Die Basketballer der TSG Volksbank Reutlingen konnten im Spitzenspiel des achten Spieltags der Regionalliga BW einen hart umkämpften 76:71 (35:36)-Auswärtserfolg gegen den Tabellenvierten Möhringen feiern. Damit wahren die Ravens auch nach acht Spielen die weiße Weste und stehen ohne Niederlage an der Tabellenspitze.

Erneut verkorkster Start

Wie bereits des öfteren in den vergangenen Wochen, starteten die TSG-Schützlinge nicht gut in die Partie. Hinten passte die Abstimmung nicht und vorne war viel Sand im Getriebe. Während die Gäste mit dem besten Distanzschützen der Liga, Dino Begagic, ein ums andere mal gut herausgespielte Punkte erzielten, verkrampften sich die Reutlinger in vielen Einzelaktionen, die selten von Erfolg gekrönt waren. So gingen die Gastgeber völlig zurecht mit einer 21:12-Führung in die Viertelpause.

Auch im zweiten Viertel hatten die Ravens zunächst große Probleme, in der Offensive erfolgreich abzuschließen und dazu auch kein Wurfglück. Glücklicherweise taten sich auch die Gastgeber nun zunehmend schwerer, haderten ständig mit Schiedsrichterentscheidungen und fingen sich in diesem Viertel zwei technische Fouls wegen Meckerns ein. Diese Phase nutzten die Ravens, um Anschluss zu halten, hier waren es vor allem die starken Nikola Gaurina (16 Punkte) und Benni Traore (16), welche die TSG im Spiel hielten. Lucas Sipetic gelang mit der Halbzeitsirene ein wichtiger Dreier zum 36:35.

Starkes drittes Viertel

Wie bereits in der Vorwoche in Haiterbach, als man zur Pause 14 Punkte zurücklag, fand Headcoach Vasilis Tsouknidis offensichtlich die richtigen Worte und taktische Umstellungen, um das Spiel in die richtige Richtung zu lenken. Die Defensive stand nun sattelfest und offensiv wurde der Ball besser bewegt, was zu einfacheren Korbaktionen führte, die nun auch zunehmend in Punkte umgemünzt wurden. Auch TSG-Topscorer Damir Dronjic (21 Punkte) taute langsam auf. Zwei Dreier von ihm in Folge brachten die Ravens mit sieben Punkten in Front. Wenig später dann ein Schockmoment für die Gastgeber, denn Topscorer Dino Begagic (22,2 Punkte pro Spiel) der bereits 15 Zähler auf seinem Konto hatte, blieb ohne Einwirkung eines Gegenspielers verletzt auf dem Feld liegen und konnte nicht mehr weiterspielen. Die Ravens nahmen eine knappe Führung mit ins Schlussviertel (56:61).

Ravens behalten Nerven

Im letzten Viertel waren es die Ravens, die sich zunächst weiter absetzten. Der Vorsprung wurde auf bis neun Zähler ausgebaut und konstant gehalten. Die Gastgeber, ohne ihren Topscorer, hatten nun sichtlich Probleme, Punkte zu erzielen gegen ein stark stehende Reutlinger Verteidigung. Doch wie so oft im Basketball, ist keine Führung sicher. Leichtfertig verpasste Chancen der TSG, den Vorsprung zweistellig auszubauen, nutzten die Gastgeber mit drei Dreiern innerhalb kurzer Zeit, um wieder zurück ins Spiel zu kommen (64:65). Die Ravens behielten jedoch im Stile einer Spitzenmannschaft die Nerven, waren vorne ebenfalls erfolgreich und konnten nach einem Ballgewinn durch Albanus in der Schlussminute wieder erhöhen (64:69). In den Schlusssekunden versuchten die Gastgeber nochmal alles, um mit taktischen Fouls die Uhr anzuhalten, doch im Stile einer Spitzenmannschaft überstanden die Reutlinger auch diese Druckphase und konnten in einem physisch hart geführten Spiel einen ganz wichtigen Sieg einfahren und die Tabellenspitze behaupten.

Headcoach Vasilios Tsouknidis: „Wir haben heute wieder schlecht angefangen und mussten erneut viel Energie aufwenden, um den Rückstand aufzuholen. Wir müssen schleunigst zusehen, dass wir unsere Startprobleme abstellen. In der zweiten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht und vor allem defensiv sehr gut gearbeitet. Meine Spieler mussten heute in einem körperlich hart geführten Spiel alles geben gegen ein gutes Team. Wir tun uns zurzeit offensiv schwer und müssen uns die Punkte hart erarbeiten. Am Ende haben wir wie zuletzt aber die besseren Nerven und treffen bessere Entscheidungen. Nach zwei harten Auswärtspartien freuen wir uns jetzt auf das nächste Heimspiel am kommenden Samstag.“

TSG Reutlingen: Albanus (2), Charlton (13), Dronjic (21), Gaurina (16), Grubic, Hägele, Köppl (5), Schmid, Sipetic (3), Traore (16)