Steinheim / Thomas Jentscher Bei einem Sieg in Vöhringen könnte der TV noch Meister werden – allerdings nur wenn die zwei führenden Teams patzen.

Wer hätte das gedacht? Nun haben die Steinheimer Handballer am letzten Spieltag der Landesligasaison doch noch die Chance, Meister zu werden – allerdings eine verschwindend geringe. Der TV (39:11 Punkte) muss sein Auswärtsspiel in Vöhringen gewinnen, was schwer aber nicht unmöglich ist, gleichzeitig müssen aber Tabellenführer Altenstadt und Reichenbach (beide 40:10) ihre Partien verlieren, was dann doch ziemlich weit am Rand des Vorstellbaren liegt. Alle Spiele beginnen am Sonntag um 17 Uhr.

„Wenigstens ist es noch spannend, das hätte vor vier Wochen auch keiner mehr gedacht“, freut sich TV-Trainer Sebastian Kieser auf das Saisonfinale. Gleichzeitig ist er realistisch genug, zu wissen, dass es wohl bei Rang drei für sein Team bleiben wird.

Lösbare Aufgaben für die Konkurrenz

Der TV Altenstadt, der aufgrund des direkten Vergleichs vorn liegt, hat am Sonntag ein Heimspiel gegen BW Feldkirch, traditionell nicht gerade die stärkste Auswärtsmannschaft. Die Altenstädter haben keine Personalsorgen und sind wild entschlossen, nach vier Jahren Abstinenz in die Württembergliga zurück zu kehren. Und auch wenn das Feldkircher Team seinem scheidenden Trainer noch eine gute Leistung zeigen will, wäre ein Auswärtssieg eine mittelprächtige Sensation, zumal es für die auf Platz zehn liegenden Österreicher um nichts mehr geht.

Schwieriger erscheint die Aufgabe des TV Reichenbach beim heimstarken Tabellenfünften Bad Saulgau. Aber auch hier rechnet Kieser mit einem Sieg des Favoriten, denn Saulgau hat derzeit große Personalsorgen.

„Wollen nicht die Dummen sein“

Mit aller Kraft um einen Sieg kämpfen, wollen die Steinheimer dennoch, denn nichts wäre schlimmer als wenn Altenstadt und Reichenbach tatsächlich patzen und der TVS die Chance nicht nützt. „Wir wollen auf keinen Fall als die Dummen der Liga dastehen“, sagt Kieser, der dabei mit einer anspruchsvollen Aufgabe rechnet. Schon das Hinspiel gegen Vöhringen gewann seine Mannschaft vor heimischer Kulisse nur hauchdünn mit 36:35.

Wittlinger fällt aus

Besonders gefährlich beim Gegner ist Mitte-Spieler Stefan Beljic. Mit einer engen Deckung konnte der TV seine Kreise etwas einengen, aber nach Freiwürfen war der Vöhringer immer wieder zur Stelle, erzielte letztlich acht Treffer. „Das muss dieses Mal besser klappen“, hofft Kieser, der insgesamt in einem besseren Abwehrverhalten den Schlüssel zum Sieg sieht. Allerdings muss er auf Torjäger David Wittlinger verzichten, der sich eine Bauchmuskelzerrung zugezogen hat. Zudem ist der Einsatz von Jannik Bühler (Schulterprobleme) fraglich.

Wenn es keine dicke Überraschung gibt, müssen die Steinheimer Aufstiegspläne also auf nächstes Jahr verschoben werden. Aufgrund der Spielklassenreform werden dann voraussichtlich drei oder vier Mannschaften den Sprung nach oben schaffen – allerdings nur in die neu gegründete Verbandsliga.