Sonstige Sportarten Draufgeblickt (23): Seit 16 Jahren Mountainbiker am Hochberg

Sonstige Sportarten / Sandra Gallbronner 25.08.2018
Seit 16 Jahren fahren mutige Mountainbiker den Hochberg hinunter. Das Angebot kommt gut an, denn solche Parcours gibt es in Deutschland nicht viele.

Etwas Besonderes für Freaks und Crossbiker“ – das versprach sich Heidenheims früherer Bürgermeister Rainer Domberg von dem Mountainbike-Park auf dem Hochberg noch bevor der Gemeinderat dem Vorhaben im Frühjahr 2002 zugestimmt hatte.

Recht sollte er behalten. Längst gilt der Bikepark als Anziehungspunkt für Radsportler aus der näheren und weiteren Umgebung. So kommen recht viele Fahrer aus den Räumen Göppingen und Geislingen, sowie Günzburg und Augsburg. „Das Einzugsgebiet ist groß, denn es gibt nichts vergleichbares in der Region“, weiß Klaus Buck, von der HSB-Radsportabteilung. Sogar aus München seien schon Mountainbiker angereist.

Seltenes Freizeitangebot

Überhaupt gibt es hierzulande nur wenige Bikeparks – 25 an der Zahl, darunter sieben in Bayern und fünf in Baden-Württemberg. Die nächstgelegenen Downhill-Strecken für Radsportler aus dem Kreis Heidenheim befinden sich erst wieder in Stuttgart, Albstadt oder Hindelang im Oberallgäu.

Ein Jugendlicher aus Heidenheim gab um die Jahrtausendwende den Anstoß zum Bikepark. Er stellte sich persönlich bei Oberbürgermeister Bernhard Ilg vor. Der Stadt kam eine solche Idee gelegen, schließlich wollte man den Ruf als Sportstadt festigen. Und so fand der Bikepark auch im Heidenheimer Gemeinderat im Frühjahr 2002 Anklang. Nach Absprache mit der Forstverwaltung wurde der Mountainbike-Park im August desselben Jahres eingeweiht.

Für den Bau der Sportanlage holte sich die Stadt Unterstützung aus dem Schwarzwald: Ralph Hermann konzipierte 1996 den ersten Mountainbike-Park Deutschlands in Todtnau. Von seiner Erfahrung wollte man auch in Heidenheim profitieren. So entstand neben einer knapp acht Kilometer langen Cross-Strecke rund um den Hochberg eine Downhill-Piste – die heutige Fourcross-Strecke – neben dem Albuch-Skilift, der übrigens seit 1971 in Betrieb ist.

HSB gründete Radsportabteilung

Allerdings musste die Biker ihre Zweiräder anfangs den Skihang hinaufschieben, da für den Lift die Betreiber fehlten. Das sollte sich jedoch schnell ändern. Kurz nach der Einweihung des Bikeparks gründete der Heidenheimer Sportbund (HSB) eine Radsportabteilung, die die Anlage seither betreibt und somit auch für die Pflege der Strecken zuständig ist. „Damit die Moutainbiker den Lift benutzen durften, musste der Tüv vorab noch die Sicherheit gewährleisten“, erinnert sich Buck. Der Tüv gab grünes Licht. Es konnte losgerollt werden.

„Jetzt muss der Park wachsen“ hatte Oberbürgermeister Bernhard Ilg bei der Einweihung der Mountainbike-Anlage gesagt. Und so sollte es kommen. Heute – 16 Jahre später – sind aus den anfänglich zwei Strecken acht geworden. Dabei gibt es drei Hauptstrecken mit verschiedenen Abzweigungen. Die Abfahrten sind zwischen 300 und 1000 Metern lang und sind sowohl für Anfänger als auch für Profis geeignet. Beliebt sei vor allem der Classic-Trail, weiß Buck. Denn der habe einen guten Flow und keine steilen Abschnitte, sodass ihn auch „Otto-Normalbiker“ gern fahren.

Nur die Rundstrecke hat sich der Wald mittlerweile zurückerobert: „Sie wurde nie so richtig angenommen und ist relativ schnell zugewachsen“, so Buck. Heute erinnert nur noch ein Schild an die Strecke.

Von Mai bis Oktober hat der Bikepark jeden Sonntag von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Bei gutem Wetter brausen im Schnitt 50 bis 60 Fahrer den Hochberg hinunter. Und auch die Radsportabteilung wächst stetig. Waren es 2008 noch etwa 20 Mitglieder sind es heute etwas drei mal so viele.

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