Pokal Wenn der Hobbyfechter auf den Weltcupsieger trifft

Zum 25. Mal wurde der Alb-Schäfer-Pokal veranstaltet. Diesmal duellierten sich 18 Hobbyfechter.
Zum 25. Mal wurde der Alb-Schäfer-Pokal veranstaltet. Diesmal duellierten sich 18 Hobbyfechter.
Thomas Jentscher 10.11.2015
Bereits zum 25. Mal wurde am Wochenende im Heidenheimer Fechtzentrum um den Alb-Schäfer-Pokal gefochten – ein Turnier, das im vergangenen Vierteljahrhundert viele ehemals renommierte Fechter und Freunde dieses Sports zusammengeführt hat.

Die Idee zum Alb-Schäfer-Pokal hatte der Heidenheimer Verleger und langjährige Fechter Hans-Jörg Wilhelm. „Ich wollte etwas für die vielen Hobbyfechter bieten, die über dem turnierfähigen Alter sind“, erinnert sich der 69-Jährige. Der Name des Pokals kam vor allem durch die Verbundenheit zur Heimat zustande, Wilhelm gab einen entsprechenden Pokal beim mittlerweile verstorbenen Lonetalschmied Albrecht Hummel in Auftrag. Für ein paar Jahre reichen dessen Kunstwerke noch, dann müssen sich die Hobby-Fechter etwas Neues einfallen lassen. 

Und da es beim Alb-Schäfer-Pokal selbstverständlich nicht nur um den Sieg geht, wird auch das Schlusslicht bedacht. Diese beiden Fechter erhalten traditionell eine rote Laterne aus Lebkuchen, hergestellt bei der Bäckerei Gnaier, die über Paul und Kurt Gnaier ja auch seit jeher eng mit dem Fechten in Heidenheim verbunden ist.

Zunächst wurde ein Einzelturnier gefochten, dann kam die Idee eines Zweierteams-Stafetten-Fechtens auf. Der besondere Reiz daran: Es wird immer ein Leistungssportler ein Teilnehmer aus dem Kreis der Hobbyfechter, Senioren oder Eltern zugelost – Herren und Damen stets gemischt. „Da ficht dann schon mal ein Weltcupsieger gegen jemand, der zum ersten Mal einen Degen in der Hand hält – und manchmal verlaufen diese Gefechte ganz anders als man denkt“, berichtet Wilhelm.

Und der frühere deutsche Spitzenfechter Bernd Löffler vom HSB ergänzt: „Der Reiz liegt im familiären Charakter, dem Spaß und der Geselligkeit.“ Das zeigt sich schon bei der Einladung. Teilnehmen dürfen „alle Fechterinnen und Fechter, die in der Lage sind, einen Degen zu führen“, los geht's mit einem Sektempfang und zum Abschluss darf das gemeinsame Abendessen nicht fehlen. Dazwischen geht's aber durchaus ehrgeizig zur Sache. Je nach Teilnehmerzahl müssen die Alb-Schäfer-Fechter so um die 20 Gefechte (auf fünf Treffer, ohne Zeitlimit) bestreiten. Das geht auf die Kondition und hat bei so manch ungeübtem schon einen ordentlichen Muskelkater hervorgerufen.

Neben dem dreifachen Sieger Löffler beteiligten sich auch schon so bekannte Fechter wie Ralf Bißdorf, oder Dr. Stephan Ostritsch oder Fünfkämpfer Roland Schönhaar am Alb-Schäfer-Pokal. Einige ehemalige HSB-Asse reisten sogar von weit her an, beispielsweise Harald Bauder, der mittlerweile in Kanada lebt oder André Kühnemund, den es in die USA verschlagen hat.

Beim Jubiläumsturnier waren im Fechtzentrum 18 Teilnehmer am Start, den Sieg holte sich das Team aus Thomas Nieß und Benjamin Weber vor André Kühnemund und Elke Bißdorf und dem Duo aus Simone Frey und Bianca Sommer. Nach dem Turnier bekräftigte Hans-Jörg Wilhelm, dass auch nach einem Vierteljahrhundert noch nicht Schluss sein soll: „So lange ich noch einen Degen halten kann, wollen wir nicht aufhören.“