichen Joker im Saisonfinale vielleicht doch noch verpflichten kann.

Herzschlagfinale im Kampf um den Klassenerhalt

Der 5:1-Sieg des TVR in Neuss hat alles noch spannender gemacht: Nun deutet vieles auf ein absolutes Herzschlagfinale um Kampf um den Klassenerhalt hin: Die Reutlinger (4:10 Punkte) müssen am vorletzten Spieltag (11. August, 11 Uhr) zum Tabellensiebten Kölner THC Stadion Rot-Weiss (6:8 Punkte) reisen und erwarten dann am letzten Spieltag (12. August, 11 Uhr) daheim den Ranglistenfünften TC Weinheim (7:7). Für mehr als die Hälfte der zehn Erstligisten ist somit die Lage vor dem Saisonkehraus prekär: Ab Platz sechs sind alle Teams mittendrin im Schlamassel, es kann jeden treffen. Der Gladbacher HTC (6:8), Kölner THC Stadion Rot-Weiss (6:8),  TK Kurhaus Aachen (4:10), TC Blau-Weiss Neuss (4:10) und eben der TVR (4:10) werden die zwei Absteiger in die 2. Liga unter sich ausmachen.

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