Tennis Als Außenseiter in die Liga der Stars

Reutlingen / Von Wolfgang Gattiker 02.07.2018

Am nächsten Sonntag beginnt für den TV Reutlingen die Saison in der 1.Tennis-Point Bundesliga mit dem Heimspiel gegen Gladbach. Von 2006 bis 2008 und 2013 spielte der TVR schon in der Eliteliga. Nun folgte der dritte Erstliga-Aufstieg, als das Team die Sensation mit tollem Teamgeist schaffte.

Manager Rainer Renz macht klar: „Der Etat mit den Sponsoren bleibt derselbe, es gibt Einsatz- und Siegprämien.” Er hat ein gutes, konkurrenzfähiges Team zusammengestellt. Vor zehn Monaten siegte man in Großhesselohe, dann gewann man in Würzburg 9:0 und stieg auf.

Im Verein wurde einstimmig beschlossen, die 1. Liga  und den Aufstieg anzunehmen. Nun ist alles professioneller siehe Livestream, siehe Sponsoren und Namensgeber. Es gibt auch wieder Ballkinder bei den Spielen mit vier Einzeln und zwei Doppeln.

Schwerer Start

Man will, so Renz, in der 1. Tennis-Point Bundesliga Fuß fassen, aber das Startprogramm ist schwer: der TVR empfängt den deutschen Meister von 2016, Gladbach und spielt beim amtierenden deutschen Meister Halle, muss beim hoch eingeschätzten HTC Krefeld antreten.

Der TVR hat die meisten Spieler behalten als Belohnung für den Aufstieg, das Team blieb im Kern bestehen. Manager Renz hat eben im Rahmen der Möglichkeiten ein attraktives Team zusammengestellt. Michael Berrer, deutscher Meister 2016, hat seine Karriere eigentlich beendet, der Stuttgarter hat noch nie Bundesliga gespielt und wird wohl fünf Mal für Reutlingen antreten. Berrer freut sich wie Renz auf die Saison mit Thiem, dem Österreicher (Siebter der Welt), Kohlschreiber, den Zverev-Brüdern (Alex ist die Nummer vier der Welt), Stebe oder Struff.

Klarer Außenseiter

Die Frage ist, ob die Reutlinger die 1. Liga halten können. Man ist klarer Außenseiter, fühlt sich in der  Rolle wohl. Das Team sei noch mehr zusammengeschweißt, sagt Chef-Trainer Daniel Stöhr.

Die Verträge von Mager und Giannessi (ist in Krefeld) wurden nicht verlängert, man war von beiden nicht überzeugt. So hat man den jungen Italiener Matteo Berrettini, der in der Weltrangliste von Rang 420 auf 80 vordrang, ebenso verpflichtet wie seinen Landsmann Andrea Arnaboldi.

Dazu hat man den Routinier Viktor Troicki (Weltrangliste-Nummer 91) geholt, der vor zehn Jahren schon mal beim TVR spielte. Ob die Top-Spieler alle spielen, hängt von ihren Turniereinsätzen (Wimbledon und andere) ab.

Rainer Renz sieht klar: „Es gibt Favoriten wie Halle, Gladbach, Krefeld und Mannheim mit Maximilian Marterer, auch Aachen hat reduziert, ist dennoch stark wie der Rochusclub Düsseldorf. Doch dann kommen die Teams, die für uns in Reichweite liegen. Es gibt zwei Absteiger, wir wollen nicht dazu gehören. Wir haben vier Heimspiele, hoffen auf zahlreiche Fans, doch die aktiven Tennisspieler haben Saison bis 29. Juli, können deswegen kaum zu uns als Besucher kommen. Wir haben viele ehrenamtliche Helfer im Einsatz.”

Chef-Trainer Daniel Stöhr hofft: „Wir können Weinheim und Neuss besiegen, haben auch gegen das eine oder andere Team  Chancen, können und wollen Drittletzter werden und somit die 1. Liga halten. An den Aufstieg hat keiner gedacht, das war sensationell und deswegen bleibt die Mannschaft im Großen zusammen.”

Imagepflege

Man tat was fürs Image, schickte Berrer und Fallert zu einem Show-Kampf beim TC Schwenningen, der nun mit 40 Mann zum Spiel am 29. Juli gegen Düsseldorf an die Reutlinger Rudolf-Harbig-Straße kommt.

So glaubt Rainer Renz an sein Team, wenn dann noch 500 Fans aufwärts kommen, ist beim einzigen Erstligisten in der Stadt an der Echaz alles in Butter.

Spiele und Spieler des Tennisvereins Reutlingen

Heimspiele
8. Juli: TVR - Gladbacher HTC.
22. Juli: TVR - TK Kurhaus Lambertz Aachen
29. Juli: TVR - Rochusclub Düsseldorf
12. August: TVR - TC Weinheim
(alle Spiele beginnen um 11 Uhr, dazu kommen fünf Auswärtsspiele).
Kader des TVR
1 Matteo Berrettin (Italien)
2 Viktor Troicki (Serbien)
3 Lorenzo Sonego (Italien)
4 Andrea Arnaboldi (Italien)
5 Lorenzo Giustino (Italien)
6 Jo Samper-Montana (Spanien)
7 Pujol Granollers (Spanien)
8 Tobias Simon (Deutschland)
9 Michael Berrer (Deutschland)
10 Jonathan Eysseric (Frankreich)
11 Stephan Hoiss (Deutschland)
12 Florian Fallert (Deutschland)
13 Jakob Sude (Deutschland)
14 Peter Mayer-Tischer (Deutschland)
15 Kevin Hümpfner (Deutschland)
16 Nico Hornitschek (Deutschland)

Die Top-Spieler der Reutlinger Gegner

Rochusclub Düsseldorf: Alexander Zverev, Micha Zverev, Evgeny Donskoy Jaume Munar.
Kölner THC: Fabio Fognini, Benoit  Paire, Andreas Seppi.
Gladbacher HTC: Philipp Kohlschreiber, Albert Ramos, Jiri Vesely.
TV Weinheim: John Millman, Thomas Fabbiano, Yannik Hanfmann.
Blau-Weiß Krefeld: Marco Cecchinato, Paolo Lorenzi, Alessandro Giannesse (früher TVR).
TK Mannheim: Dopminic Thiem, Damir Dzumhur, Peter Gojowczyk.
Gerry-Weber-Team Halle: Robin Haase, Joao Sousa, Jan-Lennart Struff.
Blau-Weiß Neuss: Marius Copli, Hubert Hurkacz.
TK Aachen: Robert Bautista, Pablo Cuevas.

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