Heidenheim / Thomas Jentscher Beim zweiten Wettkampftag der 2. Liga lief einiges schief und die Heidenheimerinnen landeten auf dem letzten Platz.

Böse Überraschung für die Heidenheimer Zweitliga-Turnerinnen. Ausgerechnet der Wettkampftag in Ulm wurde zum Sturzfestival, die HSB-Truppe blieb klar unter ihren Möglichkeiten und so blieb nur der letzte Platz im Achterfeld.

Trainerin Judith Schneider kann sich den Auftritt auch nicht so ganz erklären, zumal im Einturnen noch alle Elemente gut funktionierten. „Wir haben uns einfach verturnt. Das war völlig unnötig, aber das passiert halt mal“, so Schneider. In der Gesamtwertung rutschte die Mannschaft auf Rang sieben ab und schwebt damit nun in Abstiegsgefahr.

Schwacher Start

Los ging’s am Schwebebalken, wo Marit Reijnders, die Verstärkung aus den Niederlanden, mit einer fehlerfreien Übung 11,65 Punkte für die Mannschaft holte. Verletzungsbedingt turnte Lia Nemeth eine etwas abgespeckte Übung. Auch sie kam fehlerfrei durch und erhielt 10,05 Punkte.

Elisa Kuen hatte zwar einen Sturz bei der Verbindung aus Schrittsprung und anschließendem Seitsalto, holte aber mit dem höchsten Schwierigkeitswert und einer ansonsten sehr schönen Übung dennoch 11,35 Zähler. Jenna Dirczka fand gar nicht in ihre Übung und stürzte gleich zweimal. Da auch der Schwierigkeitswert der Übung nicht hoch war, bleiben am Ende nur 8,3 Punkte.

Trotzdem waren die Heidenheimerinnen noch guter Dinge, kamen danach doch die vermeintlich sicheren Geräte Boden und Sprung, an denen normalweise die meisten Punkte geholt werden.

Stürze und Fehler

Es ging auch gut los, Elisa Kuens sehr schöne Übung wurde mit 11,55 bewertet. Elisa Horn verturnte aber ihre erste Akrokatikbahn und zog die Doppelschraube rückwärts nicht durch. Sie stellte zwar geistesgegenwärtig die Übung um, um trotzdem noch alle Anforderungen zu zeigen, erhielt aber dennoch kräftig Abzug und kam am Ende auf nur 9,2 Punkte.

Jenna Dirczka landetet den Doppelsalto mit Stütz der Hände und bekam dafür nicht nur den Abzug für den Sturz, es wurde auch das Element nicht anerkannt was sich dann auf den Schwierigkeitswert der Übung auswirkte. Trotz einer schönen Übung am Boden bleiben nur 9,65 Zähler. Marit Reijnders überzeugte mit ihren Schwierigkeiten und einer ausgefallenen Choreografie und erhielt 11,95 Punkte.

Auch am Sprung lief es nicht wie erhofft. Jenna Dirczka konnte den gebückten Tsukahara nicht stehen und erhielt dafür lediglich 10,6 Zähler. Elisa Horn und Elisa Kuen zeigten den gleichen Sprung und erhielten dafür Wertungen von 11,75 und 12,0. Marit Reijnders Yurchenko mit einer Schraube brachte dem Team 13,25 Punkte.

Trotz der vielen Fehler hätte das Team am Barren noch die Chance gehabt, vom achten Platz weg zu kommen. Elisa Horn ging als erste ans Gerät. Sie holte aus ihrer Übung mit einem ganz geringen Schwierigkeitswert alles raus (8,45). Nicole Fritz, die aufgrund mangelnder Trainingsmöglichkeiten nur an diesem Gerät eingesetzt wurde, turnte eine super Übung, schaffte seit langem wieder den Sprung über die Zehner-Marke und holte 10,45 Punkte für die Mannschaft.

Dann passierte ausgerechnet Elisa Kuen, die so eine schöne Barrenübung turnen und eigentlich auch die 10 Punkte knacken kann, gleich nach dem Überflieger zum Angang ein Sturz beim Bückumschwung. Sie konnte den Handstand nicht halten und musste vom Gerät. Nicht nur der Sturz, auch ein Technikabzug führten zu der schwachen Wertung von 8,65.

Marit Reijnders überzeugte auch am Barren mit einer fehlerfreien Übung und 11,55 Punkten. Insgesamt war die Niederländerin mit 48,4 Zählern die drittbeste Zweitligaturnerin in Ulm – aber auch das konnte das Team nicht retten.

Mitten im Abstiegskampf

Am Ende blieb dem HSB nach einem ganz unglücklichen Wettkampf mit 170,7 Punkten nur Rang acht. Zu Platz sieben fehlten lediglich 0,65 und auf den sechsten Rang 1,65 Zähler. Mit einem einigermaßen durch geturnten Wettkampf hätten die Heidenheimerinnen also wie erhofft im Mittelfeld landen können, aber dieses Mal waren einfach zu viele Fehler im Programm.

Über die Wertungen der Kampfrichter will sich Schneider nicht beschweren. „Die waren schon so wie wir geturnt haben“, betont die Trainerin. In der Tabelle rutschte der HSB vom sechsten auf den siebten Rang ab. Schlusslicht bleibt Lahn-Dill, die Mannschaften trennen jetzt aber nur noch zwei Punkte.

In den beiden noch ausstehenden Wettkämpfen in November muss sich die Truppe also wieder steigern, sonst wird es eng mit dem Verbleib in der 2 .Bundesliga. „Jetzt nehmen wir halt das Damoklesschwert des Abstiegs mit in den Sommer“, sagt Schneider. Trotzdem wird sich an der Aufstellung, so keine Verletzung passiert, nichts ändern. „Die Mädels können es ja“, betont die Trainerin, die nun wie ihre Schützlinge erst einmal zum abwarten verdonnert ist. Bis zum November stehen keine größeren Wettkämpfe, nur Elisa Kuen hofft noch auf einen Start bei der Deutschen Meisterschaft.

Die Ergebnisse

2. Liga, 2. Wettkampftag in Ulm: 1. TSV Tittmoning II (180,70 Wertungspunkte/14:0 Mannschaftspunkte), 2. TSV Berkheim (179,50/12:2), 3. Dresdner SC (179,40/10:4), 4. Eintracht Frankfurt (177,20/8:6), 5. Lüneburg (174,40/6:8), 6. TuG Leipzig (172,35/4:10), 7. TG Lahn-Dill (171,35/2:12), 8. HSB (170,70/0:14)

Gesamtstand: 1. Dresdner SC 24:4, 2. TSV Berkheim 24:4, 3. TSV Tittmoning II 22:6, 4. TuG Leipzig 14:14, 5. Lüneburg 12:16, 6. Eintracht Frankfurt 10:18, 7. HSB 4:24, 8. TG Lahn-Dill 2:26