Frauenbasketball HSB-Trainer Nahar: „Das war schon unglaublich“

Eine gegen zwei: Heidenheims Nina Barth (am Ball) zeigte auch gegen Ludwigsburg II eine starke Leistung und verdiente sich ein Sonderlob von Trainer Mike Nahar.
Eine gegen zwei: Heidenheims Nina Barth (am Ball) zeigte auch gegen Ludwigsburg II eine starke Leistung und verdiente sich ein Sonderlob von Trainer Mike Nahar. © Foto: Oliver Vogel
Heidenheim / Von Edgar Deibert 09.10.2018
Aufsteiger HSB verlor sein erstes Heimspiel in der Regionalliga mit 39:91 gegen Spitzenreiter Ludwigsburg II. Dabei gelangen den Gästen 15 Dreier.

Mike Nahar ist sich der schweren Mission seiner Mannschaft bewusst. Als Tabellenzweiter der Oberliga der vergangenen Saison ist der HSB-Trainer mit seinem Team kampflos aufgestiegen (Böblingen trat in der Relegation nicht an).

In der Regionalliga haben die Heidenheimerinnen die ersten drei Spiele allerdings verloren. Kein Grund für den 47-Jährigen, um in Panik zu verfallen. Im Gegenteil, Nahar spricht noch immer von einer „schönen Herausforderung“, auch für ihn persönlich. „Ich möchte dem Team helfen, sich an das Niveau zu gewöhnen“, betont er. In der Regionalliga sei das Tempo höher und die Gegnerinnen größer. „Das war uns vorher klar. Nun geht's auch darum, wie wir mit dem Druck umgehen“, sagt der HSB-Coach.

Ohne zwei Stammspielerinnen

Die jüngste 39:91-Heimniederlage gegen Ludwigsburg II will Nahar dabei nicht überbewerten. Zum einen hätten die Gäste ganz andere Voraussetzungen, so Nahar, der auf die Basketball-Akademie Ludwigsburg verweist. Zum anderen musste der Heidenheimer Trainer auf gleich zwei große Spielerinnen verzichten, da Aline Kopi und Viola Meyer-Pannwitt (beide über 1,80 Meter groß) verhindert waren. Beide seien extrem wichtig. So sei Meyer-Pannwitt sehr stark unterm Korb und bei Rebounds wichtig, Kopi eine der besten Dreier-Werferinnen.

Apropos Dreier: Ludwigsburg gelangen davon gleich 15 (zum Vergleich: dem HSB gelang einer). „Das war schon unglaublich. Wenn Ulms Bundesligamannschaft das schafft, ist es schon eine hohe Trefferquote“, erklärt Nahar. „Das hat uns schon richtig weh getan.“

Gegen den Spitzenreiter taten sich die Heidenheimerinnen schwer damit, zweite Bälle zu erobern. Dennoch lag der HSB nach dem ersten Viertel nur 9:16 zurück. Im zweiten zogen die Gäste aber davon. Der Pausenstand von 18:44 war schon vorentscheidend.

„Wir haben auch gute Phasen gehabt“, streicht Nahar besonders den dritten Durchgang heraus, den die Gastgeberinnen lediglich mit 13:17 verloren. Wobei das letzte Viertel wieder ganz Ludwigsburg gehörte (8:30 aus HSB-Sicht). „Wir müssen die Differenzen kleiner halten“, lautet die Vorgabe des HSB-Coachs.

Insgesamt gefällt es Nahar aber schon besser, wie seine Mannschaft mit dem größeren Druck umgehe. Zudem streicht der Heidenheimer Trainer mit Nina Barth eine Spielerin heraus. Die Topscorerin (13 Punkte) habe mit dem Tempo sehr gut mitgehalten. „Das macht sie echt super. Sie hat sich gut entwickelt und ist kreativ“, so Nahar über die 27-Jährige.

Abstieg ist kein Thema

Trotz des Fehlstarts mit drei Niederlagen aus drei Spielen – und dem letzten Tabellenplatz – bleibe der Klassenerhalt das Ziel. Über den möglichen Abstieg denke er nicht nach, sagt Nahar. „Für uns wird es aber auch die ganze Saison darum gehen, uns in jedes Spiel reinzubeißen und zu lernen“, fügt der HSB-Trainer an.

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Samstag, 13. Oktober. Dann steigt das Kellerduell beim Tabellenvorletzten MTV Stuttgart (17 Uhr). Beim Vorjahresmeister gab es einen personellen Umbruch. „Sie sind schwierig einzuschätzen“, so Nahar. „Wir möchten dort aber natürlich gerne etwas holen.“

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