Tennis Das Pech klebt dem TVR am Schläger: Drittes bitteres 1:5

Jonathan Eysseric verlor mit dem TV Reutlingen gestern mit 1:5 in Krefeld. Die Achalmstädter stehen somit trotz guter Leistungen auch nach drei Bundesligaspieltagen ohne Punkt da.
Jonathan Eysseric verlor mit dem TV Reutlingen gestern mit 1:5 in Krefeld. Die Achalmstädter stehen somit trotz guter Leistungen auch nach drei Bundesligaspieltagen ohne Punkt da. © Foto: Baur
Reutlingen / anst 16.07.2018

Dem TV Reutlingen klebt das Pech an den Füßen. Bereits am Freitag verlor der Tennis-Bundesligist sein Auswärtsspiel in Halle zwar auf dem Papier deutlich mit 1:5, die Spiele waren aber allesamt „saueng“, wie es Reutlingens Coach Daniel Stöhr ausdrückte.

Am Sonntag zog der Reutlinger Tross weiter zum HTC Blau-Weiß Krefeld. Und hier zeigte sich das exakt gleich Bild wie zwei Tage zuvor. Der TVR verlor mit 1:5, allerdings denkbar knapp. „Ich könnte jetzt genau das gleiche sagen, wie nach unserem letzten Spiel“, stöhnte der geknickte Coach nach dem Spiel, „das hätte ebenfalls ein Unentschieden verdient hätte.“

Alles abverlangt

Reutlingens Nummer eins, Lorenzo Giustino, zeigte gegen den diesjährigen French Open Halbfinalisten Marco Cecchinato eine seiner besten Leistungen und forderte dem aufstrebenden Italiener alles ab. Mit 6:7, 4:6 musste er sich geschlagen geben. Giustino hatte im ersten Durchgang sogar Satzball, konnte diesen aber nicht verwerten.

Stöhr hinterher dazu: „Lorenzo hat ein ganz starkes Match abgeliefert. Schade, dass es für ihn nicht gereicht hat.“

Ebenfalls eine Riesenpartie zeigte an Position zwei Reutlingens Urgestein Jordi Samper-Montana. Im dritten Satz rang er seinen Gegner Paolo Lorenzi, aktuelle Nummer 86 der Weltrangliste, nieder. „im ersten Satz spielte Jordi das Beste, was ich lange von ihm gesehen habe“, zeigte sich Stöhr beeindruckt. „Das kippte leider im zweiten Durchgang.“

Glücklicherweise leistete sich Lorenzi anfangs des Matchtiebreaks einige leichte Fehler, so dass Samper-Montana gleich mit 7:2 davonzog. Die richtige Sicherheit fand aber auch er nicht im dritten Satz, was Stöhr live von der Spielerbank miterlebte: „Jordi gab die Punkte dann etwas zu leicht davon.“

Der Knackpunkt war schließlich eine von Samper-Montana mit Höchstgeschwindigkeit an den Zaun gespielte Vorhand. „Er sagte mir, das hätte er gebraucht um wieder locker zu werden“, lachte Stöhr.

Der Frustschuss brachte die erhoffte Wirkung. Samper-Montana gewann den Matchtiebreak. Tobias Simon hatte dagegen im Duell mit Österreichs Ikone Jürgen Melzer nur im ersten Satz Chancen, nachdem er lange im Satz einem Break hinterherlief, beim Stande von 4:5 aber das Rebreak schaffte.

Im Tiebreak fehlte ihm dann das Glück, anschließend war Simons Widerstand gebrochen. „Vielleicht hat er sich auf etwas von der Kulisse beeindrucken lassen“, mutmaßte Stöhr.

Die knapp 2000 anwesenden Zuschauer schafften nahezu eine Davis-Cup Atmosphäre. Tröten und Kuhglocken taten ihr Übriges. Jonathan Eysseric war gegen Carlos Berloq an Position vier chancenlos. In den Doppeln ergab sich dann aber tatsächlich noch die Möglichkeit auf das Unentschieden.

Beide Paarungen, sowohl Samper-Montana/Simon als auch Giustino/Eysseric, verloren zwar den ersten Satz, kämpften sich aber in die Partie und erreichten den Matchtiebreak. Im Gleichschritt hatten hier beide Doppel die Chance auf den Sieg, aber wie schon in den ersten zwei Saisonspielen fehlte dem TVR das letzte Glück, um tatsächlich einen Punkt aus Krefeld mitzunehmen.

Trotz der nun dritten 1:5-Niederlage in Folge (zuvor gegen den Gladbacher HTC und bei Blau-Weiss Halle/Westfalen) gibt sich Stöhr und sein Team alles andere als geknickt. „Wir sehen das nüchtern. Wir sind krasser Außenseiter und haben nichts zu verlieren. Im Gegenteil. Für die Jungs ist es super zu sehen, dass sie gegen scheinbar übermächtige Gegner wie den French-Open-Halbfinalisten Cecchinato mithalten können. Deshalb ist die Stimmung im Team nach wie vor super.“

Das Glück werde auch mal wieder auf Reutlinger Seite sein, meinte er. Und versprach am Ende noch: „Wir werden die Köpfe nicht hängen lassen.“

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