Frauenhandball Baustellen, über das ganze Feld verteilt

Julia Harsfalvi hatte den Dreh raus. Der Neuzugang der TusSies agierte auf Linksaußen sehr effektiv.
Julia Harsfalvi hatte den Dreh raus. Der Neuzugang der TusSies agierte auf Linksaußen sehr effektiv. © Foto: Eibner
Metzingen / Wolfgang Seitz 20.08.2018

Wer könnte ein Spiel seiner Mädels besser auf den Punkt bringen als der Trainer der TuS Metzingen, André Fuhr. „In der ersten Halbzeit war ich mit den Angriffsbemühungen zwischen der zehnten und 30. Minute zufrieden, in der zweiten Hälfte sah ich dann eine Viertelstunde lang Ansätze in der Abwehr. Insgesamt haben wir zu viele einfache Fehler gemacht“, sagte der neue Coach der TusSies nach dem Abpfiff der Partie gegen die Ungarinnen von DVSC Kézilabda Debrecen am Samstagabend, die mit 21:27 (13:17) verloren gegangen war.

350 Zuschauer wollten sich im Ausweichquartier Hofbühlhalle den Auftritt der TuS Metzingen im ersten Spiel eines kleinen Vorbereitungsturniers nicht entgehen lassen. Enttäuscht wurden sie keineswegs, sie sahen aber auch, dass es noch einige Baustellen gibt. Die gilt es zügig abzuschließen. Am 8. September wird es ernst, bis dahin muss alles sitzen, sollte sich der Trainer im Idealfall darüber freuen können, dass seine Mannschaft über 60 Minuten das spielt, was er mit ihr einstudiert hat.

Starker Neuzugang

Freuen konnte er sich zu Beginn über den Auftritt von Julia Harsfalvi. Die Linksaußen hatte bis zum 8:9 (16.) vier Mal getroffen, sich jeglichen Fehlversuch verkniffen. Am Wirbelwind aus Ungarn werden die TusSies-Fans noch viel Freude haben. Recht zielstrebig war auch Monika Kobylinska unterwegs. Das Manko war die Abwehr. „In der ersten Halbzeit gab es kein Zweikampfverhalten, gar keines“, blickte André Fuhr schonungslos zurück. Deshalb ging es dann auch vom 13:14 (24.), erzielt von Delaila Amega mit schönen Hüftwurf, noch hoch  auf 13:17 zur Pause.

Die Abwehr funktionierte in der Folge einigermaßen. Jesse van de Polder konnte sich zwischen den Pfosten einige Male auszeichnen, wobei auch Isabell Roch im ersten Abschnitt, ganz auf sich alleine gestellt, schon Bälle geschnappt hatte. Es wurde hinten also besser, vorne eher nicht.

„Es fehlten die einfachen Tore aus dem Rückraum. Ohne die tut man sich schwer“, sagte Fuhr – und konnte dabei niemand ausnehmen. Auch freie Möglichkeiten wurden verschmäht, wenn es sein musste auch in Serie. Sicher parierte Agnes Triffa im Debrecen-Gehäuse prächtig, wurde aber auch immer wieder mit Bällen gefüttert, die just dorthin zischten, wo eine Torhüterin dieser Klasse einfach stehen muss.

Eine Aufholjagd konnte deshalb nicht mehr richtig in Gang kommen. Man hoffte noch auf eine solche, als Marlene Zapf und Julia Harsfalvi von 19:24 auf 21:24 (53.) gestellt hatten. Es traf bis zum finalen 21:27 nur noch Ungarn. Metzinger Würfe fanden aus den angesprochenen Gründen nicht mehr ins Ziel.

Ungarische Passqualität

„Debrecen war natürlich kein Fallobst. Sie hatten eine hohe Passqualität – auch in Bedrängnis“, lobte André Fuhr den starken Gegner. Nach einer harten Trainingswoche hat ihn nicht unbedingt überrascht, dass seine Mannschaft phasenweise müde wirkte. Ein Freund von Ausreden ist er aber nicht – zumal Debrecen auch eine Woche in Metzingen am Schuften war.

Ein besseres Ergebnis hat sein Team zu Beginn verschenkt. „Da waren wir gar nicht präsent. Wenn man keinen Zweikampf gewinnt, kann man nicht verteidigen“, so der Trainer, der nun auf eine klare Steigerung im Spiel heute gegen Brest hofft. Anpfiff in der Hofbühlhalle ist um 19 Uhr.

TuS Metzingen: Roch, van de Polder – Zapf (4), Amega (2), Kobylinska (4), Minevskaja (3/2), Kovacs, Haggerty, Weigel (2), Obradovic (1), Beddies, Behnke, Harsfalvi (5)

Gestern Abend schlug in einem tollen Spiel Brest Bretagne Handball Debrecen mit 40:29. 250 Zuschauer spendeten Beifall auf offener Szene, wobei den Ungarinnen ab der 40. Minute die Kräfte schwanden.

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