Nattheim Familientreffen bei der Sportlerwahl

Nattheim / Thomas Jentscher 01.02.2019
Rührender Augenblick bei der Sportlerehrung: der Ringer Herbert Maurer stand nach 40 Jahren ein zweites Mal bei den Siegern dabei, diesmal aber mit seinem Sohn.

Der Sport schreibt immer wieder schöne Geschichten und auch die Sportlerwahl der Heidenheimer Zeitung ist voll davon. Zum Beispiel die der Nattheimer Familie Maurer. 1979, bei der ersten Sportlerwahl, schaffte es ein junger Mann names Herbert Maurer als Dritter aufs Siegerpodest und 40 Jahre später war nun sein Sohn Martin Mitglieder der TSG Nattheim, die Mannschaft des Jahres wurde.

Herbert Maurer zählte in jungen Jahren zur absoluten Spitze auf der Matte, wurde dreimal deutscher Vizemeister. „Ich kam in meiner Klasse nur nicht an Martin Knosp vorbei, der wurde aber auch Weltmeister“, erinnert sich Maurer, der im Gewicht bis 74 kg startete. Später konzentrierte er sich auf die Mannschaftskämpfe, war mit der TSG Nattheim insgesamt vier Mal in der 2. Liga am Start. „Emotionale Höhepunkte waren immer die Aufstiegskämpfe wie gegen Nürnberg, als sich rund 800 Zuschauer in der alten Gemeindehalle drängten“, so Maurer.

Auch für seine beiden Kinder spielt der Sport eine große Rolle, während Tochter Barbara beim Turnen landete, folgte ihm Sohn Martin auf die Ringermatte. Von Kindesbeinen an begleitete er den Vater, begann dann seine eigene Laufbahn. Und diese verlief ebenfalls erfolgreich. Obwohl er zehn Jahre gleichzeitig Fußball spielte wurde Martin Maurer württembergischer Meister, schaffte es zu den deutschen und zum Stammringer in der „Ersten“ der TSG.

In einer Mannschaft gerungen

Besonders bejubelt wurde vergangenes Jahr sein Sieg im Derby gegen den langjährigen Herbrechtinger Konkurrenten Edi Kruse. „Mit 44 Jahren habe ich mir dann noch einen großen Wunsch erfüllt und zusammen mit meinem Sohn in einem Team gerungen“, berichtet Herbert Maurer, der bei der TSG auch Jugendleiter war, im Hauptverein als Kassenprüfer tätig ist, und natürlich keinen Kampf versäumt.

Es war ihm auch immer wichtig, seinem Sohn die richtige Einstellung weiter zu geben. „Eine Niederlage auf der Matte ist etwas anderes, vielleicht noch bitterer, persönlicher, als wenn die Tafel zeigt, dass die andere Mannschaft mehr Tore geschossen erzielt hat. Auf der Matte liegst du unter dem Gegner, kriegst fast keine Luft mehr und am Ende gibst du deinem Gegner die Hand, so wie dich dein Trainer erzogen hat.“

Am Donnerstag standen nun bei der Ehrung der Sportler des Jahres sogar gleich drei Maurers auf der Bühne des Heidenheimer Congress-Centrums: Herbert, sein Sohn Martin und sein Enkel Ludwig. Ob der die Ringer-Dynastie fortsetzen wird, ist natürlich noch offen, Beinschraube kann der Kleine aber immerhin schon sagen.

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