Wechsel Vorzeige-Fechterin Sozanska zieht Schlussstrich

Einst Aushängeschild, nun kehrt sie dem HSB den Rücken: Degenfechterin Monika Sozanska geht nach Leipzig.
Einst Aushängeschild, nun kehrt sie dem HSB den Rücken: Degenfechterin Monika Sozanska geht nach Leipzig. © Foto: Eibner
Heidenheim / THOMAS GRÜNINGER 12.07.2013
Monika Sozanska wird ab 1. August nicht mehr für den Heidenheimer SB fechten. Die 30-Jährige, die im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen in London Platz zehn belegt hatte, wechselt zum FC Leipzig.

„Sie hat ihre Mitgliedschaft vor wenigen Tagen gekündigt“, bestätigte Jochen Kassel, Pressesprecher am Heidenheimer Fechtzentrum, auf Anfrage. Monika Sozanska, die insgesamt 14 Jahre für den HSB als Degenfechterinnen aktiv war, war für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen. Ihr Vater Piotr Sozanski wird als Bundestrainer weiterhin am Bundesstützpunkt und Landesleistungszentrum an der Virchowstraße tätig sein.

Nicht mehr sonderlich überrascht vom Abschied des einstigen HSB-Aushängeschildes zeigte sich Jochen Kassel. „Ich kann nachvollziehen, dass man irgendwann eine Luftveränderung braucht. Sie hat 14 Jahre für uns gefochten. Das man dann mal gehen möchte, ist irgendwie normal im Leben. Wir trennen uns nicht im Groll und wünschen ihr alles Gute und weiterhin viel Erfolg“, sagte Kassel.

Ausnahmefechterin Monika Sozanska, die zuletzt bei der Europameisterschaft in Zagreb Rang 17 im Einzel und Platz acht mit der Mannschaft belegt hatte, will mit ihrem Wechsel möglicherweise auch einen Schlussstrich unter ein Verfahren ziehen, das sie im November vergangenen Jahres auf die Anklagebank des Heidenheimer Amtsgerichts gebracht hatte.

Dort wurde sie zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie nach Überzeugung des Gerichts versucht hatte, mit einem anonymen Schreiben den Ruf eines Funktionärs zu schädigen und so dessen Entlassung zu erwirken. Sozanska legte Berufung gegen das Urteil ein. Am 23. Juli gibt es am Landgericht Ellwangen nun eine erneute Verhandlung.

Sportlich betrachtet schließt sich für die Degenfechterin mit dem Weggang aus Heidenheim eine äußerst erfolgreiche Zeit. 1994 hatte die gebürtige Polin mit dem Degenfechten begonnen und konnte bereits im Jugend- und Juniorenbereich nationale und internationale Erfolge verbuchen.

Seit 2004 steht sie im Aktivenbereich auf der Planche. Bei den Weltmeisterschaften 2008 (Peking) und 2009 (Antalya) wurde sie mit der Mannschaft jeweils Dritte, 2010 in Paris Zweite. Im Einzel gewann sie 2012 in Legnano die EM-Silbermedaille.

Auf den Traum von Olympia musste Monika Sozanska lange warten. 2012 konnte sie sich für die Spiele in London qualifizieren, wo sie den zehnten Platz im Einzel und Rang fünf mit der Degen-Nationalmannschaft belegte. In diesem Jahr bestätigte sie ihre gute Form mit einer Reihe starker Platzierungen bei Weltcup- und Grand-Prix-Turnieren, allen voran ein dritter Platz in Rio. Als nächstes steht die Weltmeisterschaft in Budapest auf dem Terminplan, die am 5. August beginnen wird.

„Sie wird sicher auch noch ab und zu in Heidenheim trainieren, schließlich sind wir Bundesstützpunkt“, glaubt Jochen Kassel.

Monika Sozanska lebte zuletzt in Heidenheim und in Schorndorf und ist weiterhin auch als Fotomodel tätig.
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