Benefizgala Turnen ist Sport - aber genauso eine richtige Schau

günter Trittner 25.11.2012
Bühne frei hieß es am Samstagabend im Konzerthaus für zwölf Gruppen, die allesamt vom Publikum gefeiert unter Beweis stellten, dass Turnen Sport, aber genauso eine richtige Schau ist.

Zum zweiten Mal nach dem Auftakt 2010 in Unterkochen hatte der von Karlheinz Rössler geführte Turngau Ostwürttemberg eine Benefizgala zugunsten der beiden Kinderschutzbundvereine in den Landkreisen Heidenheim und Ostalb ausgerichtet.

Auch wenn das Konzerthaus nicht ausverkauft war, die Stimmung in den Sitzreihen war bestens. Die schwarz eingefasste Guckkastenbühne des Konzerthauses verwandelten die Turner in Tanzpaläste, in Prärien des Wilden Westens, in tiefgrünen Dschungel oder in Sportstudios. Apropos Turner. In diesen drei Stunden war das Turnen fast ausschließlich weiblich. Umso eindrücklicher konnte sich die Bolheimer Boygroup des SV ins Szene setzen, die als Kunstturner und reine Männerformation an den Barren gegangen war. Mit Krawatte und im Eiltempo brachten die Turner im Salto sogar Ballons zum Platzen.

Frenetischen Applaus gab es für die Drei Tenöre aus Steinheim, die in ihrer wirklich schrägen Interpretation von„Dein ist mein ganzes Herz“ die komischste Nummer beisteuerten. Für die erwünschte Zugabe reichte die körperliche Dehnfähigkeit des Trios dann nicht mehr.

Zugaben gewünscht

Zugaben hätte man sich aber genauso gewünscht von den in verschiedenen Ligen wettkampferfahrenden Turnerinnen des Heidenheimer Sportbunds, die am Schwebebalken begeisterten, von der Gymnastikgruppe Otto Grimminger des MTV Aalen, die ihre Meisterschaft im Umgang mit Bällen zeigte, oder dem FC Röhlingen, dessen Cowgirls beim Springen und Schwingen mit den roten Seilen schneller waren als das Auge schauen konnten.

Zwischen den vier Sportblöcken hatte zweimal der Liederkranz Ochsenberg seinen Auftritt, der sich unter anderem mit Songs von Udo Jürgens in die Herzen der Zuhörer sang.

Mit„Da Capo“ wechselte die Bühnenszenerie an die Waterkant. Im von der Marine inspirierten Dress durchtanzten die Turnerinnen der SSV Hermaringen im Tempo des Rock 'n' Roll eine ganze Nacht. Und wieder ein Umschwung mit Akro-Bot aus Abtsgmünd. Bunt maskiert ließen sie den Dschungel aufleben. Unter anderem mit Hiphop warteten die elfköpfigen Power-Rangers aus Wasseralfingen auf.

Turnen, Tanz, Sportgymnastik, daraus woben die meisten Gruppen ihre Figuren und ihre Choreographien. Das Duo Schulz/Kastler, hervorgegangen aus dem Dettinger Turnern und einer Chorgemeinschaft, stellte im Liebesduo„Dir gehört mein Herz“ aus dem Musical„Tarzan“ Sport und Musik Seite an Seite: Sie singt, er schwingt am Barren.

Mit Tina-Turner-Perücke holten die zwölf Frauen des SV Lautern das leichte Leben auf die Bühne zurück und zeigten, welcher Rhythmus in Pet-Flaschen steckt. Die 18 Mädchen des TSV Großdeinbach verknüpften ihren Showblock mit unglaublicher Geschicklichkeit mit Seilen und bunten Bällen.

Nicht ohne Grund waren die Avanti-Chicks aus Hüttlingen zum Abschluss vorgesehen gewesen. Die 30 Frauen verwandelten sich nicht nur aus einer Raupe zu Schmetterlingen, mit ihren filigranen und zugleich mächtigen Körperbildern füllten sie die ganze Bühne.„Sport ist wichtig in unseren Kommunen.“ Wer hätte den eingangs ausgesprochenen Satz von Oberbürgermeister Ilg nach diesen drei Stunden bestreiten wollen?