Heidenheim / pm Lis Fautsch vom Heidenheimer SB erreichte beim Grand Prix in Budapest die Runde der besten 64, ärgerte sich aber über eine leichtsinnige Aktion, die sie eine bessere Platzierung kostete.

Sechs Heidenheimer Fechter starteten am Wochenende beim zweiten Grand Prix der Saison in Budapest. Für das beste Ergebnis sorgte Lis Fautsch, die die Runde der besten 64 erreichte.

Für Niklas Multerer und Stephan Rein ging es am Freitag im Herrendegen in die Qualifikation mit 313 Fechtern. Doch beide konnte nicht an ihr gutes Resultat vom ersten Grand Prix in Doha, wo Multerer die Top 32 und Rein die Top 64 erreichte, anknüpfen. Während Rein mit vier Siegen und zwei Niederlagen die Vorrunde noch gut meisterte, wackelte Multerer mit zwei Siegen und vier Niederlagen. Doch beide schafften den Sprung ins 256er Tableau.

Fußtreffer entschied

Hier stand Multerer dem Amerikaner James Kaull gegenüber. Im ersten Drittel konnte er eine 5:3-Führung erarbeiten und diese sogar noch auf 9:4 ausbauen, doch im letzten Drittel holte der Amerikaner auf und konnte den Ausgleichstreffer zum 10:10 erzielen, sodass es zum Sudden Death kam. Hier riskierte der Amerikaner mit einem Fußtreffer alles und wurde dafür belohnt. Multerer verlor 11:10 und musste sich mit Platz 220 begnügen.

Rein traf auf den Polen Mateusz Nycz. Der Heidenheimer geriet schnell in Rückstand, fand auch nicht das passende Mittel, um das Gefecht zu drehen und musste sich 9:15 geschlagen geben. Im Endklassement erreicht Rein den 166. Rang.

Gewonnen wurde der Grand Prix von einem in Heidenheim nicht unbekannten Fechter: Der Japaner Kazuyasu, Vorjahressieger der Heidenheimer Fechtertage, setzte sich im Finale gegen den Italiener Andrea Santarelli durch.

Bei den Degenfechterinnen starteten Nadine Stahlberg, Sophia Weitbrecht, Vanessa Riedmüller und Lis Fautsch. All vier Fechterinnen meisterten die Vorrunden gut und qualifizierten sich allesamt mit einem Freilos für das 128er K.o. Hier kam es zum vereinsinternen Duell zwischen Weitbrecht und der Luxemburgerin Fautsch.

Pech im Sudden Death

Nach zwei ausgeglichenen Dritteln konnte Fautsch eine 12:10-Führung erarbeiten und diese zum 15:12-Sieg ins Ziel bringen. Weitbrecht erreichte somit im Endklassement Platz 135 unter 262 Fechterinnen. Stahlberg gewann souverän gegen die Spanierin Sofia Cisneros mit 15:9.

Riedmüller stand der deutschen Nummer eins, Beate Christmann aus Tauberbischofsheim, gegenüber. Nach einer Zwei-Treffer-Führung für Riedmüller konnte Christmann das Gefecht drehen und selbst eine Führung ausbauen, doch Riedmüller kämpfte sich wieder heran und es kam zum Sudden Death, den Christmann mit 14:13 für sich entschied. Riedmüller erreichte somit Platz 138 im Endklassement.

Um den Einzug in den zweiten Wettkampftag stand Stahlberg der Amerikanerin Anna Van Brummen gegenüber, die sie beim deutschen Ranglistenturnier in Mannheim vor zwei Wochen noch mit 15:14 im Viertelfinale geschlagen hatte. Doch Van Brummen hatte ihre Lehren aus diesem Gefecht gezogen, konnte sich früh absetzen und das Gefecht mit 15:12 für sich entscheiden. Damit landete Stahlberg auf Platz 74.

Fautsch stand der Tauberbischofsheimerin Christmann gegenüber, ging im ersten Drittel mit 4:3 in Führung und konnte diese im zweiten Drittel auf 7:3 ausbauen. Christmann gab aber nicht auf, kam auf 7:8 heran, doch im dritten Drittel behielt Fautsch die Nerven, konterte ihre Gegnerin aus und erzielte einen souveränen 15:8-Sieg.

Im 64er Tableau stand Fautsch der Nummer 17 der Welt, der Polin Ewa Trzebinska, gegenüber. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einem 3:6-Rückstand konnte die Heidenheimerin im letzten Drittel wieder auf einen Treffer herankommen und auch 15 Sekunden vor Schluss den Ausgleichstreffer setzen.

Im Sudden Death riskierte Fautsch allerdings zu früh einen Angriff, den die Polin gekonnt ausparierte und den Siegtreffer zum 12:11 setzte.

„Ich bin sehr zufrieden, dass ich beim vierten internationalen Turnier dieses Jahr zum vierten Mal die Top 64 erreichen konnte. Allerdings bin ich enttäuscht darüber, wie leichtsinnig ich die Chance auf eine Platzierung in den Top 32 vergeben habe. Ich habe in der entscheidenden Situation die Nerven verloren“, analysierte Fautsch ihr Gefecht.