Tennis ist ohnehin nicht als lauteste Sportart bekannt. Auf  Dezibel-Werte wie bei einer Motocross-Veranstaltung kommt man selbst bei vollem Spielbetrieb auf allen Plätzen einer großzügigen Anlage nicht. Derzeit aber liegt eine geradezu gespenstische Ruhe über den Courts.

Max Sander, Präsident des 413 Mitglieder starken TC Metzingen, treibt sich jeden Tag auf der ansonsten verwaisten Tennisanlage am Bongertwasen herum. „Ich schaue noch dem Rechten. Hin und wieder kommt ein Vereinsmitglied als Helfer mit. Speziell samstags führen wir Arbeitseinsätze durch, wobei wir auf die Zwei-Personen-Regel mit Sicherheitsabstand achten“, sagt Sander.

Es bleibt nur das Abwarten

Die Corona-Pandemie trifft die Rückschlagsportart, deren Freiluft-Saison in den Startlöchern stand, hart. Die Vereine hätten Ende März mit dem Richten ihrer Sandplätze begonnen, Anfang April die Saison eröffnet. Viele hatten bereits erste Turniere für Aktive und Jugendliche geplant. Aber all das muss jetzt Warten bis Juni, nach aktuellen Informationen auf der Verbands-Homepage. Das einzige, was dem Tennisfreund bleibt, ist das Jonglieren eines Balles oder wahlweise einer Klopapierrolle, mit dem Schläger.

„Ob unsere geplante Saisoneröffnung am 1. Mai steigen kann, steht in den Sternen. Auf unserer weitläufigen Anlage gibt es genug zu tun. Unsere Mitglieder werden die Wege richten, Hecken schneiden und Rasenflächen mähen“, verrät Max Sander.

Die Arbeit „alter Sand runter, neuer Sand rauf“ erledigt eine Reutlinger Firma

Der TCM-Präsident gibt zu, dass eine kleine, eigentümergeführte Spezialfirma die Plätze wieder in Schuss bringen wird.  „Alter Sand runter, neuer Sand rauf, das wird für uns erledigt. Die Linien ziehen wir aber selber, auch um Bewässerung, Schutzplanen, Stühle und Netze kümmern wir uns. Bis Mitte April soll alles erledigt sein.“

Der ganze TC Metzingen verharrt freilich in einer Lauerstellung, wartet sehnsüchtig auf Neuigkeiten vom Württembergischen Tennisbund (WTB) aus Stuttgart.

Die Mannschaftsmeldungen der Aktiven und der Jugend wurden längst getätigt. Der Verband hält die Listen aber zunächst unter Verschluss, solange der Saisonbeginn noch in weiter Ferne liegt (siehe auch Infokasten).

Keiner schwingt den Schläger

Beim TC Metzingen schwingt niemand den Schläger, die Tennishalle ist geschlossen. „Unsere Spieler halten sind mit Radfahren fit und auch Nordic Walking ist ziemlich angesagt. Wer zu Hause mehrere Fitnessgeräte hat, trimmt sich im Home-Gym. Das Ballgefühl verliert man nicht. Es geht eher darum, eine gewisse Grundfitness beizubehalten. Mit Kraftübungen – mit Eigengewicht oder Gewichten – sowie Balanceübungen lässt sich da einiges machen“, meint Sander.

TSV Riederich pflegt sieben Sandplätze

Beim Nachbarklub TSV Riederich stehen sieben Sandplätze zur Verfügung. Eine Reutlinger Firma für Garten-, Landschafts- und Sportstättenbau erledigt die Überarbeitung der Courts, was bisher aus Witterungsgründen verschoben werden musste. Ansonsten helfen Platzwart Günter Rempfer und diverse Vereinsmitglieder auf der Anlage am Alfred-Barner-Stadion auf der Heide tatkräftig mit, rücken etwa dem Unkraut zu Leibe.

Geduld haben bis Juni


Der Württembergische Tennisbund (WTB) aktualisierte am 25. März die Bestimmungen hinsichtlich der Corona-Krise:  Die Verbandsrunde, die Hobbyrunde, die VR-Talentiade, der WGV Jugend-Bezirkscup, der WGV-Tennis-Cup in Nord-/Süd-Württemberg und der WTB-Talentcup beginnen nicht wie ursprünglich geplant im Monat Mai, sondern im Juni. Daraus ergibt sich, dass die Spielpläne erst frühestens Ende April veröffentlicht werden können. Diese Entscheidung ermöglicht es den Vereinen, die Frühjahrs-Instandsetzungen der Tennisplätze später durchzuführen. Alle Maßnahmen des Lehrwesens sind bis mindestens 31. Mai abgesagt. Alle vom 16. März erzielten Ergebnisse werden weder für die DTB-Rangliste noch für die Leistungsklassen gewertet.
WTB-Präsident Stefan Hofherr rät: „Versuchen Sie in der Zwischenzeit durch Spaziergänge oder häusliche sportliche Betätigung etwas Abwechslung in den Alltag zu bringen. Kommunizieren Sie – jetzt eben in digitaler Form – weiterhin mit Ihren Sportkameraden*innen und lassen Sie den sozialen Kontakt nicht abbrechen.“ Genau so handhaben es die regionalen Tennisvereine und bemühen sich, telefonisch oder in sozialen Netzwerken zu kommunizieren. alex