Tennis Stefan Linke kehrt dem HSB aprupt den Rücken

Ihr Areal am Rauhbuch haben die HSB-Tennisspieler behauptet, eine Fusion mit dem TC Heidenheim ist gescheitert. Der bisherige Vorsitzende Stefan Linke (kleines Bild) wird den Weg aber überraschenderweise nicht mitgehen.
Ihr Areal am Rauhbuch haben die HSB-Tennisspieler behauptet, eine Fusion mit dem TC Heidenheim ist gescheitert. Der bisherige Vorsitzende Stefan Linke (kleines Bild) wird den Weg aber überraschenderweise nicht mitgehen. © Foto: Luftbild Geyer
Heidenheim / Thomas Jentscher 17.12.2016
Tennis: Stefan Linke, der Vorsitzende der HSB-Tennisabteilung, hat unerwartet und über Nacht sein Amt niedergelegt. Wie geht's nun weiter?

Das lief weniger auf die feine englische Art: Stefan Linke, der Vorsitzende der HSB-Tennisabteilung, ist auf recht abrupte Art und Weise von seinem Amt zurückgetreten. Er tat dies bereits am 30. November mit einer kurz vor 22 Uhr an seine Vorstandsmitglieder verschickten E-Mail.

Als Grund führt der 49-Jährige Differenzen mit einzelnen Mitgliedern dieses sechsköpfigen Vorstandes an, denen er vorwirft, Beschlüsse mehrfach nicht akzeptiert zu haben. Aus Linkes Sicht hätten diese Vorstandsmitglieder versucht, eigene Standpunkte nachträglich gegen den Rest ihrer Kollegen durchzusetzen.

Konkret entzündete sich der Streit möglicherweise an der Frage über die Bildung eine Spielgemeinschaft im Jugendbereich. Die Gründe für seinen Abschied teilte Linke in der besagten E-Mail mit, für eine Stellungnahme gegenüber der Heidenheimer Zeitung war er trotz zahlreicher Versuche nicht zu erreichen.

Im Vorstand kann man Linkes Begründung nicht nachvollziehen, zumal noch wenige Tage vor dem Rücktritt eine Klausur-Vorstandssitzung stattfand, die harmonisch verlaufen sei und aus Sicht aller Beteiligten zu konstruktiven Ergebnissen geführt habe. Vor allem beklagen Linkes Funktionärskollegen, dass dieser nicht das Gespräch gesucht, sondern sich mitten in seiner Amtszeit und auf elektronischem Wege verabschiedet habe.

Die Amtszeit von Linke, der auch Bezirksvorsitzender ist, hätte eigentlich erst im April 2018 geendet. Bis zur nächsten Hauptversammlung im Frühjahr 2017 wird der verbliebene Vorstand die Abteilung kommissarisch führen. „Die meiste Arbeit ist zu diesem Zeitpunkt des Jahres ja zum Glück schon getan“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende Carola Straub-Kordon, die nun verstärkt die Geschäfte leitet.

Neuwahl im Frühjahr

Ob sie sich um Linkes Nachfolge bewirbt, hat sie noch nicht entschieden. „Bis zur Hauptversammlung halte ich auf jeden Fall die Stellung“, erklärt Straub-Kordon und sieht die HSB-Abteilung insgesamt auf einem guten Weg. So kamen vergangenen Sommer einige Jugendliche in der Abteilung hinzu, fürs nächste Jahr wird man bei der Jugend und den Damen Spielgemeinschaften mit den SV Mergelstetten bilden.

Erst im Frühjahr stand die rund 230 Mitglieder zählende HSB-Tennisabteilung vor einer schwierigen Weichenstellung. Eine Fusion mit dem Tennisclub Heidenheim stand zur Debatte – diese wäre mit einer städtischen Förderung für neue Anlagen in Höhe von einer Million Euro, aber auch mit der Aufgabe des angestammten Areals am Rauhbuch verbunden gewesen. Relativ klar sprachen sich die Mitglieder gegen diese Fusion aus, Linke wäre dagegen persönlich für ein Zusammengehen mit dem TC gewesen.

Dies sei nun aber nicht der Grund für den Rücktritt. Auch unmittelbar nach der gescheiterten Fusion im April hatte Linke erklärt, sein Amt weiterhin voll motiviert ausüben zu wollen. Gleichzeitig habe er aber die Frage gestellt, wo denn in Zukunft die Mittel für Sanierung von Hallenboden, Freiplätzen, Tennis-Chalet und anderen Bereichen der HSB-Tennisanlage herkommen sollen.