Ackermann holt Cup

Rund 800 Zuschauer erlebten in Reutlingen-Betzingen ein spannendes Finale, in dem sich Jiri Beran aus der Tschechischen Republik und Norman Ackermann (links) gegenüber standen. Der Deutsche siegte schließlich verdient. Foto: Axel Grundler
Rund 800 Zuschauer erlebten in Reutlingen-Betzingen ein spannendes Finale, in dem sich Jiri Beran aus der Tschechischen Republik und Norman Ackermann (links) gegenüber standen. Der Deutsche siegte schließlich verdient. Foto: Axel Grundler
GUDRUN SCHMIED 14.01.2013
Nach zwei dritten Plätzen holte sich Norman Ackermann vom FC Tauberbischofsheim den Allstar-Cup 2013. So groß wie noch nie war das Starterfeld des Ranglistenturniers. 188 Degenfechter waren angetreten.

Der 10. Allstar-Cup ging am Wochenende in den Betzinger Sporthallen über die Planche. Fechter, Betreuer und Zuschauer erlebten ein spannendes Finale, in dem sich Jiri Beran aus der Tschechischen Republik und Norman Ackermann gegenüber standen. Was zunächst nach einer relativ sicheren Sache für den Deutschen ausgesehen hatte - zum Ende des zweiten Drittels führte er mit 11:8 - wurde dann noch einmal spannend. Beran holte auf und erst nach dem 14:13 konnte Ackermann, der anschließend von einer Traube Jugendfechter um Autogrammen bestürmt wurde, den Siegtreffer setzen.

Er habe schon fast nicht mehr an den Sieg geglaubt, so Ackermann anschließend, und sei nach dem anstrengenden Turnier ziemlich fertig, aber sehr zufrieden.

Gemeinsam auf dem dritten Platz landeten Steffen Launer vom FC Leipzig, Turniersieger 2010, und Bas Verwijlen aus den Niederlanden, die im Halbfinale jeweils unterlegen waren. Der frühere Reutlinger Fechter Stephan Rein vom Heidenheimer SB, der den Allstar-Cup in den beiden vergangenen Jahren gewonnen hatte, konnte diesen Erfolg nicht wiederholen. Erstmals focht man in Reutlingen-Betzingen ohne Hoffnungslauf, eine Niederlage in der Direktausscheidung bedeutete das sofortige Aus.

Der Ex-Reutlinger Rein ereilte dieses Schicksal nach zwei souverän gefochtenen Runden und zwei Siegen in der Direktausscheidung in der Runde der letzten 32.

Der Sportsoldat belegt damit den 17. Platz. Selbstkritisch schätzte er seine Leistung als "nicht auf der Höhe meines fechterischen Könnens" ein. Beim nächsten Ranglistenturnier im Februar in Berlin soll es besser gehen.

Bundestrainer Didier Olagnon zeigte sich zufrieden mit dem Abschneiden seiner Athleten. Der Turniersieg und fünf Fechter unter den besten neun sei in Ordnung, so seine Einschätzung. Probleme sieht er allerdings in der Struktur der Fechtorganisationen in Deutschland. Für die besten Athleten sei es zur Zeit nicht möglich, ihren Sport unter optimalen Rahmenbedingungen auszuüben. Oft sei es schwierig bis unmöglich, Leistungssport und Studium oder Ausbildung unter einen Hut zu bringen.

Gegenüber den anderen Fechtnationen, die ihre Spitzenfechter in einem Zentrum zusammenziehen, sei Deutschland mit der aktuellen Situation und mehrerer Zentren im Nachteil. Im Kreis der 188 Starter hatten auch fünf TSG-Fechter zum Degen gegriffen. Für Felix Lindenmann, Thomas Roth, Pascal Rilling und Timo Baasner war die Konkurrenz nach der Vorrunde beendet. Bastian Lindenmann qualifizierte sich für die Zwischenrunde.

Die rund 800 Zuschauer, die sich die aufwändige Inszenierung zum Halbfinale und Finale ansahen - mit zwei furiosen Einlagen sorgte die Rope Skipping Gruppe "Just Jump" des TSV Dettingen für Begeisterung - konnten ahnen, wie viel Einsatz die Mitglieder und Freunde der Fechtabteilung zur Ausrichtung des Allstar-Cups brauchten.

Einmal mehr hat sich dieses Engagement gelohnt und den guten Ruf der Reutlinger als Turnierausrichter bestätigt.

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