Baseball Heideköpfe legen einen Gala-Auftritt hin

Hut ab, vor dieser Leistung: Die Heideköpfe um (von links) Sammy Tsotapalo, Sascha Lutz, Shawn Larry und Patrick Seyfried – in dieser Szene punkteten alle vier – feierten gegen Regensburg im zweiten Spiel ein starkes Comeback.
Hut ab, vor dieser Leistung: Die Heideköpfe um (von links) Sammy Tsotapalo, Sascha Lutz, Shawn Larry und Patrick Seyfried – in dieser Szene punkteten alle vier – feierten gegen Regensburg im zweiten Spiel ein starkes Comeback. © Foto: Kalle Linkert
Heidenheim / Von Edgar Deibert 28.08.2018
Die Heideköpfe siegten gegen Regensburg zweimal und drehten im zweiten Spiel sogar einen 0:6-Rückstand. Einen „Pferdefuß“ hat Manager Klaus Eckle dennoch ausgemacht.

Nein, Klaus Eckle ist kein Mann der großen Worte, sondern einer der Tat. Normalerweise. Doch nach den beiden Siegen gegen die Regensburg Legionäre am vergangenen Wochenende (7:2 und 16:6) war auch der Manager der Heidenheim Heideköpfe voll des Lobes für die Auftritte seiner Mannschaft. Besonders die Partie am Sonntag im heimischen Ballpark hob der 50-Jährige hervor: „Für die Zuschauer war das schon ein Festspiel.“

Den ersten Teil dominierten die Regensburger und lagen Mitte des vierten Innings mit 6:0 gegen Heideköpfe-Starter Julius Spann in Front. Auch nach sechs Spielabschnitten lagen die Gastgeber 2:6 zurück. Werfer Tristan Hurler gelang es die Offensive der Regensburger zwei Innings lang zu stoppen – unter anderem durch einen spektakulären Spielzug an der dritten Base von Routinier Jay Pecci, der durch ein Double Play mögliche Punkte verhinderte.

Zwei 7-Run-Rallyes im siebten und achten Inning gegen nachlassendes Regensburger Pitching verhalfen dem amtierenden deutschen Meister dann doch noch zum Erfolg. Letztlich wurde die Begegnung beim Stand von 16:6 aufgrund der Zehn-Punkte-Regel im achten Inning vorzeitig abgebrochen.

Mitch Nilsson und Simon Liedtke verbuchten jeweils zwei Runs und drei RBI für Heidenheim; Gary Owens steuerte drei Hits, zwei Runs und zwei RBI bei. Insgesamt zehn unterschiedliche Spieler punkteten für den sehr homogen spielenden Gastgeber. Richard James Hively wurde am Sonntag nur als Reliever eingesetzt, holte sich aber dennoch den Win, Regensburgs Bill Greenfield ließ neun Hits, acht Runs (5 ER) und zwei Walks in 6 1/3 Innings zu.

Titelverteidigung im Visier

„Wir haben immer dran geglaubt. Die Einstellung und Moral stimmt“, betonte Heideköpfe Manager im Hinblick auf das Comeback seiner Mannschaft und fügte an: „Wenn du Meister werden willst, dann musst du auch mit Rückständen umgehen können. Und das war meisterwürdig. Sowohl offensiv, als auch defensiv.“

Auch am Tag zuvor waren die Heideköpfe zu stark für Regensburg und siegten auswärts mit 7:2. Heidenheim lag ab dem zweiten Spielabschnitt durch einen Run von Shawn Larry in Front und baute die Führung in der Folge kontinuierlich weiter aus. Regensburg konnte zwischenzeitlich zwar auf 1:2 und 2:3 verkürzen, verpasste aber das Comeback.

Simon Gühring zeichnete sich dabei einmal mehr mit vier Hits, einem Run und ein RBI als bester Schlagmann aus. Shawn Larry steuerte drei Hits und zwei RBI bei, Jay Pecci punktete zweimal. Jose Palacios und Elias von Garßen erzielten die beiden Runs für die Buchbinder Legionäre.

Eckle sieht noch Verbesserungsbedarf

Clayton Freimuth startete für die Heideköpfe und erlaubte in fünf Innings, zwei Hits, einen Run (0 ER) und vier Walks, konnte sich auch jederzeit auf eine sattelfeste Defensive verlassen bei denen die Outfielder Sascha Lutz, Gary Owens und Shawn Larry einige Bälle artistisch aus der Luft fangen konnten.

Regensburgs Starter Mike Bolsenbroek musste in sieben Innings, vier Runs bei zwölf Hits und zwei Base on Balls hinnehmen. Mit acht Strikeouts konnte er den Schaden noch relativ gering halten.

Bei aller Freude über die beiden äußerst gelungenen Auftritte seiner Mannschaft, fand Manager Eckle auch einen kleinen „Pferdefuß“. Beim Pitching sieht er sein Team noch nicht auf dem Level, auf dem er es gerne hätte. „Wir werfen noch zu viele Bälle neben die Zone“, so Eckle im Hinblick auf die so genannten „Balls“. Der Vorteil sei aber, dass die Heideköpfe noch experimentieren könnten.

Wird Solingen der Gegner?

Als feststehender Tabellenerster der Bundesliga Süd sind sie schon länger fürs Halbfinale der deutschen Meisterschaft qualifiziert. In der kommenden Woche bestreiten sie demnach noch zwei „Testspiele“ gegen Haar (Samstag Heimspiel, Sonntag auswärts), ehe am 8. und 9. September die ersten Halbfinalspiele anstehen. „Dann gilt's“, sagt Eckle. Der Heideköpfe-Manager rechnet dabei mit Solingen als Gegner.

Zahlen und Fakten

Heideköpfe: Sascha Lutz (LF, 2 Hits aus 9 Schlagversuchen), Jay Pecci (3B, 3 aus 8), Gary Owens (CF, 3 aus 6), Mitch Nilsson (2B/1B, 3 aus 10), Simon Gühring (DH/1B, 4 aus 5), Tristan Hurler (1B/P, 0 aus 3), Shawn Larry (RF, 4 aus 9), Johannes Krumm (PH/DH, 2 aus 5), Philip Schulz (C/SS, 3 aus 6), Simon Liedtke (SS/P/2B, 4 aus 8), Sammy Tsopatalo (1B/C, 1 aus 6), RJ Hively (RP), Patrick Seyfried (RP/3B), Clayton Freimuth (SP), Julius Spann (SP), Marcel Giraud (RP)

Zum Ende der Zwischenrunde empfangen die Heideköpfe am Samstag Haar (14 Uhr). Am Sonntag sind die Heidenheimer wiederum in Haar zu Gast (ebenfalls 14 Uhr).

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