Handball TV Brenz und TV Steinheim sind beide nicht zufrieden

Aufmunternder Beifall: Sebastian Kieser startet morgen mit dem TV Steinheim in die Rückrunde.
Aufmunternder Beifall: Sebastian Kieser startet morgen mit dem TV Steinheim in die Rückrunde. © Foto: Oliver Vogel
Tina Lischka und Edgar Deibert 12.01.2018
Zum Rückrundenauftakt empfängt der TV Steinheim morgen Abend Friedrichshafen. Der TV Brenz ist dagegen bei der SG Lauterstein II zu Gast.

Wirklich viel Zeit zum Verschnaufen blieb den Handballern des TV Steinheim über die Winterpause nicht. Am 29. Dezember musste das Team nach Hinrundenende noch im Bezirkspokal ran (30:29-Sieg beim Bezirksligisten HSB), Anfang Januar startete dann bereits das Training für die Rückrunde.

Mit der Vorbereitung erst im neuen Jahr zu beginnen, war aber eine bewusste Entscheidung des Steinheimer Trainers Sebastian Kieser (ehemals Weber). „Einige Spieler waren gesundheitlich angeschlagen“, erklärt er die Regenerationspause.

Zudem war ein Vorbereitungsturnier am vergangenen Samstag geplant, was aber wegen zu vieler Absagen ausfallen musste. Um sich dennoch auf die anstehende Rückrunde einstellen zu können, traten die Steinheimer stattdessen in einem Testspiel gegen Schorndorf an. „Ich war ganz zufrieden. Die Fehlerquote war nach der längeren Pause okay“, beschreibt Kieser den Sieg und das Auftreten seiner Mannschaft. Die knappe Entscheidung mit 30:29 im Bezirkspokal gegen den HSB will er hingegen schnell abhaken und sich auf die Rückrunde konzentrieren.

TV Steinheim nicht zufrieden

Mit dem bisherigen Abschneiden in der Liga und dem siebten Platz ist Kieser allerdings nicht ganz zufrieden. „Das ist unter unseren Wunschvorstellungen“, gibt er zu. Seine Erklärung für die Platzierung im Mittelfeld sind unter anderem die nachträglich aberkannten Punkte gegen Kuchen/Gingen. Auch die Niederlage gegen Uhingen sei unnötig gewesen, ebenso das knappe 35:36 in Vöhringen. „Das ist schon sehr ärgerlich“, sagt der Steinheimer Coach.

Dem Rückrundenstart blickt Kieser allerdings positiv entgegen: „Wir haben ein eher einfaches Auftaktprogramm,“ so Kieser über den nächsten Gegner HSG Friedrichshafen-Fischbach (10.). Auch danach seien mit Brenz (14. und damit Letzter) und Ravensburg (11.) noch nicht die „harten Brocken“ dabei. Im morgigen Heimspiel gegen die HSG (20 Uhr, Wentalhalle) hat der Steinheimer Coach vor allem den dünnen Kader des Gegners im Blick. „Wir werden versuchen, das Tempo hoch zu halten, um so die Breite unseres Kaders auszunutzen“, kündigt er an.

Steinheims Coach ist überzeugt, dass seine Taktik so aufgehen wird, auch wenn er urlaubsbedingt auf Daniel Mack verzichten muss. Mehrere Wochen wird er auch ohne Luca Kolb, der sich beim Skifahren verletzt hat, auskommen müssen. Dennoch gibt es keine Neuzugänge zur Winterpause. Stattdessen sollen Spieler aus der zweiten Mannschaft aushelfen.

Einen anderen Weg ging der TV Brenz. Aufgrund der heiklen Tabellensituation verzichtete das Schlusslicht auf eine trainingsfreie Zeit. Auf Eigeninitiative der Mannschaft, wie Bernd Dunstheimer erklärt. „Es bringt ja nichts, wenn ich es diktiere.“ Seine Mannschaft wisse, dass sie etwas aufzuholen habe. Und dies könne sie nicht, indem sie so weiter macht wie bisher. Vor allem gelte es, konditionelle Mängel zu beseitigen, so Dunstheimer weiter.

Brenz denkt auch an Abstieg

Hängen geblieben ist die zuletzt herbe 16:26-Heimpleite im letzten Spiel vor der Winterpause gegen den bis dahin Tabellenvorletzten Ravensburg. „Das war böse“, gibt Dunstheimer unumwunden zu. Nach einem ausgeglichenen Beginn zog der Gegner zunächst auf zwei Tore davon. Doch anstatt geduldig weiterzuspielen, agierten die Brenzer in der Folge zu hektisch und machten auch deshalb viele Fehler.

Über die gesamte Hinserie hinweg betrachtet, bedauert Dunstheimer, dass viele Spieler, so etwa im Rückraum, verletzt ausgefallen seien. Dadurch hätten die erfahreneren Akteure kaum eine Entlastung erfahren, was sich letztlich auch auf die Ergebnisse ausgewirkt hätte.

Ganz der Trainer zeigt sich Dunstheimer weiterhin optimistisch, was den Klassenerhalt angeht. „Mit zwei, drei Siegen wären wir wieder voll im Geschäft“, sagt der 43-Jährige. Allerdings dürfe man auch nicht blauäugig sein. Auch mit einem möglichen Abstieg müsse man sich beschäftigen, fügt Dunstheimer an.

Noch haben die Brenzer aber 13 Spiele, um das drohende Unheil abzuwenden. Morgen Abend gastiert die Mannschaft von Bernd Dunstheimer bei der SG Lauterstein II (19.30 Uhr), die momentan den sechsten Tabellenplatz belegt. Diesen hatten die Brenzer Ende 2016 inne, als sie als damaliger Aufsteiger eine beeindruckende Hinrunde hinlegten. „Vielleicht fühlen sie sich etwas zu sicher und geben gegen uns nicht einhundert Prozent“, äußert Dunstheimer die Hoffnung, zum Rückrundenauftakt durchaus etwas zählbares holen zu können.

Zudem: Lauterstein II holte lediglich vier seiner 16 Punkte zu Hause. „Auswärtspunkte sind in unserer Lage Gold wert“, weiß Dunstheimer.