Herbrechtingen SHB zwischen Ligaalltag und Zukunftsplanung

Kraftvoll zum Abschluss: Am Sonntag, 18. Februar, ist die SHB um Tim Albrecht (am Ball) bei Tabellenführer TSV Zizishausen zu Gast. Zur kommenden Saison wechselt Albrecht zum Ligakonkurrenten TSV Wolfschlugen.
Kraftvoll zum Abschluss: Am Sonntag, 18. Februar, ist die SHB um Tim Albrecht (am Ball) bei Tabellenführer TSV Zizishausen zu Gast. Zur kommenden Saison wechselt Albrecht zum Ligakonkurrenten TSV Wolfschlugen. © Foto: Oliver Vogel
Herbrechtingen / Edgar Deibert 15.02.2018
Am Sonntag, 18. Februar, sind die Handballer der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim bei Spitzenreiter Zizishausen gefordert. Tim Albrecht, der ab nächster Saison für den TSV Wolfschlugen spielt, glaubt dennoch an eine Chance.

Es ist das erste Spiel, nachdem Trainer Sandro Jooß erklärt hat, über das Saisonende hinaus den Handballern der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim (SHB) nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Am Sonntag geht's für den um den Klassenerhalt kämpfenden Tabellenzehnten zum Spitzenreiter TSV Zizishausen (17 Uhr, Theodor-Eisenlohr-Sporthalle).

Nachdem bei der SHB in den vergangenen Jahren in Ruhe und mit entsprechendem Erfolg gearbeitet werden konnte, fordern die Planungen für die Nach-Jooß-Ära die Verantwortlichen heraus. So stand Jooß für Kontinuität, nun muss für den 34-Jährigen ein Nachfolger gefunden werden. Keine einfache Situation für den ranghöchsten Handballverein im Landkreis Heidenheim. Schließlich ist die Ligazugehörigkeit in der kommenden Saison noch unklar, auch wenn die Spielgemeinschaft sich in einer guten Ausgangslage befindet.

Zudem kam die Ankündigung von Jooß, nach knapp 19 Jahren bei der SHB zunächst einen Schlussstrich zu ziehen, für den inneren Zirkel der Handballabteilung nicht wie aus heiterem Himmel. Mit „zwei bis drei“ Kandidaten für die Trainernachfolge befinde sich die SHB bereits im Gespräch, sagt Jochen Gerstlauer. Es gebe allerdings noch nichts konkretes, so der Pressesprecher weiter. Eine Lösung soll aber möglichst in den kommenden zwei bis drei Wochen präsentiert werden.

Namhafte Abgänge bei der SHB

Eine weitere Baustelle tut sich jedoch beim Thema Spielerkader auf, denn es wird einige Abgänge geben, die allerdings nichts mit dem Ende der Ära Jooß zu tun haben. So kann Max Schütz aus zeitlichen Gründen nicht mehr weitermachen. Doch nicht nur für diesen Leistungsträger, der die Mannschaft geprägt hat, muss die SHB einen Ersatz finden. Auch bei Oliver Aeugle stehe laut Gerstlauer noch nicht fest, ob er der SHB in der kommenden Saison zur Verfügung stehen wird.

Bei Torhüter Steffen Maier stehen die Zeichen ebenfalls auf Abschied. Seit der Verpflichtung von Luka Orsolic stand Maier nicht mehr im Kader, eine etwaige Rückkehr zum TV Steinheim ist dem Vernehmen nach nicht ausgeschlossen.

Orsolic wiederum wurde zunächst einmal bis Saisonende verpflichtet. Ein Wackelkandidat ist aber wohl auch Manuel Stelzer, der vor Saisonbeginn aus Schwäbisch Gmünd kam und in Mögglingen wohnt. Neuverpflichtungen gibt es noch nicht zu vermelden. Doch neben nötiger externer Verstärkung hofft die SHB erneut Spieler aus der zweiten Mannschaft und der A-Jugend einbauen zu können, so Pressesprecher Gerstlauer.

Tim Albrecht nach Wolfschlugen

Dabei wiegt der bevorstehende Abgang von Tim Albrecht besonders schwer. Der Rückraumshooter, der in dieser Saison bislang 107 Treffer (davon 36 Siebenmeter/die SHB hat insgesamt 442 Tore auf dem Konto) in 16 Spielen erzielt hat, wird den Verein Richtung des TSV Wolfschlugen (ebenfalls Württembergliga) verlassen. Der 21-Jährige studiert nämlich Informatik im knapp 34 Kilometer entfernten Tübingen. „Das Studium wird sicherlich schwieriger“, begründet Albrecht seinen Entschluss mit erhöhtem zeitlichen Aufwand.

Noch fünf Heimspiele für die SHB

Den Blick hat der Linkshänder allerdings momentan ganz auf den Ligaalltag gerichtet. Zwar sei es schon etwas „komisch“ gewesen, nach der Ankündigung von Sandro Jooß. Es habe sich allerdings dadurch auch nicht viel verändert. „Keiner steckt bei uns den Kopf in den Sand. Unser Ziel lautet nach wie vor Klassenerhalt“, macht Albrecht deutlich und hofft, dass sich die SHB in der Liga etablieren kann.

Hoffnung macht ihm dabei etwa, dass die SHB noch fünf Heimspiele (bei vier Auswärtspartien) bestreitet. Und auch am Sonntag in Zizishausen sieht Albrecht seine Mannschaft nicht chancenlos. Bis auf auf die 23:32-Heimniederlage im Hinspiel habe die SHB nämlich immer gut mithalten können mit den „Schnaken“.

Geht Zizishausen ans Limit?

Die Rollen sind dabei am Sonntag nur dann klar verteilt, wenn seine Mannschaft ans Maximum geht, ist sich Georgios Chatzigietim, der jahrelang gegen Jooß gespielt hat, sicher. „Schwierig wird es für uns, wenn wir nicht über die vollen 60 Minuten taktisch diszipliniert auftreten“, erklärt der Zizishausener Spielertrainer.

Bei der doch überraschenden 29:31-Niederlage in Bad Saulgau vor knapp drei Wochen habe sich Zizishausen in gewissen Drucksituationen den Schneid abkaufen lassen, so Chatzigietim, der die „Schnaken“ schon zum dritten Mal betreut. Sein Team habe aber daraus gelernt und die Niederlage als eine Art Weckruf aufgefasst.

Ausblenden möchte Chatzigietim derweil, was sich gerade beim kommenden Gegner tut. Er ist sich aber sicher, dass die SHB-Spieler sich ordentlich von ihrem Trainer verabschieden möchten und deshalb „alles rausholen“ werden.