Schon am Montag war Ferenc Rott, Geschäftsführer und Manager des Frauenhandball-Bundesligisten TuS Metzingen, eines wichtig: „Ich hoffe, dass bald Klarheit herrscht.  Die Unsicherheit ist nach dem Corona-Virus die zweite Komponente, die uns zu schaffen macht.“

Klarheit erst am Freitag

Mit der Klarheit muss er bis Freitag warten. Die Handball Bundesliga Frauen (HBF) will erst dann ihre Entscheidung bekanntgeben, die für Dienstag angekündigt war. Sie wird weitreichende Folgen haben. Egal wie sie auch ausfallen mag.

Den Verantwortlichen sind weiter die Hände gebunden. Sie müssen mit verschiedenen Szenarien arbeiten. „Wir beschäftigen uns vor allem mit der finanziellen Situation“, verrät Rott.

Gedanken an Kurzarbeit

Ein Bundesliga-Verein ist ein Wirtschaftsunternehmen. Dementsprechend geht es um die Situation der Arbeitnehmer. Meldet man Kurzarbeit an, geht das überhaupt – und vor allen Dingen ab wann?

Ist derzeit schwer, weil das Arbeitsamt, wie alle anderen Behörden, nur bedingt zu erreichen ist. „Unser Steuerberater ist dran“, weiß der TuS-Manager. Konkretisiert wird es erst, wenn der HBF-Fahrplan raus ist.

Noch keine Flut an Nachholspielen

Der Spielbetrieb in der Frauenhandball-Bundesliga ist ausgesetzt – mindestens bis zum 19. April. Da derzeit sowieso eine internationale Phase wäre, in denen Nationalmannschafts-Lehrgänge und EM-Qualifikationsspiele anstehen würden, hielten sich die nachzuholenden  Spiele noch einigermaßen im Rahmen.

„Aber was ist denn in zwei Wochen anders. Glaubt irgendjemand, dass bis zum 19. April wieder alles  in bester Ordnung ist?“ Ferenc Rott glaubt es nicht.

Rott ist für sofortigen Saisonabbruch

Deshalb wäre er dafür, die Saison sofort abzubrechen. Alles andere mache keinen Sinn. Spiele ohne Zuschauer, wie sie die Fußballer durchpeitschen wollen, bringen die Handballer(innen) keinen Schritt weiter. Sie sind nicht auf Fernsehgelder angewiesen – weil sie gar keine bekommen. Zuschauereinnahmen sind dort elementar.

Und genau die fielen bei leeren Hallen weg. Und das mit den Fernsehgeldern ist auch so ein Ding. „Den Bezahlsendern laufen die Abonnenten in Scharen davon“, hat Rott auch den großen Bruder Fußball im Blick.

Eine perfekte Lösung gibt es nicht

„Die für alle Beteiligten perfekte Lösung gibt es nicht“, weiß der Manager der TuS Metzingen. Gilt die aktuelle Tabelle? Gibt es dann einen Meister? Wie verhält es sich mit Auf- und Abstieg? Wer bekommt die Startplätze für die Europapokal-Wettbewerbe? Ein Abbruch würde viele Fragen aufwerfen, weiteres Abwarten noch viel mehr.

Den Vorschlag von Karsten Günther, Manager des Männer-Erstligisten SC DHfK Leipzig, findet Ferenc Rott wenig prickelnd. Der würde die Saison ganz einfach annullieren.

Kein Glaube mehr an geregelten Spielbetrieb

Es wird aber sicher niemand geben, der „die Lösung“ findet. Unvorstellbar ist für den TuS-Macher zudem der Vorschlag aus dem Männerbereich, die Saison bei Bedarf bis Ende Juni zu verlängern. Bis dahin hat sich die Situation bestenfalls beruhigt, ein geregelter Spielbetrieb aber weit weg von jeglicher Vorstellungskraft.

Ferenc Rott hat die Handballerinnen der TuS Metzingen einst in einer aussichtslosen Lage übernommen. Nun hat er die genauso schwere Aufgabe, sie durch die schwierigste Zeit zu lotsen, die der Sport in Deutschland jemals hatte.

Keiner schafft es ohne Hilfe

Ohne Hilfe von  außen wird er es nicht schaffen – wird es kein Verein schaffen.  Je schneller Fakten geschaffen werden, umso besser kann man reagieren. Im Raum stehen bei Saison-Abbruch betriebsbedingte Kündigungen. Spielerinnen könnten sich arbeitslos melden.

„Klar ist, dass Verträge nachverhandelt werden, weil es in keinem Verein so sein wird wie es davor war.“

TuS-Geschäftsführer Ferenc Rott schaut der Situation realistisch ins Auge, vermisst das beim einen oder anderen Kollegen. Es wird nicht in ein paar Wochen ganz normal weitergehen.  Weder bei den TusSies in Metzingen, noch anderswo.