Baseball Für die Heideköpfe wird's in Mannheim vielsprachig

Können die Heidenheim Heideköpfe, hier vereitelt Shortstop Philip Schulz ein Steal-Versuch an der zweiten Base, am kommenden Wochenende die internationale Mannheimer Startruppe stoppen?
Können die Heidenheim Heideköpfe, hier vereitelt Shortstop Philip Schulz ein Steal-Versuch an der zweiten Base, am kommenden Wochenende die internationale Mannheimer Startruppe stoppen? © Foto: Kalle Linkert
Thomas Jentscher 13.04.2017
Die Heidenheim Heideköpfe treten in der Baseball-Bundesliga am Samstag und Sonntag bei den international stark besetzten Mannheim Tornados an.

Meisterschaft, championship, campionato, campeonato, championnat, meesterschap – um all dies wird in diesem Jahr bei den Mannheimer Baseballern gespielt. Denn im Kader der Tornados befinden sich neben einigen deutschen Akteuren auch – zumindest dem Pass nach – zwei Amerikaner, drei Italiener, zwei Spanier und ein Mexikaner sowie zwei (französisch und niederländisch sprechende) Belgier.

Die Mannheimer brachten durch ihre Drohung einer Klage die ursprünglich vom deutschen Baseballverband geplante Beschränkung von EU-Ausländern zu Fall und machten dann auch reichlich Gebrauch von der neuen alten Regelung.

Star des Teams ist der Belgier Thomas DeWolf, der mit seiner Leistung großen Anteil am Meistertitel 2016 der Mainz Athletics hatte. Aber auch Catcher Orlando del Muro Puente (Mexiko), Francisco Gonzalez (Spanien), Fernando Escarra (Italien), Catcher Juan Martin (Italien) sowie die Pitcher Cory Jordan (USA) und Gianfranco Rizzo (Italien) liefern bis dato hervorragende Leistungen ab. General Manager ist kein Geringerer als der deutsche Nationaltrainer Martin Helmig, gecoacht wird das Team vom US-Amerikaner Daniel Husband.

Damit gelten die Badener als einer der ganz heißen Anwärter auf die deutsche Meisterschaft 2017. Die Tornados starteten auch gleich mit zwei vorzeitigen Siegen (10-Run-Rule) gegen die Regensburg Legionäre, den absoluten deutschen Vorzeigeklub, der in diesem Jahr aber fast komplett auf Spieler aus der eigenen Jugend setzt.

Anschließend brachten es die Mannheimer fertig, im Duell gegen den amtierenden Meister aus Mainz einen 0:10-Rückstand im neunten Inning noch aufzuholen und das Spiel in der Verlängerung 11:10 zu gewinnen. Das zweite Spiel ging nach einem eindrucksvollen Pitcher-Duell allerdings mit 2:1 an Mainz.

Heideköpfe mit breiter Brust

Unschlagbar ist Multikulti-Truppe vom Rhein also nicht, dennoch wird es – gerade im eher Homerun-trächtigen Mannheimer Robert-Clemente-Field – für jeden Gegner sehr schwer. Doch auch die Heideköpfe können am Osterwochenende mit breiter Brust antreten, reisen nach vier überzeugenden Siegen in vier Spielen als Tabellenführer nach Mannheim.

General Manager Klaus Eckle kann personell aus dem Vollen schöpfen, wenn das Team auch vielleicht noch nicht ganz so eingespielt ist. Wenn die Heidenheimer eines der beiden Spiele für sich entscheiden können, würde das alle Chancen im Kampf um einen Spitzenplatz in der 1. Liga Süd offen halten.

Dazu wird zum einen erneut eine sehr starke Verteidigung nötig sein, zum anderen kommt es besonders auf die Werfer an, die sich der Mannheimer Power am Schlag (39 Punkte in vier Spielen) entgegen stellen müssen. Als Starting Pitcher für Heidenheim werden voraussichtlich Johannes Krumm am Samstag und Justin Erasmus am Sonntag auflaufen, Clayton Freimuth, Patrick Seyfried und Julius Spann stehen als erste zur Ablösung bereit. Gespielt wird am Samstagabend ab 18 Uhr, die zweite Partie folgt am Ostersonntag um 14 Uhr.