Triathlon Bester Wettkampf in Knapps Karriere

Nachwuchstalent Johanna Schmid von der SG Dettingen wusste mit großer Moral und Kampfgeist zu überzeugen.
Nachwuchstalent Johanna Schmid von der SG Dettingen wusste mit großer Moral und Kampfgeist zu überzeugen. © Foto: Privat
Dettingen / erju 18.07.2018

Kurz vor Beginn der Sommerferien wurden im Wettkampfgeschehen des Baden-Württembergischen Triathlonverbandes die beiden letzten Wettbewerbe der Nachwuchsserie durchgeführt und dies waren somit auch die letzten Gelegenheiten, um Punkte für die Gesamtwertung in der Landeswertung zu erkämpfen. In Stutensee-Blankenloch in der Rheinebene wurde in einem See der vorletzte Wettbewerb gestartet. Mit dabei von der SG Dettingen: Mirjam Huber im Feld der weiblichen B-Jugend (Jahrgänge 2003/2004) und Johanna Schmid im Wettbewerb der Schülerinnen A (Jahrgänge 2005/2006)

Den Frust bewältigt

Johanna Schmid (Schülerinnenklasse A) zeigte eine tadellose Schwimmleistung im ungewohnten Freiwasser des Sees und hatte als Sechste wieder Land unter den Füßen. Im Wechsel aufs Rad begann sie als Fünfte die Fahrt. Probleme beim Schalten, und zweimaliges Herunterspringen der Kette vom Ritzel waren Frust pur, denn hierbei ging viel Zeit verloren und sie fiel damit zwangsläufig im Feld der Konkurrentinnen weit zurück. Als 21. ging sie auf die Laufstrecke, um mit Wut im Bauch und großem Kampfgeist mit der besten Laufzeit aller Teilnehmerinnen noch auf Rang zehn zu laufen.

Der Erkältung getrotzt

Auch Vereinskameradin Mirjam Huber (Jugend B) schwamm im Spitzenpulk der Mitkonkurrentinnen und fuhr somit auch in der ersten Radgruppe mit. Immer noch etwas durch ihre Erkältung angeschlagen musste sie dann zu Sabrina Fleig (Remchingen) und Josephine Seerig (Süßen) den Kontakt abreißen lassen, aber erreichte immer noch einen den dritten Platz und das Siegerpodest auf der Sprintdistanz.

Am Sonntag führte dann die Fahrt in den Grenzbereich Württembergs nach Schopfheim bei Lörrach zum Saisonfinale und zur Baden-Württembergischen Meisterschaft.  Zum einen war dieser Wettbewerb das letzte Ereignis im Nachwuchscup der Jugend und zudem als Baden-Württembergische Meisterschaft ausgeschrieben. Bei den Schülerinnen A stieg Johanna Schmid auf Rang 15 aus dem Wasser. Sie erreichte trotz gutem Radkurs nicht ganz den Anschluss an die Spitzengruppe und holte auf ihrer stärksten Disziplin im Triathlon, dem Laufen, Meter um Meter zur Konkurrenz auf. Im Ziel war es der fünfte Platz im Rahmen der Baden-Württembergischen Meisterschaft und das zweitbeste Ergebnis des jüngeren Jahrgangs 2006 bei diesem stark besetzten Nachwuchswettbewerb.

Kampfgeist siegt über Skepsis

Mit etwas Skepsis und noch nicht ganz abgeklungener Erkältung fuhr Mirjam Huber nach Schopfheim, um trotzdem bei der Landesmeisterschaft dabei zu sein. Bei der weiblichen B-Jugend überzeugte Huber mit einer grandiosen Schwimmleistung, der besten der Saison, und stieg nur fünf Sekunden hinter der Deutschen Jugendmeisterin Josephine Seerig (Süßen) aus dem Schwimmbecken. Auf der Radstrecke spürte sie ihre gesundheitliche Angeschlagenheit und musste etwas das Tempo raus nehmen. Als Siebte kehrte sie in die Wechselzone zurück. Sonst immer die Laufbeste, musste sie Huber gegen Atemprobleme kämpfen und lief dennoch mit großem Kampfgeist auf Rang sechs über die Ziellinie.

