Heidenheim 17 Homeruns: Mitch Nilsson, was ist Ihr Geheimnis?

Mitch Nilsson startet am Wochenende mit den Heidenheim Heideköpfe ins Halbfinale gegen Solingen.
Mitch Nilsson startet am Wochenende mit den Heidenheim Heideköpfe ins Halbfinale gegen Solingen. © Foto: Archiv/Kalle Linkert
Heidenheim / Thomas Jentscher 07.09.2018
Mitch Nilsson bestreitet am Wochenende mit den Heidenheim Heideköpfen die ersten beiden Spiele der Halbfinalserie gegen Solingen und verrät im Interview wie man in einer Saison 17 Homeruns oder mehr schlägt.

Nun wird's ernst für die besten deutschen Baseballteams, am Wochenende beginnen die Halbfinalserien um die deutsche Meisterschaft. Die Heidenheim Heideköpfe treffen dabei auf die Solingen Alligators und wollen in den beiden Heimspielen am Samstag und Sonntag (jeweils 14 Uhr) den Grundlage für den erneuten Finaleinzug (es wäre der sechste) legen. Seinen Teil dazu beitragen wird Mitch Nilsson. Der 27-jährige Australier läuft das zweite Jahr für den HSB auf und spielt bisher eine glänzende Saison.

Wenn wir richtig gezählt haben, gelang Ihnen am Wochenende der 17. Homerun der Saison – die kompletten Teams einiger Ligakonkurrenten haben nicht so viele. Was ist das Geheimnis Ihres Schwungs?

Mitch Nilsson: Ich denke, da gibt es kein Geheimnis, das ist einfach das Ergebnis der Arbeit über viele Jahre hinweg. Aber man darf nicht zu viel wollen. Man sollte nicht versuchen, Homeruns zu schlagen, sondern einfach den Ball hart zu treffen. Ich bin diese Saison auch verletzungsfrei, habe keine Knieprobleme mehr und kann beim Schwung meine Beine besser einsetzen, habe eine bessere Balance.

Baseball ist ein Mannschaftssport, aber in der Batter's Box ist jeder allein. Was sind Ihre Gedanken, wenn sie auf den Wurf des gegnerischen Pitchers warten?

Das kommt auf die Situation an. Ob Runner auf Base sind, wie viele Leute schon aus sind. Ich setze mich nicht unter Druck. Wir haben ein gutes Team und ich weiß, dass die Jungs nach mir ihren Job machen. Das ist auch wichtig – einer allein kann es im Baseball nicht richten.

Gibt es ein besonderes Ritual vor dem Schlag?

Nein, ich bin keine abergläubische Person. Ich versuche, meine Bewegung so einfach wie möglich zu halten.

Gegen Mainz gelangen Ihnen kürzlich drei Homeruns in einem Spiel – gab es das schon einmal zuvor?

Einmal ist mir das schon gelungen, als ich in Tschechien gespielt habe. Aber das ist schon etwas besonders. Ich hatte eine Menge Spiele mit zwei Homeruns, aber dass ich zweimal sogar drei schaffe, hätte ich nicht gedacht. Das sind diese besonderen Tage, das siehst du plötzlich alles.

Es ist Ihre zweite Saison in Heidenheim, was ist in diesem Jahr anders?

Nicht viel, die Mannschaft ist weitgehend die gleiche. Wir haben den Titel geholt und wollten so weiter spielen und das gelingt uns bisher auch.

Vergangene Runde hatten Sie Verletzungsprobleme, ist nun alles in Ordnung?

Ja, alles ist perfekt. Ich kam dieses Jahr etwas später hier an, weil ich eine Operation am Knie hatte. Ich hätte zwar nach der Saison in Australien zwar spielen können, habe aber immer gespürt, dass im Knie etwas nicht stimmt. Nach der OP und sechs Wochen Pause ist nun aber alles bestens, ich fühle mich so fit wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Das ist mittlerweile auch mein Hauptziel: gesund bleiben. Als ich in den USA als Catcher gespielt habe, hatte ich viele Probleme mit meinen Knien und auch eine OP am Arm. Jetzt ist alles gut, und um die Catcher-Position mache ich einen großen Bogen.

Die Heideköpfe haben die Regular Season und die Play-off-Runde im Süden dominiert. Läuft alles perfekt oder sehen Sie auch Probleme?

Wir haben im Moment einige Verletzte, das ist ein Problem. Aber ich denke, dass sie alle bis zum Finale zurück kehren können. Dann sind wir bereit.

Was für Spiele erwarten sie im Halbfinale gegen Solingen?

Ich habe noch nie gegen sie gespielt, aber wir sind in den Top-4 in Deutschland, da ist jedes Spiel hart. Es wird wahrscheinlich um ein, zwei Punkte gehen, es werden Kleinigkeiten entscheiden. Wir müssen uns aufs erste Spiel konzentrieren, dürfen noch nicht weiter denken.

Solingen war in den letzten Jahren eine Art Angstgegner für die Heideköpfe . . .

Wirklich? Wenn unser Plan aufgeht, wird das nicht länger ein Angstgegner sein. Die Teams haben sich verändert: Neues Heidenheim, neues Resultat.

Wenn Heidenheim das Finale erreicht, ist der Gegner voraussichtlich Bonn. Sie haben bisher eine Bilanz von 40:0 Siegen – sind die Capitals unschlagbar?

(verzieht das Gesicht) Nein. Sie sind gut, 40:0 ist wirklich beeindruckend. Aber wir haben sie vergangenes Jahr auch besiegt.

Wie es auch endet, Mitte Oktober ist die Saison vorüber – was kommt dann?

Ich gehe zurück nach Brisbane und spiele für sie in der ABL (die australische Profiliga). Große Pause habe ich keine, vielleicht zwei Wochen.

Wie viele Spiele bestreiten Sie dort?

Es sind meistens vier Spiele die Woche, insgesamt so 50 und dann eventuell die Play-offs. Aber das ist okay, ich habe nicht das Gefühl, dass ich eine Pause brauche.

Gibt es eine Chance, Sie 2019 wieder im Dress der Heideköpfe zu sehen?

Es gibt immer eine Chance. Man kümmert sich hier sehr gut um mich, ich liebe das Programm hier, die sehr gute Anlage. Ich weiß noch nicht, was kommt. Möglicherweise arbeite ich auch für ein Profiteam in Australien oder Asien, vielleicht bin ich auch mit der australischen Nationalmannschaft unterwegs. Aber wenn nicht, dann komme ich sehr gerne wieder nach Deutschland.

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