Alzey/Heidenheim Medaillenregen für Sambo-Kämpfer bei deutschen Meisterschaften

Gute und spannende Kämpfe gab es bei den deutschen Meisterschaften zu sehen, bei denen die jungen Sambo-Kämpfer des HSB sehr gut abschnitten.
Gute und spannende Kämpfe gab es bei den deutschen Meisterschaften zu sehen, bei denen die jungen Sambo-Kämpfer des HSB sehr gut abschnitten. © Foto: Eduard Marker
Alzey/Heidenheim / Eduard Marker 14.02.2018
Bei den deutschen Meisterschaften in Alzey gab es sieben Mal Gold, sieben Mal Silber und vier Mal Bronze. Zudem ging es um das Startrecht zur Europameisterschaft.

Bei den deutschen Meisterschaften in Alzey regnete es für den HSB einmal mehr Medaillen: Je siebenmal Platz eins und Platz zwei sowie viermal Platz drei stand als Ausbeute zu Buche.

Rund 170 Sambo-Sportler aus ganz Deutschland, unter ihnen viele DM-Neulinge, versuchten in Alzey Podestplätze zu erkämpfen. Dass sich der Aufwand in Erfolge niederschlägt, dies wird vor allem an den Anaskin-Brüdern deutlich, die sich viermal pro Woche von Günzburg aus ins Training nach Heidenheim begeben und nun für ihre Mühen belohnt wurden.

Viermal Training pro Woche

Arthur (bis 45 kg, U 12) und Anatoli Anaskin (bis 50 kg, U 14) holten jeweils die Silbermedaille. DM-Neuling Michael Kotlinski aus Heidenheim machte es ihnen nach und ergatterte nach zwei gewonnenen und einem verlorenen Kampf Platz zwei in der Gewichtsklasse bis 38 kg (U 12).

Michaels großer Bruder Daniel verfügt bereits über EM-Erfahrungen und galt bei den deutschen Titelkämpfen als einer der Favoriten. Aufgrund einer Ellbogenverletzung konnte er aber nicht starten.

Eduard Hoffmann aus Gerstetten wurde deutscher Meister in der Klasse bis 28 kg (U 14), Daniel Tsoy holte Silber bis 42 kg (U 14). Christian Decker aus Giengen erkämpfte sich eine Goldmedaille in der Klasse bis 82 kg (U 16). Viel weniger Glück hatte dessen Freund und Schulkamerad Maik Koren, der sich bei einem Armhebel so sehr verletzte, dass er nicht weiterkämpfen konnte und mit Platz drei zufrieden sein musste.

Vladislav Maier aus Heidenheim holte sich bei seiner ersten DM Bronze in der Klasse bis 44 kg (U 14). Die Brüder Dima und Wlad Boretskiy schafften es ebenfalls aufs Podest. Wlad wurde Dritter in der Klasse bis 38 kg (U 12), Dima holte sogar Gold in der Klasse bis 36 kg (ebenfalls U 12).

Pech hatte Mike Spiger. In seiner Klasse (36 kg, U 12) gab es vier Kämpfer, die alle jeweils zweimal gewannen und einmal verloren. So mussten die Punkte über die Platzierungen entscheiden. Für Spiger reichte es nur zu Platz drei, obwohl er den am Ende siegreichen Kontrahenten geschlagen hatte.

Als Mädchen gegen Jungs

Die Geschwister Vladislav und Melina Fuhrmann bescherten weitere zwei Goldmedaillen. Melina ist das einzige Mädchen in der Heidenheimer Mannschaft, das an Wettkämpfen teilnimmt. Gelegentlich muss sie sich mit Jungs messen, weil es in ihrer Klasse keine weiblichen Teilnehmerinnen gibt. Diesmal konnte sie sich aber gegen eine Kontrahentin eindrucksvoll behaupten.

Vladislav Fuhrmann wiederum setzte mit beeindruckender Technik und Schnelligkeit alles um, was ihm sein Trainer Veacheslav Lipcan beibrachte. Er war seinen vier Kontrahenten weit überlegen und gewann alle Kämpfe vorzeitig (55 kg, U 16). Nachdem er im Dezember 2017 an der Kadetten-EM in Kroatien teilgenommen hatte, qualifizierte er sich nun ein weiteres Mal für die Europameisterschaft.

Daniel Fesenko holte in der Klasse bis 48 kg (U 16) die Silbermedaille. Er wäre damit ebenfalls für die EM qualifiziert, müsste aber die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben. Momentan besitzt der gebürtige Heidenheimer nur einen ukrainischen Pass, den er erst mit 16 Jahren abgeben kann. Vorher kann ihm auch keine deutsche Staatsangehörigkeit verliehen werden.

Alwis Kinderknecht aus Giengen erkämpfte eine Silbermedaille im Combat-Sambo (bis 74 kg).

Familie Berg gehört sicher zu den bekanntesten Sambo-Familien Heidenheims. Der 42-jährige Vladimir Berg gewann auch dieses Jahr die Sambo-DM bei den Veteranen (ab 38 Jahre) in der Klasse bis 74 kg und qualifiziert sich damit für die EM und WM 2018. Wie der Papa so der Sohn: Vladimir Berg Junior sicherte sich in der U 19 (bis 74 kg) den ersten Platz und kann nun Deutschland bei der EM und WM 2018 vertreten. Kevin Berg, der jüngste Kämpfer der Familie, holte in der Altersklasse U 16 (bis 50 kg) den zweiten Platz.

Zu den Heidenheimer Erfolgen beigetragen haben auch die Trainer: Veacheslav Lipkan aus Moldawien, der seit 2016 in Heidenheim lebt, und Vladimir Lybko, ein Sambo- und Kurash-Trainer, der einmal in der Woche 250 Kilometer weit nach Heidenheim fährt, um die Heidenheimer zu trainieren.

Sambo wird in hierzulande im Deutschen Sambo-Verband (37 Vereine) und im Deutschen Sambo-Bund (17 Vereine) betrieben. Insgesamt gibt es rund 2000 Sportler. In der HSB-Sambo-Abteilung sind 74 Mitglieder organisiert, davon 40 aktive.