Heidenheim Ringkampf auf usbekische Art: Am Samstag ist Premiere

Den Gegner aus dem Stand heraus zu schultern: Darum geht es bei der usbekischen Kampfsportart Kurash.
Den Gegner aus dem Stand heraus zu schultern: Darum geht es bei der usbekischen Kampfsportart Kurash. © Foto: privat
Heidenheim / HZ 14.06.2018
Die Sambo-Abteilung des HSB wartet Samstag mit einer Wettkampf-Premiere auf.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Sambo-Abteilung des HSB wird am kommenden Samstag eine Kurash- Meisterschaft ausgetragen. Bei Kurash handelt es sich um eine Form des Ringkampfes auf usbekische Art. Beginn der Veranstaltung ist um 11 Uhr im Heidenheimer Sparkassen-Sportpark und im Voith-Sportzentrum.

Angefangen hat alles mit einem Integrationsprojekt der Sambo-Abteilung des HSB unter dem Slogan „Kurash macht Courage“ im Januar 2017. Es sollte dazu dienen, geflüchteten Jugendlichen den Zugang in die Vereinsgemeinschaft des HSB zu erleichtern. Kurash ist eine im mittleren asiatischen Raum sehr verbreitete Kampfsportart, die ursprünglich aus Usbekistan stammt, aber auch in Ländern wie Afghanistan, Syrien, Irak und den Republiken der ehemaligen Sowjetunion ein Begriff ist.

Übersetzt heißt Kurash etwa: auf ehrliche Weise das Ziel erreichen. Es geht darum, bei einem Ringkampf aus dem Stand heraus den Gegner mit dem Rücken auf den Boden zu legen.

3500 Jahre alte Sportart

Diese Art des Ringkampfs ist rund 3500 Jahre alt und gilt in den genannten Ländern (ähnlich wie Reiten und Bogenschießen) als Beweis für Tapferkeit und Kraft.

Da es zwischen Sambo und Kurash gewisse Gemeinsamkeiten gibt, hatten die HSBler die Idee, hier eine Brücke zu schlagen. Vor allem junge Menschen, die aus dem asiatischen Raum hierher kamen, wurden angesprochen. Diese Initiative wurde von Programm Integrationsoffensieve „IO“ des Sozialministeriums unterstützt.

Nach den ersten Berichten in der Heidenheimer Zeitung wurde auch usbekische Botschaft auf die Initiative des HSB aufmerksam. Der usbekische Konsul besuchte den HSB und sagte seine Unterstützung zu. Inzwischen wurde ein Antrag gestellt, das Programm weiterzuführen. Anfang 2018 wurde mit Unterstützung des Konsulats beschlossen, ein Kurash-Turnier in Heidenheim auszutragen.

Am Samstag nun findet der erste „Usbekische Generalkonsulat-Cup 2018“ statt. „Der Name ist im Moment noch etwas zu groß für so ein kleinen Turnier. Das ist aber erst der Probelauf. Mit jedem Turnier soll es größer werden und irgendwann wird der Name schon passen“, sagt der Heidenheimer Sambo-Abteilungsleiter Eduard Marker. Etwa 50 Kämpfer werden im Einsatz sein.

Neben interessanten und spannenden Kämpfen werden auch usbekische, kaukasische und moldawische Spezialitäten vom Grill und aus dem Holzofen angeboten. Dazu reist eigens ein usbekischer Koch aus Berlin an, der mit Zutaten arbeitet, die extra aus Taschkent eingeflogen wurden.

Um 11 Uhr geht die Veranstaltung mit einer Eröffnungsrede des Generalkonsuls Usbekistans los, dann tanzt die AWO-Mädchengruppe des Projekts „Schlau und couragiert – Gewalt verliert“. Die Gruppe nennt sich „Ethnodanceprojekt“. Danach geht es dann los mit den Kämpfen, die je nach Wetterlage in der Halle oder im Freien ausgetragen werden.

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