Fechten Fechtertage: Schmerzliche Absage der Nummer eins

Yannick Borel, Weltranglistenerster unter den Degenfechtern, musste seine Teilnahme in Heidenheim kurzfristig absagen. Trotz Schmerzen am operierten Handgelenk will er sich aber nicht unterkriegen lassen.
Yannick Borel, Weltranglistenerster unter den Degenfechtern, musste seine Teilnahme in Heidenheim kurzfristig absagen. Trotz Schmerzen am operierten Handgelenk will er sich aber nicht unterkriegen lassen. © Foto: Augusto Bizzi
Heidenheim / Thomas Grüninger 06.01.2019
Yannick Borel hat sich sehr auf Heidenheim gefreut, doch das operierte Handgelenk macht dem Weltranglistenersten wieder zu schaffen.

„Ich will meinen Konkurrenten zeigen, dass man diese Saison wieder mit mir rechnen muss.“ Mit diesem Vorsatz wollte der französische Weltranglistenerste Yannick Borel bei den am Donnerstag beginnenden Heidenheimer Fechtertagen sein erstes Weltcup-Turnier bestreiten, nachdem er sich Anfang September 2018 einer Operation am Handgelenk hatte unterziehen müssen.

Das Comeback nach viermonatiger Wettkampfpause im Heidenheimer Congress Centrum fällt nun aber aus. Das Handgelenk begann wieder zu schmerzen, seine Ärzte gaben dem Weltklasse-Degenfechter keine Freigabe für die Teilnahme auf dem Schlossberg.

2015 und 2017 jeweils Silber

„Er klang sehr traurig als er seine Absage bekanntgab“, berichtete gestern Lis Fautsch, Pressesprecherin der Heidenheimer Fechter, die erst vor wenigen Tagen mit Borel noch ein Interview geführt hatte. Darin sprach der 29-Jährige, der auf dem Archipel Guadeloupe das Licht der Welt erblickt hatte, noch voller Vorfreude davon, dass er gerne einen erneuten Angriff auf den begehrten „Heidenheimer Pokal“ vorgenommen hätte. Zweimal – in den Jahren 2015 und 2017 – verpasste er dies knapp und musste sich jeweils mit der Silbermedaille begnügen.

„Ich habe sehr viel außerhalb der Fechthalle trainiert, um für Heidenheim wirklich fit zu sein“, hatte sich Borel zuletzt ehrgeizig gezeigt. Die lange Zeit des körperlichen Handicaps schien überwunden. Schon letztes Jahr hatte er in Heidenheim mit Schmerzen zu kämpfen, legte dann aber doch noch ein grandioses Jahr 2018 hin, wurde französischer Meister, Europameister und Weltmeister.

Olympia-Einzelsieg fehlt noch

Nach der OP im September arbeitete er sich langsam wieder heran und schien auf bestem Wege, in die Erfolgsspur zurückzukehren. „Heidenheim ist eines der stärksten Turniere, das es gibt“, sagte er. Sein ursprünglicher Plan sah vor, noch nicht das volle Programm der Heidenheimer Fechtertage, die sich von Donnerstag bis Sonntag erstrecken, zu absolvieren.

„Ich bin noch nicht bereit, vier Tage hintereinander zu fechten, deswegen werde ich den Nationen-Wettbewerb noch auslassen“, meinte er noch vor kurzem. Nun aber muss er das komplette Turnier streichen.

Unterkriegen lässt er sich dennoch nicht. Das grandiose Wettkampfjahr 2018 mit drei Titeln auf nationaler und internationaler Ebene ist Motivation genug, die großen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. „Mir fehlt noch eine Einzelmedaille bei den Olympischen Spielen“, rechnet Borel vor, der 2016 in Rio mit der französischen Degen-Mannschaft Gold geholt hatte.

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