Reiten Ein Parcoursbauer-Dreamteam geht bald getrennte Wege

Reiten / Elena Kretschmer 11.06.2018
Nach 30 Jahren als Prcours-Chef ist für Peter Schnepf Schluss, sein Freund und Partner Oliver Barthel macht weiter.

Dass die Parcours-Chefs des Heidenheimer Reitturniers ihre Arbeit mit Herzblut machen, ist unschwer zu erkennen. Hoch konzentriert und voll engagiert arbeiten sich Oliver Barthel und Peter Schnepf nach jeder Prüfung auf dem Springplatz von Hindernis zu Hindernis, damit beim nächsten Parcours wieder alles passt. Routiniert sind die beiden, schließlich arbeiten sie schon seit vielen Jahren Seite an Seite – planen, bauen, messen, ändern.

Zusammengefunden haben der 45-jährige Barthel und der 61-jährige Schnepf über das Turnier in Marbach-Rielingshausen. Schnepf war Parcours-Chef und sein Assistent fiel aus. Also sprang Barthel kurzerhand ein. „Dann hat ist das alles langsam gewachsen. Das Menschliche passt einfach“, schwärmt Barthel, der aus Weilheim an der Teck kommt. Der Donzdorfer Schnepf stimmt zu: „Wir haben uns nie im Stich gelassen.“

Nach 30 Jahren ist Schluss

Doch nach 30 Jahren Parcoursbau möchte der 61-Jährige – auch ein wenig aus gesundheitlichen Gründen – nun einen Schlussstrich ziehen: „Ich habe mir fest vorgenommen, dass dieses Jahr Ende ist.“ Sein letztes Gastspiel: Das Weilheimer Turnier im Oktober. „Ich hoffe ja immer noch, dass Peters Frau irgendwann sagt, jetzt geh endlich wieder auf den Platz“, sagt Barthel schmunzelnd. „Und wenn ich keinen gescheiten Assistenten finde, dann setz' ich mich einfach zu Peter.“ Schnepf hat sich nämlich vorgenommen, auch weiterhin Turniere zu besuchen, aber eben nur als Zuschauer.

Die Wehmut steht beiden ins Gesicht geschrieben. „Man hat mich schon so oft gefragt: Ist das eigentlich dein Papa?“, erzählt Barthel, um zu zeigen, wie gut die beiden harmonieren. „Und wir durften schon so viele Turniere zusammen machen, bei denen andere neidisch auf uns waren“, so Barthel.

Und obwohl Barthel Parcours sogar bis S*** bauen darf und Schnepf nur bis S*, sind beide gleichberechtigte Chefs, wie sie sagen. „Das macht aber keinen Unterschied, wir sind beide Chefs, halten den Kopf hin, wenn was schief geht und freuen uns, wenn alles klappt“, so der 45-Jährige. Wirklich schief gelaufen sei bisher nichts, außer dass „ein paar mal runtergefallen sind“. Schnepf ergänzt: „Die beste Bestätigung ist, wenn man nach dem Turnier gleich fürs nächste Jahr gebucht wird.“

Akkurate Arbeit

Faszinierend findet Barthel an der Arbeit, die viel damit zu tun hat, Regularien einzuhalten, vor allem eins: „Man plant alles zuhause vor, baut es auf dem Platz ein, und wenn man es dann hinbekommt, dass ein Drittel der Reiter im Feld anhand des Parcours platziert wird, also dass genau ein Drittel eine Null-Fehler-Runde reitet, dann hat man alles richtig gemacht.“ Für Schnepf ist vor allem die Linienführung wichtig: „Die muss rund und harmonisch sein und die Pferde sollen Freude haben. „Die Richter kontrollieren und wir machen den Sport“, so Barthel. Schließlich gebe es ohne sie keinen Parcours.

Vermissen wird Schnepf in seinem Ruhestand vor allem eins: „Das gemeinsame Weizen am Abend.“ Aber das lasse sich ja auch privat regeln.

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