Ermstal-Marathon „Nicht ganz so lang brauchen“

Seinen Spaß hat Timo Göhler auch im vergangenen Jahr gehabt, als er im Halbmarathon siegte, heuer widmet er sich wieder dem Sprint – über 10 000 Meter am 8. Juli.
Seinen Spaß hat Timo Göhler auch im vergangenen Jahr gehabt, als er im Halbmarathon siegte, heuer widmet er sich wieder dem Sprint – über 10 000 Meter am 8. Juli. © Foto: Foto: Silke Euchner
Metzingen / Wolfgang Seitz 03.07.2018

Timo Göhler und der Ermstal-Marathon. Das ist durchaus eine Erfolgsgeschichte. 2016 rannte der Mehrstetter die zehn Kilometer zwischen Bad Urach und Metzingen. Nach 31:32 Minuten war er angekommen, freute sich über einen neuen Streckenrekord. Ein Jahr später nahm er den Halbmarathon aufs Korn. Wieder mit dem Ziel, so schnell zu sein wie niemand vor ihm im Ermstal. Der Sieg ging an den Mann von der Alb, der kurz zuvor von einem Studienaufenthalt in den Staaten zurückgekehrt war. 1:13:54 Stunden brauchte er bei brütender Hitze, bei der Erstauflage war Markus Ruopp aber über drei Minuten schneller gewesen.

„Die Strecke von Bad Urach aus ist herrlich, im Halbmarathon muss man ja aber erst von Metzingen aus anlaufen. Das ist nicht ganz so einfach“, sagt Göhler. Und deshalb macht er es sich heuer wieder einfach, steht in Bad Urach hin und lässt es rollen, verfolgt dabei aber durchaus einen ambitionierten Plan. Er will „nicht ganz so lang brauchen“ wie 2016. Heißt übersetzt: „Ich will unter 31 Minuten laufen.“ Dass er das kann, hat der 28-Jährige in diesem Jahr auf der Bahn schon bewiesen, seine Bestzeit im holländischen Leiden auf 28:49 Minuten gedrückt. Die EM-Norm war damit geknackt, einen Startplatz für Berlin gibt es nach Lage der Dinge aber nicht. „Drei andere waren in diesem Jahr noch schneller, ich bin also nur Ersatz. Da geht es mir ähnlich wie Sabrina Mockenhaupt“, sagt Timo Göhler. Mit Berlin habe er innerlich abgeschlossen. Der Ermstal-Marathon wird nun am 8. Juli sein Berlin.

Gefreut hätte sich Göhler, wenn der Glemser Daniel Noll mit am Start gewesen wäre, der wegen privater Verpflichtungen aber schweren Herzens verzichten muss. Dann hätten sich zwei Hochkaräter gegenseitig pushen können. Auch Vereinskamerad Lorenz Baum wäre ihm zupass gekommen, der aber, wenn überhaupt, eher zum Halbmarathon tendiert.

Einsames Rennen

So wird der Läufer des LAV Tübingen wohl recht einsam unterwegs sein – was wiederum sein Streckenrekord-Vorhaben keineswegs beeinträchtigt. Den Weg kennt er, sein Leistungsvermögen auch. Deshalb könnte es passen. Der Veranstalter legt schon einmal  vorsorglich eine Prämie zur Seite.

Der Ermstal-Marathon ist für Timo Göhler eine Art Zäsur in der laufenden Saison, dann wird der Betriebswirt, der bei einer Tübinger Firma halbtags das Business Development vorantreibt, sich größeren Sachen, sprich Marathon, widmen. Seine Premiere hat er im vergangenen Jahr in Frankfurt gefeiert. „Das war nicht ganz das, was ich mir vorgestellt habe“, mäkelt er doch tatsächlich an der Zeit von 2:19 Stunden herum. Deshalb wird er sich nach dem Rennen im Ermstal flugs in jenes Training begeben, das einer neuen Marathon-Bestzeit zuträglich ist. Die Umfänge werden gesteigert, das Umfeld stimmt. „Ich fühle mich in Tübingen sehr gut aufgehoben“, sagt Göhler. Präparieren will er sich, wenn es passt, für den Berlin-Marathon. Dann käme er über einen allerdings recht langen Umweg also doch noch in die Bundeshauptstadt. Wenn er dort am 16. September die 42,195 Kilometer angehen will, muss in der Vorbereitung alles passen. Alternativ böte sich der lange Kanten in Frankfurt an, der traditionell am letzten Sonntag im Oktober über die Bühne geht, heuer am 28.

Stoßrichtung Marathon

Das ist aber wie gesagt noch Zukunftsmusik. Alle Augen sind auf den Ermstal-Marathon gerichtet. Alle Bekannten von der Alb werden ins Tal pilgern – auch Sabine Zeller-Rauscher, Sportmitarbeiterin der SÜDWEST PRESSE im Bereich des Alb-Boten. Was viele nicht wissen, sei hier einmal erwähnt. „Sabine hat mich erst zum Laufen gebracht.“ Sie ließ nicht locker, bis der einstige Fußballer des WSV Mehrstetten die Kick­stiefel aus und die Laufschuhe anzog. Da hat sie absoluten Weitblick bewiesen, was aber nicht heißen soll, dass der kleine Timo nicht auch ein guter Fußballer geworden wäre. „Laufen konnte ich aber schon immer besser“, gibt er zu – wird es beim Ermstal-Marathon einmal mehr unter Beweis stellen.

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