Herbrechtingen Wie der Phönix aus der Asche: knapper Sieg für die SHB

Herbrechtingen / Jochen Gerstlauer 03.12.2018
Entschlossen und Energisch trat die SG Herbrechtingen/Bolheim dem HSG Langenau/Elchingen in der Handball-Württembergliga gegenüber und siegte knapp mit 26:25 Punkten.

Derbys schreiben schon immer ihre eigenen Gesetze, und dieses Derby gegen die scheinbar übermächtige HSG Langenau/Elchingen kam für die SHB wohl zur rechten Zeit, denn mit einer derartig guten Leistung hat unter dem Buigen nach den zuletzt dürftigen Ergebnissen nie und nimmer jemand rechnen können. SHB-Torhüter Steffen Stängle war es mit zu verdanken, dass die Handballer einen 26:25-Sieg erzielten und man somit bei der SHB mal wieder jubeln durfte.

Spannung bis zum Schluss

Zuvor war es aber ein wahrer Handball-Krimi, welcher hätte spannender nicht sein können. Nachdem man mit zwei gehörigen Klatschen gegen Ostfildern und zuletzt in Deizisau auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht war, ging es in Herbrechtingen nun um alles oder nichts. Hoffnung machte vor dem Spiel sicherlich die Rückkehr des zuletzt gesperrten Janis Bauer, der am Ende mit sieben Treffern der erfolgreichste SHB-Schütze war.

Kein Tempospiel zulassen

Die Marschroute war für Trainer Michi Kling eigentlich klar: Wenn Langenau/Elchingen sein gefürchtetes Tempospiel aufziehen kann, wird es nahezu unmöglich zu punkten. Nicht umsonst haben die Gäste bisher die fünfmeisten Tore in der Liga erzielt.

Ohne den ehemaligen SHBler Philip Renner und den Torjäger Schaden kamen die blau/gelben mit einem 2:0 nach knapp drei Minuten gut ins Spiel und zeigten sogleich ihre Klasse. SBH-Torhüter Stängle deutete mit einigen tollen Paraden aber gleich an, dass er einen Sahnetag erwischt hatte. Gestützt auf eine kompakte, gut gestaffelte Deckung legten die Hausherren in der Folge durch Spielmacher Mailänder, Kresse und Bauer einen Lauf zur 3:2-Führung hin. Die Taktik: die Gästespieler früh attackieren, um sie nicht ins Laufen kommen zu lassen.

Nachdem Bauer mit seinem vierten Treffer zum 7:5 einwerfen konnte, nahm das Trainerduo der Gäste schon früh im Spiel die Auszeit. Mit einer derart energischen SHB-Mannschaft hatte man zuvor wohl nicht gerechnet.

Erhöht auf 11:8

Derweil lief es bei der SHB gut weiter: Rene Kraft, welcher von Trainer Kling aus der zweiten Mannschaft hochgezogen wurde, packte nicht nur in der Abwehr gut zu, sondern konnte mit seinen Treffern auch auf 11:8 erhöhen. Doch Rückraumshooter Henrik Schenk auf Seiten der Gäste lief nun langsam heiß. Zu nahe ließ man den Wurfgewaltigen HSGler in die Nahwurfzone kommen. Er holte den Rückstand im Alleingang wieder auf und konnte zumindest zur Halbzeit mit seinen Gewaltwürfen zum 13:12 aufschließen.

Führung weiter ausgebaut

In der zweiten Halbzeit wirkte der Auftritt der Gastmannschaft schon phasenweise lustlos. Tolle Aktionen – teilweise unter Zeitspieldruck – ermöglichten es der SHB die knappe Führung weiter auszubauen. Doch bald schon kam der Rückschlag: Martin Mäck wurde mit der dritten Zeitstrafe schon nach 33 Minuten von den Unparteiischen zum Duschen geschickt.

Stängle im SHB-Tor hielt aber weiterhin überragend. Doch Langenau kam nach 45 Minuten besser ins Spiel. Angeführt von ihren beiden Kanonieren Schenk und Junginger war beim 21:20 (48.Minute) der Anschluss wieder hergestellt und SHB-Trainer Kling musste die Karte zur Auszeit legen.

War dies die Initialzündung für die spielstarken Gäste? Ja, denn trotz aller Gegenwehr der Hausherren konnten die blau/gelben knapp sechs Minuten vor dem Ende auf 22:25 wegziehen. Kling nutzte seine letzte Auszeit, um mit einer emotionalen Ansprache die letzten Reserven aus seinem Team zu kitzeln. Das war ihm geglückt: Bauer und Flügelflitzer Kresse schafften den Anschluss. Stängle parierte einen Strafwurf von Schenk und als Dominik Weller in Überzahl ausgleichen konnte, lag die Sensation förmlich in der Luft.

Kein Vorbeikommen am SHB-Keeper

Wieder war Stängle mit unfassbaren Paraden zur Stelle und als der SHB-Keeper den Ball zu Bauer brachte waren noch 15 Sekunden zu spielen. Bauer wurde beim weiterleiten des Balles auf Weller gefoult, doch die Schiedsrichter ließen zunächst den Vorteil laufen. Als jedoch Weller beim Gegenstoß ebenfalls gefoult wurde, blieb der Regel nach nur den Strafwurf zu verhängen und den Gästespieler Junginger zu disqualifizieren. Bauer übernahm die Verantwortung und verwandelte sehr sicher zum viel umjubelten Erfolg praktisch mit der Schlusssirene.

Dieser Sieg war Balsam auf die zuletzt arg geschundene SHB-Seele. Mit diesem Erfolg erhoffen sich die Verantwortlichen eine Initialzündung und eine Stärkung des zuletzt sehr angekratzten Selbstvertrauens.

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