LEOPOLD FREUDEMANN  Uhr
Svenja Bazlen ist Profi-Triathletin mit Leib und Seele. Und eine sehr erfolgreiche dazu. Über die Mitteldistanz gehört sie zu den Besten weltweit.

Svenja Bazlen ist aufgeschlossen, reist viel und steckt ihre Energie zu nahezu 100 Prozent in ihre Leidenschaft für ihren Sport. Genauer gesagt in den Triathlon-Sport. "Ich liebe die drei Sportarten", sagt sie über das Schwimmen, Laufen und Rad fahren. Das ganze Jahr über ist die Tübingerin, die für die TSG Reutlingen in den Einzelstarts in die Rennen geht, damit beschäftigt, diese drei Sportarten in unterschiedlichen Distanzen zu bewältigen. Mal als olympische Distanz, mal auf der Mitteldistanz, aber auch nach bestimmten Kriterien der Veranstalter. Als Profi-Sportlerin kommt sie sozusagen auf der ganzen Welt herum, sei es bei Trainingslagern oder Wettkämpfen.

"Reisen ist toll und schön und ein Bestandteil meiner einzigartigen Arbeit", verkündet sie in ihrem jüngsten Newsletter mit Stolz. Von den härtesten Rennen der Welt kann die 30-Jährige ein Lied singen. Sie weiß, was es heißt sich zu quälen, zu gewinnen und zu verlieren. Gewonnen hat sie im vergangenen Jahr schon mal eine Deutsche Meisterschaft mit der Mannschaft und zwar für das Team EJOT-Team Buschhütte, das in der Triathlon-Bundesliga am Start ist. In drei Rennen wurde der deutsche Titel gesichert. Bei den Einzelstarts misst sich die Profi-Triathletin mit den Besten der Welt. Und da bereitete sie sich sehr gewissenhaft auf den Saisonhöhepunkt im September vergangenes Jahr vor, die 70.3 Weltmeisterschaft im kanadischen Mont Tremblant. Es ging über die Mitteldistanz mit 1,5 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Rad fahren und 21,1 Kilometer Laufen. Allerdings erreichte sie ihr Ziel, besser zu sein als Rang fünf im Vorjahr, nicht. Im Endklassement schaffte sie es zu Rang acht bei dieser WM. Auffallend: In der überragenden Laufzeit von 1:24:30 Stunden über die Halbmarathon-Distanz (21,1 km) hatte sie auf die Sekunde genau dieselbe Laufzeit wie die spätere Weltmeisterin. "Dank eines Not-Riegels, den ich mir in letzter Sekunde auf den Rahmen geklebt habe, schaffte ich es, mein psychisches Tief zu überwinden", sagte sie nach dem Wettkampf.

Mit diesem achten Rang unter den Weltbesten, dazu Rang zehn eine Woche zuvor bei der WM in Des Moines (USA) über die olympische Disziplin (1,5 - 40 - 10) behauptete die gelernte Sportpädagogin ihre Spitzenstellung auf der Mitteldistanz in der Welt.

Neben diesen beiden WM-Teilnahmen glänzte die Wahl-Tübingerin bei weiteren großen Events, wie beispielsweise dem dritten Rang bei der Europameisterschaft in Zürich, oder bei Großveranstaltungen wie Abu Dhabi oder Panama.

"In diesem Jahr habe ich viel gelernt, über mich, das Training, über den Sport und vielleicht auch über das Leben," bilanziert sie. Und ein bisschen Wehmut klingt in ihrer Stimme, denn nicht mit allen Ergebnissen im vergangenen Jahr war sie ganz zufrieden. Dass klingt nach großem Ehrgeiz und ein bisschen auch nach Selbstkritik.

"Das Laufen ist die härteste Disziplin", sagt sie. Aber auch ihr Paradestück. Sonst hätte sie wohl kaum bei der WM in Tremblant/Kanada dieselbe Laufzeit wie die spätere Weltmeisterin herausgeholt.

Für die TSG Reutlingen ist Svenja Bazlen im Nachwuchsbereich engagiert. Über die Ehrung des Sportkreises Reutlingen als "Sportlerin des Jahres" freut sie sich. Gestern Abend wurde sie vermisst. Sie trainiert derzeit auf Fuerteventura.