Turnen HSB kämpft um den Sprung in die Bundesliga

Bereit für die große Bühne: Nicole Fritz und ihre HSB-Turnkolleginnen treten am Samstag zum Aufstiegsfinale in Bühl an und können den Sprung in die 1. Liga schaffen.
Bereit für die große Bühne: Nicole Fritz und ihre HSB-Turnkolleginnen treten am Samstag zum Aufstiegsfinale in Bühl an und können den Sprung in die 1. Liga schaffen. © Foto: Georg Hrivatakis
Heidenheim / Thomas Jentscher 25.11.2015
Es wäre ein weiterer Meilenstein in der schon jetzt so erfolgreichen Geschichte der HSB-Turnerinnen: Am Samstag kann das Team von Trainerin Judith Schneider beim Aufstiegsfinale in Bühl erstmals den Sprung in die Bundesliga schaffen. Dabei sind die Heidenheimerinnen aber in der Außenseiterrolle.

Was in Heidenheim ohne großen Trainerstab oder riesige Sponsoren in Sachen Turnen geleistet wird, ist sicher jetzt schon aller Ehren wert. Mit der Einweihung des Voith-Sportzentrums und damit verbesserten Trainingsbedingungen wollten die jungen HSBlerinnen noch eins drauflegen – und das haben sie auch getan.

War bisher stets der Klassenerhalt in der 2. Liga das Maß der Dinge für die Heidenheimerinnen, so geht es nun sogar um den Sprung in die Eliteklasse. Das HSB-Team startete mit Platz eins am ersten Wettkampftag furios in die Zweitligasaison, kam beim zweiten dann nicht über Rang fünf hinaus. „Da sind wir hinter unseren Möglichkeiten geblieben“, weiß auch Judith Schneider.

Mit dem zweiten Platz in Berlin sicherten sich die Heidenheimerinnen dann aber vor zwei Wochen souverän die Vizemeisterschaft hinter Direkt-Aufsteiger Eintracht Frankfurt. Am Ende fehlten nur vier Mannschaftspunte auf Frankfurt, ohne den Ausrutscher beim zweiten Wettkampf hätte der HSB auch Meister werden können.

So blieb Rang zwei und die Mannschaft kämpft nun zusammen mit dem Zweitliga-Dritten KTG Hannover sowie dem Sechsten und Siebten der 1. Liga – TSV Tittmoning und TSG Steglitz – um zwei freie Plätze im Oberhaus. Das Aufstiegsfinale wird in diesem Jahr vom TV Bühl (bei Rastatt) veranstaltet, die Heidenheimerinnen sind am Samstag von 18.30 bis 21.30 Uhr in der Neuen Sporthalle gefordert.

Vor zwei Jahren stand der HSB schon einmal in der Aufstiegsrelegation – damals aber absolut überraschend und unter dem Motto „einfach mal reinschnuppern“. Und wie sind dieses Mal die Ambitionen? „Die Freude wäre riesengroß, die 1. Liga ein Traum, aber realistisch gesehen sind die Chancen nur sehr gering“, erklärt Judith Schneider. Der Sprung von der ersten zur zweiten Liga ist einfach groß, auch Tittmoning und Steglitz haben über die Saison hinweg fast immer über 190 Punkte geturnt. Eine Marke, die der HSB bisher noch nicht erreichten konnte. Dazu wird im Oberhaus sogar noch etwas strenger gewertet als in der 2. Liga.

Favorit im Aufstiegsfinale ist wohl Tittmoning, das auch eine starke zweite und dritte Mannschaft stellt, in diesem Jahr insgesamt gut 575 Zähler holte und damit doch klar vor den Konkurrenten liegt. Steglitz sammelte über die Saison hinweg 569, Heidenheim 557 und Hannover 553 Punkte. Doch Vorsicht: Aufsteiger Hannover steigert sich in seiner ersten Zweitligasaison über Rang sechs und drei auf Platz eins am letzten Wettkampf und erzielte dabei mit 191,85 die beste Wertung aller Teams in der ganzen Runde. Der KTG ist also durchaus auch in der bevorstehenden Relegation eine Überraschung zuzutrauen.

Der HSB muss zudem im Aufstiegsfinale auf seine ungarische Gastturnerin Dalia Al-Salty verzichten, die keine Freigabe vom Verband erhielt. „Das macht mir aber überhaupt keine Bauchschmerzen, dafür rückt unser starker Nachwuchs auf“, betont Schneider. Die Truppe für Bühl steht. Obwohl beide noch etwas angeschlagen sind, werden Nicole Fritz und Elisa Kuen den kompletten Vierkampf turnen, Jessica Schiele absolviert alle Geräte bis auf den Sprung. Komplettiert wird das Team durch Lea Fussenecker, die nach ihrem Fersenbruch wieder fit ist sowie die jungen Turnerinnen Carolin Wiedmann, Jenna Dirczka und Elisa Horn, die voraussichtlich jeweils an einem Gerät zum Einsatz kommen.

Alles in allem wäre der Aufstieg also eine Überraschung, die HSB-Damen werden aber auf jeden Fall ihre Chance suchen. „Selbst wenn wir unseren besten Wettkampf turnen, müssten sich schon zwei der Gegner komplett verturnen – aber so etwas kommt vor“, fasst Schneider zusammen. Wenn es in diesem Jahr nicht reicht, wäre das sicher kein Beinbruch für den HSB, aber mittelfristig, das macht die Trainerin unmissverständlich klar, soll es Richtung 1. Liga gehen.