Heidenheim Heideköpfe verteidigen sensationell die Tabellenspitze

Beifall für die Fans und die eigene Leistung: Die Heideköpfe nach dem spektakulären 15:0-Sieg gegen Regensburg.
Beifall für die Fans und die eigene Leistung: Die Heideköpfe nach dem spektakulären 15:0-Sieg gegen Regensburg. © Foto: Kalle Linkert
Heidenheim / Nadine Rau 18.06.2018
Die Heidenheim Heideköpfe liefern gegen ihren direkten Verfolger Regensburg Legionäre zweimal eine sehr starke Leistung ab und gewinnen mit 15:0 und 12:6 – sechs Homeruns inklusive.

An diesem Spieltag ist vieles anders als an anderen Spieltagen im Ballpark: Zum einen erwarten die Heideköpfe-Fans ein Spitzenspiel gegen Regensburg, zum anderen steht ein Brautpaar auf dem Feld – der Bräutigam versucht sich gerade als Pitcher. Der Grund: Die zwei Baseball-Fans haben heute geheiratet und sind samt ihrer Hochzeitsgesellschaft da, um anzufeuern.

„Wir werden die neun Innings spielen, aber siegen. Und Gary Owens schafft einen Homerun“, tippt die Braut Verena Heinicke. Gute zwei Stunden später ist klar: Mit den neun Innings lag sie zwar falsch, mit dem Homerun hingegen goldrichtig. Und bei einem Homerun sollte es am Wochenende nicht bleiben: Ingesamt gelangen den Heideköpfen gegen Regensburg sechs davon, fünf alleine im ersten Spiel.

15:0-Abbruchsieg

Ein 15:0-Abbruchsieg war gegen die Regensburger, die man in den Hinspielen nur knapp besiegen konnte, nicht zu erwarten gewesen. Und anfangs sah es auch nicht danach aus: Bis zum fünften Inning gelang keiner der beiden Mannschaften auch nur ein Run: Regensburgs Pitcher Mike Bolsenbroek und Heidenheims Pitcher Luke Sommer machten einen guten Job, bis auf die erste Base oder darüber hinaus schaffte es kaum ein Spieler.

Aktiver waren da die 300 Zuschauer: Rätschen, Glocken, Pauken, Hupen – Dauerbeschallung im Ballpark. „Baseball kann grausam sein“, ertönt es, nachdem Tristan Hurler den Ball trifft, der aber genau im Handschuh des Pitchers landet. Simon Gühring indes trifft den Ball so, dass sein Schläger zersplittert. Nach dem anschließenden Hit by pitch sind die Bases geladen, aber dann: Groundout, drittes Aus – und immer wieder 0:0.

Erst im fünften Inning gelingt den Heideköpfen die 1:0-Führung. Sascha Lutz schlägt ein Double, Jay Pecci rückt nach seinem Schlag gleich nach, dann macht Schlagmann Gary Owens alles klar.

Knoten platzt in Inning fünf

Damit war der Knoten geplatzt: Bei mittlerweile 6:2 Hits für die Gastgeber kommt Simon Gühring und schlägt den Ball über den Zaun: 2-Run-Homerun, 3:0 für die Heideköpfe. Philip Schulz schlägt den nächsten Ball, ein Regensburger kommt zwar dran, lässt ihn aber fallen, zwei weitere Runs, 5:0. Die Heideköpfe sind nicht zu bremsen, nach Inning fünf steht es 7:0.

Im sechsten Abschnitt gelingen ihnen vier weitere Homeruns, sie profitieren vom schlechten Tag des eingewechselten Regensburger Pitcher Jonathan Eisenhut. „So konsequent haben wir das selten ausgenutzt“, so Trainer Klaus Eckle später. Auch Janis Muschik, Pitcher Nummer drei, konnte nichts mehr retten und so wurde nach dem siebten Regensburger Halb-Inning aufgrund der 10-Punte-Überlegenheitsregel mit 15:0 abgebrochen.

Zweites Spiel umkämpfter

Umkämpfter war das zweite Spiel. Wieder war das fünfte Inning entscheidend, bis dahin wechselten sich die beiden Teams mit der Führung ab: Auf das 1:0 für die Heideköpfe folgte das 3:1 für die Oberpfälzer, das wiederum die Heidenheimer in eine 4:3-Führung verwandelten. Nach Inning vier lagen die Heideköpfe, die zu wenig aus ihren Angriffen machten, mit 4:6 hinten.

Dann kam der Wendepunkt: Simon Gühring gelingt ein Hit, indem er den Ball durch die Beine des Pitchers hindurch schlägt, kurz darauf kommt er nach Hause und verkürzt auf 5:6. Binnen Minuten schrauben die Heideköpfe daraufhin das Ergebnis auf 10:6 hinauf. Wieder profitieren sie vom schlechten Pitching der Gäste – Nach seiner starken Leistung war William Greenfield zu diesem Zeitpunkt bereits von Philipp Meyer abgelöst worden.

Was das Publikum längst vermisste, war ein Homerun. Und tatsächlich gelang Mitch Nilsson dieses Kunststück: Im siebten Inning schlägt er einen 2-Run-Homerun zum 12:6 – was auch den Endstand bedeutete. Das Geheimnis des Erfolgs? „In ganz Deutschland spielt niemand so gut als Einheit zusammen wie wir“, sagt Trainer Eckle.

Homeruns ohne Ende

Fünf Homeruns in nur einem Spiel waren eine Sensation im Ballpark. Die Spieler der Heideköpfe tänzelten nur so über die Homeplate, wenn sie nach Hause kamen und punkteten.

38 Homeruns haben die Heideköpfe damit in der Regular Season bereits geschlagen. Das hat in der Vergangenheit kein Team aus dem Süden geschafft. Die Heidenheimer waren schon oft in diesem Bereich, auch Mainz hatte 2017 34, mehr aber nicht.

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