Alles über die Heideköpfe Heidenheimer Baseballer greifen Europas Spitze an

Die Voith Heidenheim Heideköpfe stellen sich in der kommenden Woche in Rotterdam der Elite des europäischen Baseballs, wollen im Champions Cup aber nicht nur den deutschen Startplatz sichern, sondern mutig um den Turniersieg spielen.
Die Voith Heidenheim Heideköpfe stellen sich in der kommenden Woche in Rotterdam der Elite des europäischen Baseballs, wollen im Champions Cup aber nicht nur den deutschen Startplatz sichern, sondern mutig um den Turniersieg spielen. © Foto: Iris Drobny
Alles über die Heideköpfe / Thomas Jentscher 03.06.2018
Beim Champions Cup in Rotterdam nächste Woche will das Team Voith Heidenheim mutig spielen und mehr erreichen, als nur den deutschen Startplatz zu sichern.

Zum siebten Mal vertreten Heidenheims Baseballer auf internationaler Ebene die deutschen Farben. Von Mittwoch bis Sonntag nächster Woche sind die Heideköpfe dabei, wenn die acht besten Klubs des Kontinents im niederländischen Rotterdam zum Champions Cup des europäischen Baseball-Verbandes antreten.

„Wir spielen auf Turniersieg“

Die HSBler sind dort – wie das bisher für alle deutschen Mannschaften im Europacup galt – in der Außenseiterrolle. Manager und Trainer Klaus Eckle zeigt sich dennoch kämpferisch und sagt: „Wir spielen dort auf Turniersieg, nicht auf Klassenerhalt.“

Bisher war es für die nationalen Vertreter meist das höchste der Gefühle, den oder die beiden deutschen Startplätze im A-Pool zu erhalten. Die Heidenheimer wollen aber mehr und werden nicht die besten Werfer für mögliche Abstiegsduelle schonen.

Heideköpfe mit elf Werfern

Seinen Optimismus bezieht Eckle vor allem aus dem diesmal stark besetzten Pitching-Kader. Zu RJ Hivley, Clayton Freimuth, Logan Grigsby, Julius Spann, Marcel Giraud, Patrick Seyfried und Elian Gentner gesellen sich für den Europacup auch noch Luke Sommer (der auch bereits zwei Ligaspiele absolvierte), Ricky Torres, Peter Sykaras und der Ex-Solinger André Hughes.

Dies ist eine beachtliche Anzahl an hochkarätigen Werfern, aber auch eine absolut notwendige. Bisher scheiterten die deutschen Vertreter meist aufgrund der Mangelerscheinungen auf dem Mound. Oft mussten die Werfer in wenigen Tagen mehrfach antreten, während es sich die niederländischen Klubs leisten konnten, ihren besten Werfer fürs Finale „aufzuheben“.

Verletzungen machen Sorgen

Von daher sieht es also besser aus, allerdings machen Eckle und seinen Trainerkollegen Mike Hartley, Markus Winkler und Hannes Hirschberg diverse Verletzungen der Feldspieler Sorgen. „Das Pitching ist diesmal das kleine Problem“, meint Eckle mit Blick auf die mehr oder weniger stark angeschlagenen Leistungsträger Sascha Lutz, Jay Pecci und Simon Gühring.

Massagebereich ausgebucht

„Der Massagebereich des Hotels wird wohl von uns ausgebucht sein – das tut mit leid für die anderen Gäste“, so Eckle schmunzelnd. Als Physiotherapeutin reist Olga Stenske mit, Eckle hofft noch auf einen Sportmediziner.

Gewisse Einschränkungen sind die Baseballer aber gewohnt und kein Grund, die Ansprüche herunter zu schrauben. „Trotzdem bin ich optimistisch, dass wir am Mittwoch unsere beste Mannschaft aufs Feld bringen werden“, sagt der Heidenheimer Baseballchef.

Sicher agieren die Profis aus den Niederlanden und Italien noch auf einem anderen Level. Gerade im italienischen Baseball fließt jede Menge Geld, Rimini spiel beispielsweise mit einem ehemaligen Shortstop aus der amerikanischen Major League.

Hochkarätig besetztes Feld

Bei Rekord-Europameister Niederlande sind die beiden im Champions Cup vertretenen Topklubs Amsterdam und Rotterdam mit Superstars gespickt. Auch der französische Meister Rouen ist nicht zu unterschätzen, hat zwei Profis aus Venezuela im Kader.

Aber in einzelnen Spielen sind auch diese Gegner nicht unschlagbar. Zumal sich die Heideköpfe auf europäischer Ebene immer wieder sehr gut behaupteten, 2010 sogar das Endspiel des Cups erreichten und hier nur äußerst knapp und unglücklich gegen Bologna verloren.

Hartley kennt die Niederländer

Wie weit es für den deutschen Meister in diesem Jahr geht, wird von Kleinigkeiten abhängen und auch davon, welche Werfer die Gegner gegen den vermeintlichen Außenseiter einsetzen. In der Vorrunde treffen die Heideköpfe auf Amsterdam, Rimini und Rouen. Wenn der Sprung ins Halbfinale gelingt, könnte dort Gastgeber Rotterdam der Gegner sein. Ein Vorteil für die HSBler: Mike Hartley war auch schon Coach der niederländischen Nationalmannschaft, kennt die Pitcher aus Amsterdam und Rotterdam gut. „Er weiß aber auch am besten, wann es bei unseren Werfern Zeit für einen Wechsel ist“, erklärt Eckle.

Finanzierung stand auf der Kippe

Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft war zunächst nicht klar, ob die Heideköpfe überhaupt zum Champions Cup antreten können. Denn vom Verband gibt es keinerlei Unterstützung, Sportfördermittel nur von Seiten der Stadt. Doch mit Hilfe von Namensgeber Voith, der weiteren Sponsoren Kneipp, Heidenheimer Volksbank und Edelmann sowie einiger Privatspenden ist es gelungen, die gut 25 000 Euro aufzubringen.

So reist der Tross der Heideköpfe – auch einige Fans fahren mit – am Dienstag nach Rotterdam und „hoffentlich am Sonntag ganz spät“ wieder nach Hause. Denn das Finale um den Champions Cup 2018 beginnt am 10. Juni um 18 Uhr.

Champions Cup – das sind bis zu fünf Spiele in fünf Tagen

Beim Turnier der acht besten europäischen Baseballteams in Rotterdam wird zunächst in zwei Vierergruppen gespielt, dann folgen Halbfinale und Finale beziehungsweise Überkreuzvergleich und Endspiel um den Klassenerhalt im Champions Cup.

Ihr erstes Spiel bestreiten die Heideköpfe am Mittwoch um 15 Uhr gegen Amsterdam, am Donnerstag um 13 Uhr folgt die Partie gegen Rimini und am Freitag um 10.30 Uhr das letzte Vorrundenspiel gegen Rouen. Am Samstag werden die Überkreuzspiele und am Sonntag die Entscheidungsspiele ausgetragen.

Vergangenes Jahr belegten Mainz und Regensburg die letzten beiden Plätze, für Deutschland ging so ein Startplatz im Champions Cup verloren.

Vizemeister Bonn spielt deshalb ab Dienstag beim C.E.B.-Cup in Ostrava (Tschechien) und kann mit einem Turniersieg wieder einen zweiten deutschen Startplatz für 2019 erkämpfen – vorausgesetzt, die HSBler werden in Rotterdam nicht Letzter. tj

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel