Cheerleading Niederstotzinger Cheerleader als Vorgruppe bei der Stuttgarter Turn-Gala

Tina Lischka 09.01.2018
Die Niederstotzinger Showtanzgruppe „Joy of Life“ wurde ausgewählt, um am Sonntag die Turn-Gala in der Porsche-Arena zu eröffnen.

Eins, zwei, drei und hopp – schon steht eines der Mädchen auf den Schultern eines anderen. Die Hebefiguren sind waghalsig, aber die Cheerleader der Gruppe „Joy of Life“, also Lebensfreude, haben alles im Griff. Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen in der Niederstotzinger Stadthalle für den großen Auftritt bei der Stuttgarter Turn-Gala am Sonntag, 14. Januar. Zum ersten Mal werden die Cheerleader dann vor 6000 Zuschauern in der Porsche-Arena auftreten. Nervosität ist da ganz normal – vor allem, wenn man bedenkt, dass die Truppe die Show als Vorgruppe eröffnen darf.

Über die Feiertage standen deshalb zusätzliche Trainingseinheiten an, denn die Choreographie muss bis zum letzten Schritt perfekt sitzen. Einen Vorteil haben die Cheerleader dabei: Sie tanzen ihre Nummer aus der vergangenen Saison. „Für eine neue Choreographie wäre die Zeit zu knapp gewesen“, weiß Dyana Müller, Vorsitzende der Sportgemeinschaft Niederstotzingen, die selbst schon lange bei der Gruppe mitwirkt.

Vom Fasching bis zum Handball

Aus amerikanischen Filmen und mittlerweile auch in einigen Sportarten in Deutschland kennt man Cheerleader, die das Team anfeuern und die Zuschauer animieren. In Niederstotzingen hingegen haben sich einige Gleichgesinnte einfach als eine Art Showtanztruppe zusammen gefunden.

Diese nimmt jedes Jahr an zwei bis drei Wettkämpfen teil und hat bisher immer mit sehr guten Bewertungen abgeschnitten. Ansonsten kann man sie für Feste buchen und sie treten beim Fasching oder – dann wie die klassischen Cheerleader – bei Handballspielen auf.

Inzwischen gibt es neben dieser Formation auch jüngere Cheerleadergruppen. Von Vorschulkindern ab vier Jahren bis hin zur Profitruppe mit den Mädchen, die zwischen 16 und 26 Jahre alt sind, ist alles mit dabei.

Bei rund 20 Mädchen ist es gar nicht so einfach, mit allen gleichzeitig zu trainieren. „Viele gehen noch zur Schule oder sind beim Studieren“, so Müller. Aber die Mädchen wissen sich zu helfen, den Fehlenden werden dann schon auch mal Aufnahmen vom Training geschickt, damit sie zu Hause üben können.

Mit einem Videoclip haben sich die Niederstotzingerinnen auch für den Eröffnungsauftritt in Stuttgart beworben. In einer E-Mail mussten sie ihre Gruppe und deren Erfolge vorstellen. Dass ihre Bewerbung ausgesucht wurde und sie jetzt eine so große Gala eröffnen dürfen, ist für alle etwas besonders. „Die Porsche-Arena ist schon etwas anderes als die Niederstotzinger Stadthalle“, sagt Trainerin Jennifer Heim. Sie gehört mit zum Team und tanzt mit 14 anderen Mädels bei der Gala in Stuttgart. Sie ist es, die sich jede Saison eine neue Choreographie ausdenkt.

Trainer Schlemar weiß wies geht

Unterstützung bekommt sie dabei von Trainer René Schlemar. Der 41-Jährige war selbst professioneller Cheerleader und in den 90er-Jahren mit seiner Gruppe sogar Europameister. Nach seiner aktiven Zeit machte er als Trainer weiter und ist nun seit drei Jahren bei den Niederstotzingern. „Er ist natürlich perfekt dafür, uns die Hebefiguren beizubringen und eine Bereicherung für unsere Gruppe“, freut sich Müller. Selbst tanzen will er aber nicht mehr: „Das muss nicht mehr sein“, sagt Schlemar und lacht.

Ein Training steht noch aus, bevor die Cheerleader mit ihrem Fanclub, bestehend aus 50 Leuten, nach Stuttgart fahren, um die Gala zu eröffnen. Bis dahin heißt es für die Gruppe: die Pompons schwingen bis zum Umfallen.