Heidenheim Junge Heidenheimer Fechter mit ersten internationalen Auftritten

Jakob Blum (links) durfte erste internationale Erfahrungen bei den Senioren sammeln und musste mit seinem Teamkollegen Niklas Multerer (rechts) gleich eine Niederlage einstecken.
Jakob Blum (links) durfte erste internationale Erfahrungen bei den Senioren sammeln und musste mit seinem Teamkollegen Niklas Multerer (rechts) gleich eine Niederlage einstecken. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Patrick Vetter 14.01.2019
Am letzten Tag der Fechtertage maßen sich europäische Vereine. Für den HSB gingen zwei 17-Jährige an den Start, die Heidenheimer flogen aber in der ersten Runde raus.

Für die Heidenheimer Degenfechter war beim Coupe d'Europe, dem Europapokal der Vereinsmannschaften, schon in der ersten Runde Schluss. Die HSBler unterlagen dem SV Scaramouche aus Arnheim aus den Niederlanden deutlich mit 34:45 Treffern.

Das sei aber nicht besonders schlimm. „Ich hatte ein Team mit zwei Weltklassefechtern, aber auch zwei sehr jungen Sportlern. Die beiden sollten vor allem Erfahrungen bei einem internationalen Turnier sammeln“, erklärt Thomas Zimmermann, der den HSB-Fechtern am letzten Tag der Heidenheimer Fechtertage als Trainer beistand. Seine Mannschaft bestand aus den weltcuperfahrenen Sportlern Stephan Rein und Niklas Multerer sowie aus den beiden 17-jährigen Nachwuchsfechtern Jakob Blum und Henri Zimmermann.

Ein Loch nach Rein und Multerer

Trainer Thomas Zimmermann setzt für die Zukunft seine Hoffnungen auf die beiden jungen Fechter und den weiteren Nachwuchs der HSB-Fechtabteilung. Denn Rein und Multerer sind mittlerweile beide 30 Jahre alt und damit in einem Alter, in dem viele Fechter ihre leistungssportliche Karriere aufgeben. Momentan sind sie aber die einzigen beiden männlichen Degenfechter aus Heidenheim, die international erfolgreich kämpfen. Hören sie auf, müssen erstmal neue nachkommen.

„Es gibt da ein Loch nach den beiden. Die nächsten Fechter sind viel jünger. Aus der Jugend kommen aber gute Leute nach“, ist sich Zimmermann sicher. Allerdings werde es noch einige Jahre dauern, bis wieder Heidenheimer an der Weltspitze fechten. Dass nach Rein und Multerer lange keine erfolgreichen Fechter kämen, liege daran, dass gute jüngere Sportler entweder den Verein gewechselt oder neben Studium und Beruf keine Zeit mehr für das Degenfechten hätten.

Rein und Multerer selbst trainieren mittlerweile beide in Tauberbischofsheim. Multerer lebt dort auch, während Rein weiter in Heidenheim wohnt. Beide blieben der Heidenheimer Fechtabteilung treu und fechten bis heute für den HSB. Zunächst plant Zimmermann auch noch mit ihnen: „Das nächste Ziel für die beiden ist erstmal Olympia. Weiter denken wir noch nicht wirklich voraus.“

Dass es in den nächsten Jahren möglicherweise keine Heidenheimer Fechter auf die vorderen Plätze des Weltcups schaffen, ändere nichts daran, dass die Fechtertage in Heidenheim stattfinden. „Das hat alles mit der guten Organisation zu tun. Dafür sind wir mittlerweile bekannt“, sagt Thomas Zimmermann. Auch dieses Jahr sei wieder alles nach Plan gelaufen. „Wir hatten riesige Teilnehmerfelder. Trotzdem wurde der Zeitplan fast immer eingehalten“, resümiert er. Nur ein paar Minuten habe sich der Nationenweltcup am Samstag verzögert.

Auch sportlich gesehen war der Leiter des Heidenheimer Fechtzentrums zufrieden: „Es gab super spannende Kämpfe. Rein hat ein phantastisches Ergebnis erzielt, das noch schöner war, weil er hier in Heidenheim gefochten hat. Auch die Nationalmannschaft hat sich gut geschlagen.“

Niederländer schlagen den HSB

Für das schnelle Ausscheiden am letzten Tag beim Europacup seien die anstrengenden Tage davor mitverantwortlich. Nachdem Multerer zu Beginn gegen die Niederländer eine Führung herausfocht, lagen die Heidenheimer schnell wieder hinten. Für Blum wurde Henri Zimmermann eingewechselt, die Führung der Niederländer baute sich aber weiter aus.

Auch Rein holte zunächst keine Treffer auf: „Stephan war erst bei seinem dritten Gefecht wirklich wach“, erklärt Zimmermann. Er verkürzte den Rückstand von 18:35 auf 30:39. Die Niederländer gewannen dann aber mit 45:34.

Im Finale des Europacups, dem letzten Gefecht der Heidenheimer Fechtertage, standen sich schließlich Budapest Honved und die italienische Mannschaft Sala D'Armi Cariplo Piccolo Teatro aus Mailand gegenüber. Beide Teams landeten in allen Runden wenige Treffer. Zweimal kam die neue Passivitätsregel zum Tragen. Nach einer Verwarnung gab es Strafpunkte für beide Teams. Mit einem Stand von 22:22 ging es in die letzte zehnte Runde. Die Fechter aus Budapest gewannen mit 28:26.

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