Die Handball Bundesliga Frauen (HBF) hat als einer der ersten Verbände reagiert. Die Maßnahmen gegen die Eindämmung des Corona-Virus führten folgerichtig zum Abbruch der Saison. Anderswo tut man sich noch schwer, sich zu diesem Schritt durchzuringen, wobei die Voraussetzungen natürlich von Fall zu Fall differieren. So steht bei den Fußballern noch das Fernsehgeld zur Disposition, weshalb dort eventuell unter Ausschluss der Öffentlichkeit fertiggespielt werden soll. Handballerinnen bekommen kein Fernsehgeld, deshalb hat man dort Nägel mit Köpfen gemacht.

Wie es weitergeht, ob alle Klubs die größte Krise in der Geschichte des deutschen Sports überstehen, weiß noch kein Mensch. Aktuell ist man dabei, die aktuelle Situation in den Griff zu bekommen. So auch bei der TuS Metzingen.

Kurzarbeit war alternativlos

„Wir haben am Mittwoch Kurzarbeit angemeldet. Es war klar, dass wir das machen müssen“, sagt Ferenc Rott. Der Geschäftsführer und Manager musste dafür die Zustimmung sämtlicher Beteiligten einholen – und er hat nicht eine negative Rückmeldung erhalten.

„Da können wir froh sein, dass wir in Deutschland sind. Da gibt es jetzt Kurzarbeit auch für zeitlich begrenzte Verträge. Das ist neu und für uns gut“, lobt Rott.

Positive Rückmeldungen

Nur Gutes kann er über die Fans berichten. Dass jene der TusSies ganz besondere sind, ist sowieso bekannt und auch in der Krise stehen sie zum Verein. „Bis jetzt habe ich von den Dauerkarten-Besitzern nur positive Rückmeldungen bekommen. Niemand will Geld zurück. Das gilt auch größtenteils für Karten, die wir im Vorverkauf abgesetzt haben“, berichtet der Geschäftsführer aus dem Home-Office.

Vier Heimspiele fallen aus, der entstehende Verlust wird durch die Dauerkarten wenigstens ein bisschen gelindert. Das letzte Saisonspiel gegen die SG BBM Bietigheim hätte sicherlich für eine volle Paul-Horn-Arena in Tübingen gesorgt. Da muss man also gewaltige Abstriche machen – obwohl auch da schon der Vorverkauf lief.

Mit den Sponsoren steht Ferenc Rott in engem Kontakt. Da würde er sich baldige Planungssicherheit wünschen. Die Sponsoren natürlich auch, die von der Corona-Krise ebenfalls heftig gebeutelt werden und noch nicht absehen können, in welchen Umfang sie sich dann noch bei den TusSies engagieren können. Die haben ihrerseits noch keine Ahnung, wann und wie es weitergehen wird.

Aktionen in Planung

„Es sind einige Aktionen in Planung. Da muss man aber auch zuerst abwarten, wie groß der Schaden überhaupt wird. Vieles ist im Unklaren, wir hoffen, dass es irgendwann weitergeht“, sagt Ferenc Rott.

Am wenigsten Sorgen macht er sich über das Lizenzierungsverfahren. Bei den Männern wurde es bereits ausgesetzt, weil bei der Einreichung der Unterlagen Corona noch weit weg war. Da gelten jetzt ganz andere Maßstäbe. Das Problem haben die Pink Ladies nicht exklusiv, und selbstverständlich wird die HBF dies berücksichtigen.

Ihr obliegt es auch, für das Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal in Stuttgart eine Lösung zu finden. Geplant war es für 23./24. Mai in der Porsche-Arena. Der Termin wurde bereits gecancelt. Weiterführendes ist nicht bekannt.

Rott versteht Überlegungen der EHF nicht

„Ganz ehrlich. Die Überlegungen der EHF, die ihre Finals vielleicht auch erst im August austragen wollen, kann ich nicht nachvollziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das überhaupt jemand versteht“, kann Rott über das Ansinnen nur den Kopf schütteln.

Die Verträge laufen Ende Juni aus, neue beginnen. Soll sich jetzt also eine Spielerin oder ein Spieler beim neuen Klub vorbereiten – und dann noch einmal für seinen alten auflaufen?

In Sachen Final-Four in Stuttgart, wo es solche Überlegungen im übrigen noch nicht gibt, würde es bedeuten, dass Delaila Amega planmäßig nach Dortmund wechseln würde, dann aber zwei Monate später noch einmal für die TusSies spielen müsste. Undenkbar, obwohl man schon froh wäre, wenn der Saisonbeginn im September gesichert wäre. Darauf deutet noch nicht sehr viel hin.

Abstand wird gewahrt

Derweil sind die Spielerinnen der TusSies im „Home-Office“, harren der Dinge und halten sich individuell fit. „Wir stehen in Kontakt zu ihnen“, sagt der Manager. Manche treffe man sogar ab und zu. Wobei da natürlich der gebührende Abstand gewahrt wird.