Turnen Zum Abschluss gab's noch eine Silbermedaille

Nur ganz knapp verpasste die HSBlerin Nicole Fritz (hier bei ihren Übung am Schwebebalken) zum Abschluss ihrer Studentensportlaufbahn den Sieg bei der deutschen Hochschulmeisterschaft.
Nur ganz knapp verpasste die HSBlerin Nicole Fritz (hier bei ihren Übung am Schwebebalken) zum Abschluss ihrer Studentensportlaufbahn den Sieg bei der deutschen Hochschulmeisterschaft. © Foto: privat
Karlsruhe/Heidenheim / Thomas Jentscher 07.11.2018
Nicole Fritz vom HSB zeigt bei der deutschen Hochschulmeisterschaft in Karlsruhe eine starke Leistung und verpasst nur ganz knapp den Titel.

Zum Abschluss ihrer Studentenlaufbahn wurde die HSBlerin Nicole Fritz noch einmal Zweite der deutschen Hochschulmeisterschaften. Über ihren Auftritt in Karlsruhe war sie selbst ein wenig überrascht, denn seit dem Einstieg ins Berufsleben bleibt nur noch relativ wenig Zeit fürs Training. Mit 46,2 Punkten im Vierkampf zeigte die 27-Jährige dennoch eine glänzende Vorstellung und verpasste nur um 0,25 Zähler den Titel.

Letzte Chance zur Teilnahme

2015 hatte Fritz die Hochschulmeisterschaft bereits gewonnen, konnte dann aber 2016 wegen eines Auslandsemesters und 2017 aus beruflichen Gründen nicht starten. An den Titelkämpfen dürfen die Turnerinnen auch noch im ersten Jahr nach dem Studienabschluss teilnehmen.

„Diese Chance habe ich gerne ergriffen, weil es immer wieder mega Spaß macht“, erklärt Nicole Fritz, die vergangenes Jahr ihr Master-Studium der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen hat. Die Wettkämpfe sind stets gut besucht, für die Studenten in der Halle gilt das Motto: Feiern und Anfeuern.

Geturnt wurde nach den internationalen Wertungsvorschriften, das Starterfeld war mit vielen Bundesligaturnerinnen und Ex-Kaderathletinnen wieder stark besetzt. Nicole Fritz überzeugte am Sprung gleich mit dem Überschlag mit anschließendem Bücksalto, den sie sicher zum Stand brachte und dafür 12,75 Punkte erhielt.

Am Stufenbarren zeigte sie ihre viele Jahre erprobte Übung, kam fehlerfrei durch und auf eine Wertung von 10,2.

Einen kurzen Schreckmoment gab es am Schwebebalken, als Fritz nach einem Element auf einem Bein landete und schon alles mit einem Sturz rechnete. „Irgendwie konnte ich mich aber noch fangen“, berichtet die Athletin, die nicht vom Gerät musste und die akrobatischen Teile wie Salto vorwärts als Angang oder den Salto vorwärts gehockt und gebückt sicher präsentierte. Auch die gymnastischen Anforderungen erfüllte sie fehlerfrei, entsprechend gut war die Wertung von 11,6.

Ganz stark lief es zum Abschluss am Boden. Bei ihrer ausdrucksstarken Kür zeigte Fritz unter anderem einen Doppelsalto in der Auftaktbahn. „Das war eine meiner besten ihrer Bodenübungen“, freute sich die HSBlerin, die auf gute 12,35Punkte kam.

Die Wertungen sah sie erst ganz am Schluss und da ihre direkte Konkurrentin einen Sturz hatte, dürfte sogar mit dem Titel gerechnet werden. Letztlich sahen die Kampfrichter aber Ruby van Dijk, eine Bundesligaturnerin aus Hannover, doch mit 0,25 Punkten vorn. Mit der Silbermedaille und 46,2Punkten war Fritz dennoch glücklich.

„Für mich war es echt schön, noch einmal mitturnen zu können, Natürlich habe ich auch gemerkt, dass es schon einen Unterschied macht, ob man wirklich Student ist und regelmäßig trainieren kann oder berufstätig ist“, sagt die 27-Jährige, die bei der Firma Daimler in Sindelfingen im Bereich der Logistik arbeitet.

Wenig Zeit fürs Training

Zweimal pro Woche trainiert sie in Ostfildern, vor Wettkämpfen auch ab und zu in Heidenheim oder Schwäbisch Gmünd, vergleichbar mit dem Programm in früheren Jahren ist dies aber natürlich nicht mehr, zumal auch sehr viel Zeit auf der Strecke bleibt.

Dies macht sich vor allem bei der Fitness bemerkbar, außerdem können nicht überall alle Übungen trainiert werden. Umso größer war nun die Freude beim Heidenheimer Turn-Idol. Fritz: „Von dem her fühlt es sich noch schöner an, alle Übungen so gut geturnt zu haben und mich als Vizemeisterin verabschieden zu können.“

Gelungener Abschluss in Berlin?

m 17. November wird sich Nicole Fritz noch einmal in den Dienst der HSB-Mannschaft stellen und zum letzten Zweitliga-Wettkampf in Berlin antreten.

Der Klassenerhalt ist für die Heidenheimerinnen so gut wie gesichert, trotzdem möchte das Team in der Hauptstadt noch einen guten Wettkampf abliefern.

Für Nicole Fritz könnte es möglicherweise der letzte Mannschaftskampf sein, denn angesichts der beruflichen Belastung kann sie das nötige Trainingsprogramm nicht mehr absolvieren. Doch egal, was nächstes Jahr sein wird, eines macht die vielfache Heidenheimer Sportlerin des Jahres klar: „Dem Turnen werde ich immer verbunden bleiben.“

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