Knapps grandiose Rückkehr

Hamburg ist immer ein Ort der Superlative, wenn es um den Triathlonsport geht. Zum einen, weil der Wettkampf mitten in der Weltstadt auf dem Rathausplatz und der Binnenalster vor großartiger Kulisse durchgeführt wird. Zum anderen, weil der Wettkampf auch hautnah auf Tuchfühlung mit tausenden von begeisternden Zuschauern abläuft, die für eine unvergleichliche Atmosphäre sorgen und die Athleten zu Höchstleistungen anspornen.

Die Dettingerin Anja Knapp hatte in den letzten Wochen mit starken Leistungen und besonders Leistungssteigerungen in allen drei Triathlon Sparten – Schwimmen, Radfahren, Laufen – auf sich aufmerksam gemacht. Knapp erhielt dafür von Bundestrainer Thomas Müller einen Anruf und Einladung in das Nationalteam samt der Zusage in Hamburg, bei der „Mixed-Weltmeisterschaft“ an den Start gehen zu dürfen.

Damit gehörte sie zum bundesdeutschen DTU-Quartett: Laura Lindemann aus Potsdam, Jonas Schomburg aus Hannover, Anja Knapp (SG Dettingen/Erms) und Jonas Breinlinger(Saarbrücken). Dieses Quartett sollte die bundesdeutschen Farben als Nationalteam in Hamburg vertreten.

Übrigens bei einem Wettbewerb, der erstmals 2020 bei den Olympischen Spielen in Tokio ins Programm aufgenommen werden soll.

Deutsche auf Rang sechs

Frankreich gewann über vier Mal 300 Meter Schwimmen, vier Mal sieben Kilometer Radfahren und vier Mal 1,7 Kilometer Laufen in 1:20:06 Stunden vor Titelverteidiger Australien (1:20:49) und den USA (1:20:51), Großbritannien (1.21.09), Niederlande (1:21.24) und dem überraschenden deutschen Team mit 1:21:29 Stunden auf Rang sechs. Laura Lindemann, auf Position eins der Staffel am Start, stieg zwar nur als 20. aus dem Wasser, war nach der Radstrecke bereits Sechste und kämpfte sich im Laufen auf Rang eins.

Knapp läuft sagenhaft

Jonas Schomburg auf Position zwei, verlor einige Plätze beim Schwimmen und die internationale Weltspitze rückte an die Spitzenpositionen, sodass sich Deutschland auf den Rängen sechs bis acht behaupten musste. Position drei war Anja Knapp vorbehalten. Tolle Schwimmleistung mit einigen Überholvorgängen, starke Radleistung und eine bislang nie gesehene Laufleistung sorgten dafür, dass die Dettinger SG-Athletin mit dem besten Wettkampf ihrer Karriere in aller Munde war. Sie übergab an den jungen Heidelberger Jonas Beinlinger, der sich ebenfalls in starker Form präsentierte und als Staffel-Schlussmann inmitten der Weltklasse eine famose Laufleistung ablieferte. Was sagte anschließend der Bundestrainer: „Mit dem sechsten Platz ist ein absolut optimales Ergebnis für das deutsche Team rausgekommen. Die Mädels und Jungs haben ihre Sache super gemacht. Sie haben sich aufgeopfert bis zum letzten Schweißtropfen.“

Sich selbst belohnt

Und Anja Knapp hat sich mit einer famosen Leistung ins deutsche Nationalteam zurückgemeldet und zu diesem sechsten Platz der Weltmeisterschaft beigetragen. Und vor allem sich selbst mit diesem Erfolg belohnt.

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