Biathlon Medaillen geben Auftrieb

Der skeptische Blick zurück ist völlig unnötig: Biathletin Mareike Braun kann mit den Leistungen bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Osrblie zufrieden sein.
Der skeptische Blick zurück ist völlig unnötig: Biathletin Mareike Braun kann mit den Leistungen bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Osrblie zufrieden sein. © Foto: Harald Deubert
Dornstadt / Von Ute Gallbronner 06.02.2019

Es war eine WM mit Hochs und Tiefs“, sagt Philipp Lipowitz (DAV Ulm) wenn er auf die vergangenen zwei Wochen in Osrblie zurückblickt. Bei den Einzel-Wettkämpfen der Biathlon-Junioren war es für den Laichinger nicht ganz wie erhofft gelaufen. „Im Einzel waren es zu viele Fehler. Bei Sprint und Verfolger habe ich mich läuferisch richtig schlecht gefühlt“, fasst der 19-Jährige zusammen. Aber die Silbermedaille mit der Staffel, die überstrahlt natürlich alles. Vor allem deshalb, weil Lipowitz „ein fast perfektes Rennen“ gelaufen war und damit großen Anteil am Erfolg hatte.

Ganz ähnlich ist die Gefühlslage bei Mareike Braun. Plätze im vorderen Mittelfeld waren es für sie im Feld der Jugend. Der erste Einsatz im Nationalteam hat bei der 18-Jährigen Eindruck hinterlassen: „Die Stimmung im Team war einfach super. Gut und ruhig.“ In den letzten beiden Wettkämpfen habe sie sich ein wenig platt gefühlt, weil auch ihr die Staffel in den Beinen steckte. Einige Konkurrentinnen hatten sich da ausruhen können. Doch natürlich hat sich der zusätzliche Start mehr als gelohnt: Mit einer Medaille nach Hause zu kommen, damit hat sie ihre Saisonziele mehr als erfüllt.

Schwere Bedingungen

Am Schluss hat dann auch das Wetter in der Slowakei nicht mehr mitgespielt. Regen machte den Schnee tief, die Strecke noch schwerer, weshalb sie verkürzt wurde. Umkehrschluss: Die Strafrunde wurde im Vergleich zur Strecke länger, Schießfehler wogen doppelt schwer und mit dem Schießen wollte es bei Mareike Braun nicht so traumhaft sicher klappen wie zuvor in der Saison. „Irgendwie lag mir der Schießstand nicht“, sagt die Schülerin aus Reutti. Gerade in der letzten Vorbereitungsphase im österreichischen Hochfilzen sei alles wunderbar gelaufen. „Ich weiß nicht, warum es in Osrblie dann nicht ganz so funktioniert hat. Klar war der ein oder andere Leichtsinnsfehler dabei, aber nicht immer.“

Beide Ulmer Biathleten sind erst einmal nach Hause gefahren. Schließlich haben sie noch was anderes vor in diesem Jahr. Lipowitz macht im österreichischen Stams seine Matura, Mareike Braun wie ihre Schwester Sabrina in Furtwangen das Abitur. Zwischendurch ist sie dieses Wochenende im Leistungszentrum Dornstadt zum Trainieren. Die WM-Leistungen geben Rückenwind, weil es in den nächsten Wochen eben auch darum geht, wie sich die sportliche Zukunft nach der Schule gestaltet. Gibt es einen Behördenplatz? Wenn ja welchen? In welcher Trainingsgruppe macht es Sinn zu trainieren?

Alles Fragen, die geklärt werden müssen. Und die Saison ist noch nicht vorbei. Die Deutschen Jugend-Meisterschaften in Kaltenbrunn stehen Ende Februar an, gleich anschließend ein IBU-Junior-Cup in Schweden und die Junioren-EM in Norwegen. Wer die Skandinavien-Tournee mitmachen darf, ist noch nicht klar. Erst einmal ist für die beiden WM-Fahrer auf jeden Fall ein wenig Durchschnaufen angesagt.

Die anderen Ulmer sind aber im Einsatz. Am Wochenende wurde der im Januar den Schneemassen in Oberwiesenthal zum Opfer gefallene Deutsche Schüler-Cup am Notschrei nachgeholt.

Sehr gute Leistungen bot dabei Julia Tannheimer in der Klasse S14. Sie verpasste im Techniksprint als Vierte knapp das Podest, lief im Verfolger am zweiten Tag dann auf Platz zwei nach vorne. Auch Maike Steck platzierte sich als Zehnte und Siebte im vorderen Feld. Bei den weiteren DAV-Startern, die sich für den Einsatz im baden-württembergischen Team qualifiziert hatten, war noch etwas Luft nach oben.

Siegerehrung für Schüler mit Benedikt Doll

Abstecher Eine Überraschung hat es für die Starter des Deutschen Schüler-Cups gegeben: Die Siegerehrung des Technik-Sprints übernahm Benedikt Doll. Obwohl sich der Ex-Weltmeister am Wochenende schon in Richtung Kanada aufmachen musste, kam der Schwarzwälder vors Todtnauer Rathaus, zeichnete die sechs Erstplatzierten jeder Klasse aus.

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