Heidenheim / Lis Fautsch  Uhr
Die HSBler überzeugen bei den deutschen Meisterschaften der Degenfechter.

Es war das perfekte Wochenende für die erst 14-Jährige Degenfechterin Alexandra Zittel. Bei der deutschen Meisterschaft in Laupheim holte sich die HSBlerin, die ja noch bei den Kadettinnen startberechtigt ist, souverän den Titel im Einzel und mit der Mannschaft. Ganz überraschend kam der Triumph aber nicht, hatte Zittel doch schon bei der Europameisterschaft der Juniorinnen für das beste deutsche Ergebnis gesorgt.

Bei der DM blieb die HSBlerin in der Runde ungeschlagen und startete als Nummer 1 unter 91 Teilnehmern gesetzt in die Direktausscheidung. Nach einem Freilos im 128er-K.-o. gewann sie ihre Folgegefechte souverän mit 15:3 gegen Melissa Hager aus Böblingen, 15:4 gegen Theresa Bühner aus Böblingen und 15:10 gegen Svenja Jütten aus Leverkusen.

Im Viertelfinale kam es zum Heidenheimer Duell gegen Viktoria Hilbrig, die sich mit einem 15:12-Sieg gegen die weitere Vereinskollegin Lea Mayer für das Finale der besten acht qualifiziert hatte. Zittel gewann 15:10 und stand im Halbfinale der Leverkusenerin Lara Goldmann gegenüber. In einem offensiv geführten Gefecht setzte sich die HSBlerin mit 15:8 durch. Auch im Finale gegen Lisa Maria Löhr trat Zittel sehr überzeugend auf und sicherte sich mit 15:8 den Titel der deutschen Juniorenmeisterin.

„Das erste Gefecht in meiner Runde konnte ich nach einem 2:4-Rückstand noch drehen, danach ging es nur noch bergauf“, so Zittel nach dem Turnier. Dabei gab es einen kniffligen Moment. „Im Viertelfinale verletzte ich mich am Arm und es fiel mir echt schwer, meinen Degen noch zu halten, doch ich biss auf die Zähne und dachte nur: Schmerz geht vorbei, Stolz bleibt. Deswegen machte ich einfach weiter und freue mich extrem über den Titelgewinn“, berichtet die junge Fechterin.

HSB wird Mannschaftsmeister

In der Mannschaft wurden die HSBler Alexandra Zittel, Franziska Mayr, Lea Mayer und Viktoria Hilbrig ihrer Favoritenrolle gerecht und sicherten sich den Titel. Nach einem Sieg gegen Wuppertal im Viertelfinale mit 45:22, kam es zum Duell gegen Ditzingen, welches die Heidenheimerinnen mit 45:30 für sich entschieden. Auch im Finale ließ man dem Team aus Solingen mit 45:30 keine Chance.

Überraschung im Herrendegen

Im Herrendegen schafften es gleich zwei Heidenheimer aufs Podest. Nach vier Siegen und einer Niederlage in der Runde startete Lucas Fendt als 16. gesetzt ins K. o. Nach Siegen über den Reutlinger Fabio Rempfer mit 15:9 und seinen Vereinskameraden Henri Zimmermann mit 15:14 wartete in der Runde der letzten 16 die Nummer 1 der deutschen Rangliste, der Silbermedaillengewinner der Olympischen Jugendspiele 2018 Paul Veltrup aus Krefeld.

Doch Fendt ließ sich nicht beeindrucken, ging sofort in Führung und gewann 15:9. Im Viertelfinale besiegte er Marco Birkenmaier ebenfalls 15:9. Im Halbfinale musste er sich dem Böblinger Tobias Weckerle 12:15 geschlagen geben, kann sich jedoch über eine DM-Bronzemedaille freuen und belegt nun Platz zwölf der deutschen Rangliste.

Auch Julian Seyd zeigte einen gute Vorstellung. Nach vier Siegen und zwei Niederlagen startet er als 27. ins K. o., gewann mit 15:5 gegen den Mannheimer Michael Trebis, 15:14 gegen Luca Husemann aus Essen und 15:8 gegen Jana Talan aus Augsburg.

Mit einem 15:9 Sieg gegen Maximilian Kämereit aus Leverkusen sicherte sich Seyd einen Platz auf dem Podest. Im Halbfinale musste er sich aber gegen den Leverkusener Louis Bongard, Nummer 4 der deutschen Rangliste, 10:15 geschlagen geben und belegte gemeinsam mit Vereinskamerad Fendt den dritten Rang.

Platz sechs für die Jungs

Im Mannschaftsbewerb verlor das Heidenheimer Quartett mit Niklas Deißler, Lucas Fendt, Jakob Blum und Jonas Boorz im Viertelfinale gegen den TSG Reutlingen mit 33:45. In den Platzierungsgefechten gab es ein 45:41 über Hochwald-Wadern, der Kampf um Platz fünf ging aber mit 41:45 gegen Tauberbischofsheim verloren.

Erfolg für Stephan Rein

Stephan Rein gelang beim ersten Wettkampf in der Qualifikation für die Olympischen Spiele, dem Grand-Prix in Cali (Kolumbien) eine Top 16-Platzierung. Nach einem anstrengenden ersten Tag, gewann der HSB-Degenfechter in der Direktausscheidung gegen den Israeli Georgie Beskin (15:9) und den Luxemburger Falvio Giannotte. Im Achtelfinale verlor Rein gegen den Italiener Gabriele Cimini klar mit 6:15, überzeugte aber als bester Deutscher mit Rang 13 (ausführlicher Bericht folgt).