Baseball Offensivspektakel im Heideköpfe-Ballpark

Na wenn das keinen Spaß macht: Mitch Nilsson (rechts) schlug am Wochenende gleich vier Homeruns, der hier gratulierende Kollege Gary Owens steuerte auch noch einen bei.
Na wenn das keinen Spaß macht: Mitch Nilsson (rechts) schlug am Wochenende gleich vier Homeruns, der hier gratulierende Kollege Gary Owens steuerte auch noch einen bei. © Foto: Kalle Linkert
Baseball / Thomas Jentscher 30.07.2018
Bei den hart erkämpften 12:11- und 14:9-Siegen der Heidenheimer gegen starke Mainz Athletics sehen die Zuschauer insgesamt neun Homeruns – allein vier von Mitch Nilsson.

Da war mal wieder was los im Heideköpfe-Ballpark, die stets auf der Jagd nach verirrten Spielgeräten befindlichen Kinder kamen beim 12:11 und 14:9 der Heidenheimer über Mainz mit dem Einsammeln der über den Zaun geschlagenen Bälle gar nicht mehr hinterher.

Dabei waren die Siege alles andere als einfach, der deutsche Meister von 2016 erwies sich trotz seiner schlechten Ausgangsposition als der erwartet schwere Gegner. Am Freitagabend starteten die HSBler gut und führten nach vier Innings mit 3:0, doch im fünften Spielabschnitt hatte der bis dahin gut werfende Logan Grigsby erneut einen Einbruch. Eine Serie von Hits und Walks für die Gäste gipfelte in einem Homerun von Daniel Wolfraum-Bonell zum 3:7.

Mitch Nilssons große Show

Damit wurde das Offensivspektakel aber erst eröffnet. Mitch Nilsson antwortete mit seinem ersten Schlag über den Zaun, aber als Mainz' gefürchteter US-Profi Austin Gallagher ebenfalls den benachbarten Hockeyplatz ins Visier nahm, sah es beim 4:9 Mitte düster aus. Aber die Heideköpfe steckten nicht auf, den siebten Durchgang eröffneten Jay Pecci und Gary Owens mit Hits, dann verkürzte Nilsson mit seinem zweiten Homerun auf 7:9.

Die Athletics wechselten den Pitcher, es kam der eigentliche Starter James Watts. Lange brauchten die Heidenheimer nicht, um sich auf den Amerikaner einzustellen, was folgte war ein sensationelles achtes Inning: Hit Johannes Krumm, Homerun Sascha Lutz zum 9:9; Walk Pecci, Homerun Owens zum 11:9, Homerun Nilsson – sein dritter des Spiels – zum 12:9. Das reichte, auch wenn der mittlerweile werfende Clayton Freimuth im Schlussabschnitt noch etwas Probleme bekam und die Punkte zum 12:11 hinnehmen musste.

50 Minuten fürs erste Inning

Bei drückender Hitze nahm das Spiel am Samstagmittag dann einen ungewöhnlichen Verlauf. Heideköpfe-Werfer RJ Hively hatte schon im ersten Inning Probleme, nach zwei Hits und zwei Walks stand es 0:1, ein glänzendes Double-Play über Hively, Catcher Gühring und Glaser an der ersten Base verhinderte aber Schlimmeres.

Hively hatte nach dem dritten Aus schon 25 Würfe absolviert, der Mainzer Starter Conner Little sollte aber gar auf 55 kommen, ehe der erste Angriff der Platzherren beendet war. Bis dahin stand es nach vier Hits und fünf Walks 6:1 für die Heideköpfe und es waren sage und schreibe 50 Minuten gespielt. Doch aus einem klaren Erfolg wurde nichts, die Heidenheimer, bei denen der nach einer Kollision am Vortag leicht verletzte Nilsson (Bluterguss) geschont wurde, ließen Little wieder ins Spiel kommen, für die folgenden vier Durchgänge benötigte er weniger Würfe als für den ersten. Beide Pitcher litten unter der kleinen Strike-Zone des Umpires, auch Hively gab (trotz starker acht Strike-outs) immer wieder Walks und Hits ab. So glich Mainz im vierten Inning aus.

Auch Krumm schlägt übern Zaun

Dann trug sich auch der nach seiner langen Pause immer besser in Schwung kommende Johannes Krumm in die Reihe der Heidenheimer Homerun-Hitter ein. Doch die Gäste waren nun am Schlag wie aufgedreht, kamen letztlich auf 19 Hits – und verloren dennoch.

Nach sieben Innings lag der HSB 8:9 hinten, das achte aber sollte wie am Vortag ein besonderes werden. Little hatte nun doch 132 Würfe und wurde gegen Yannik Wildenhain ausgewechselt. Heideköpfe-Trainer Klaus Eckle brachte Nilsson für einen Kurzeinsatz und der machte genau da weiter, wo er am Vortag aufgehört hatte: mit einem Homerun.

Das war aber erst der Anfang, zwei Walks sowie Hits von Gühring und Glaser, ein Triple von Hurler und ein Double von Krumm brachten das 14:9. Mit diesem Ergebnis, das den Spielverlauf sicher nicht ganz widerspiegelte, endete dann auch die Begegnung.

„Man hat gesehen, dass Mainz zusammen mit uns die beste Offensive hat“, kommentierte Eckle das Spektakel. Natürlich war er mit den Auftritten der Werfer nicht ganz zufrieden. „Sie sind durch die Pause auch etwas aus dem Rhythmus gekommen – aber klar, da müssen wir noch besser werden.“ In der Top-4-Runde haben die Heideköpfe dadurch ihren Vorsprung weiter ausgebaut, führen jetzt mit 25:5 Siegen für Regensburg (21:9).

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