Heidenheim / Thomas Jentscher Einem knappen 5:4 der Heidenheimer Baseballer gegen die Stuttgart Reds folgt ein klares 2:9.

Selten begann die neue Baseballsaison bei so gutem Wetter, selten plagten Manager und Trainer Klaus Eckle aber auch zum Start der Runde solche massiven Personalsorgen. Dementsprechend konnte er mit der Punkteteilung (5:4 und 2:9) gegen ein starkes Stuttgarter Team letztlich leben.

Viele Ausfälle bei Heidenheim

Mit Andrew Campbell und Philip Schulz, die beide noch in Australien um die Meisterschaft spielen, Ludwig Glaser (beruflich verhindert), Mike Bolsenbroek (mit der niederländischen Nationalmannschaft im Einsatz) und Marcel Giraud (noch am College) fehlten den Heideköpfen zum Saisonauftakt am Samstag gleich fünf wichtige Spieler. Als Werfer trat Enorbel Marquez an und zeigte gleich, dass er mit seinen 44 Jahren immer noch zu den Top-Pitchern in Deutschland gehört.

Aber auch der Stuttgarter Horvatic zeigte eine starke Leistung und so tat sich in den ersten drei Innings nichts. Im Rückschlag des vierten Durchgangs bot sich dann durch einen Fehler der Gäste die erste Chance und diese nützten die Heidenheimer konsequent, Gary Owens und Johannes Krumm brachten mit ihren Schlägen die ersten beiden Punkte nach Hause.

Die mit zwei Kroaten, einem Amerikaner, einem Spanier und einem Schweden antretenden Stuttgarter gaben sich aber noch lange nicht geschlagen. Im siebten Inning verkürzte Xavier Gonzales per Homerun und im folgenden Spielabschnitt gelang den Reds der Ausgleich, wobei eine überragende Abwehraktion von Centerfielder Gary Owens und Catcher Fernando Escarra Schlimmeres verhinderte – statt der Führung für die Gäste gab es das dritte Aus an der Homeplate.

Im Rückschlag drehten die HSBler dann noch einmal auf. Simon Gühring und Shawn Larry brachten ihr Team wieder in Front, Escarra schlug dann bei 0 Balls und zwei Strikes einen ganz wichtigen Hit zum 4:2. Kurz nachdem der junge Elian Gentner, der am dritten Base ein gutes Spiel machte, einen weiteren Hit folgen ließ, kam dann Escarra auf einen „Wild Pitch“ zum 5:2 nach Hause.

Seyfried macht den Sack zu

Und trotzdem wurde es nochmals spannend, denn im neunten Inning fügte der eingewechselte Werfer Logan Grigsby – der allerdings auch angeschlagen ins Spiel ging – seinen unglücklichen Auftritten für die Heideköpfe einen weiteren hinzu. Nach zwei Walks und zwei Hits hatten die Stuttgarter bei erst einem Aus auf 5:4 verkürzt. Eckle reagierte und brachte Patrick Seyfried. Und dem langjährigen Werfer der Heideköpfe II, der sich immer wieder in den Dienst der ersten Mannschaft stellt, gebührt großes Lob. Mit seinen Würfen zwang er die Schlagleute Nr. 1 und 2 der Gäste zu hohen Bällen, die aus der Luft gefangen wurden – damit war der knappe Sieg unter Dach und Fach. Bester Schlagmann der Heideköpfe war Larry (3 von 4), insgesamt gingen acht der neun Heidenheimer Hits auf das Konto der ersten vier Schlagleute.

Pleiten, Pech und Pannen

Am Sonntag lief dann in Spiel zwei so ziemlich alles schief. Pitcher Bolsenbroek war zwar mittlerweile eingetroffen, nach einer harten Trainingswoche und langer Autofahrt aber ganz offensichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Der Niederländer gab in gut fünf Innings 13 Hits und zwei Walks ab, wurde zudem immer wieder von seiner Feldverteidigung im Stich gelassen. Letztlich standen zwei Errors zu Buche, es gab aber viele weitere Unsicherheiten, verpasste Aus bei Steals der Stuttgarter und ähnliches.

Auf der anderen Seite machten die Heideköpfe gegen Reds-Pitcher Dustin Ward keinen Stich. Der Linkshänder, 2017 bester Werfer in der Nord-Gruppe der 1. Liga, kam in sieben Innings auf zehn Strike-outs, profitierte aber auch von einer sehr großzügigen Strike-Zone des Unparteiischen. In den ersten acht Innings gelang den HSBlern nur ein einziger Hit (durch Youngster Elian Gentner) – an so eine Bilanz kann man sich kaum erinnern.

Bis zum sechsten Durchgang hielten die Platzherren immerhin ein 0:3 und es durfte im gut gefüllten Ballpark noch gehofft werden. Doch ein Fehler von Seyfried läutete dann eine Rallye der Gäste ein. Auch zwei Pitcher-Wechsel nützten nichts mehr, die Gäste zogen auf 8:0 davon und die Entscheidung war gefallen. Erst im neunten Inning kamen die Heideköpfe gegen eingewechselten Ruben Kratky nochmals zum Zug, holten mit vier Hits zwei Punkte und gestalteten das Ergebnis wenigstens etwas freundlicher.

Natürlich kann ein Spiel gegen einen starken Werfer wie Ward auch mal verloren gehen, zumal in der derzeitigen Besetzung. So unkonzentriert und ohne die rechte Körperspannung sollte sich das Heidenheimer Team aber nicht mehr präsentieren, wenn es auch in diesem Jahr wieder für die Play-offs reichen soll.

Heidenheim Heideköpfe – Stuttgart Reds 5:4 / 2:9

Hits: 9:8 / 5:15, Errors: 1:1 / 2:0, Zuschauer 300 / 350

Heideköpfe: Gühring (2B/DH; 1 Hits bei 7 Schlagversuchen), Larry (LF; 4/7, 1 Double, 1 RBI, 1 Walk), Owens (CF/P; 3/6, 1 Double, 1 RBI, 2 Walks), Escarra (C; 2/8, 2 RBI), Krumm (1B; 1/8, 1 Double, 2 RBI), Gentner (3B; 3/8), Buck (RF/CF; 0/6, 1 Walk), Tsopatalo (DH; 0/6), Liedtke (SS/P; 0/7), Seyfried (2B/3B/P; 0/2)

Was der Trainer meinte

Mit dem Saisonauftakt konnte Heideköpfe-Coach Klaus Eckle natürlich nicht zufrieden sein, schränkt aber ein: „Wir haben Spiel zwei gegen einen ausgezeichneten Pitcher verloren und irgendwie lief auch alles gegen uns. Allerdings dürfen wir nicht solche Böcke in der Verteidigung bauen.“

Nächstes Wochenende stehen nun zwei Spiele in München bei den Haar Disciples an, die noch ein bisschen stärker als Stuttgart einzuschätzen sind. Immerhin kommt für diese Partie Ludwig Glaser zurück, auf ihre weiteren Verstärkungen müssen die Heidenheimer noch warten. Wenn alles gut geht, kommen Andrew Campbell und Philip Schulz dann kurz vor den Partien in Regensburg und wenn es noch besser läuft, findet bis dahin auch noch ein weiterer Werfer den Weg nach Heidenheim. tj