Heidenheim Die Zusammenarbeit mit Russland nimmt Fahrt auf

Vom ersten Moment an fühlte sich die Heidenheimer Delegation um Eduard Marker (Mitte) im russischen „Kinderzentrum Smena“ herzlich aufgenommen.
Vom ersten Moment an fühlte sich die Heidenheimer Delegation um Eduard Marker (Mitte) im russischen „Kinderzentrum Smena“ herzlich aufgenommen. © Foto: privat
Heidenheim / Thomas Jentscher 15.06.2018
Der Besuch einer HSB-Delegation im „Kinderzentrum Smena“ sorgte für Begeisterung – im Juli folgt ein Treffen in Heidenheim.

Es ist gar noch nicht lange her, dass die Kooperation zwischen dem Heidenheimer Sportbund und dem russischen „Kinderzentrum Smena“ beschlossen wurde, nun fand bereits ein Besuch einer HSB-Delegation mit Vertretern aus den Bereichen Fechten, Leichtathletik und Sambo in der Bildungseinrichtung nahe der Stadt Anapa am Schwarzen Meer statt.

„Wir haben uns viel erwartet – aber alle Erwartungen wurden noch übertroffen“, sagt Eduard Marker von der HSB-Samboabteilung, der Initiator des Austausches. Man sei sehr herzlich, mit großer Offenheit und mit großem Interesse aufgenommen worden.

„Die Begrüßung fand sogar auf deutsch statt“, berichtet Marker, der sich sicher ist, dass die Heidenheimer von den russischen Fachkräften profitieren können. „Es ist so viel Erfahrung, die wir geschenkt bekommen“, sagt Marker. So bekam er beispielsweise eine Dokumentation über Sambo an Schulen, die er nutzten will, um auch an Heidenheimer Bildungseinrichtungen Projekte in dieser Sportart zu starten.

Ausbildung im Fokus

Der Schwerpunkt in „Smena“, dem „Park der Zukunft“, liegt in der beruflichen Ausbildung. Bis zu 2200 Kinder und Jugendliche (11 bis 17 Jahre) werden dort von über 1000 Mitarbeitern betreut. Die Heidenheimer bekamen Einblicke in die unterschiedlichsten, zum Teil hochtechnisierten Ausbildungsberufe, durften aber auch ein umfangreiches kulturelles Programm und die Landschaft am Schwarzen Meer genießen.

Ebenso spielt in dem Zentrum der Sport eine große Rolle. So gab es einen regen Austausch der Heidenheimer mit den russischen Trainern, die allesamt Profis sind. Die Gastgeber interessierten sich auf der anderen Seite dafür, wie das Modell mit überwiegend ehrenamtlichen Betreuern in Deutschland funktioniert.

Zum Abschluss fand noch ein internationaler Wettkampf in verschiedenen Disziplinen statt. Dazu kamen unter anderem die besten 300 Sambo-Kämpfer aus ganz Russland, einschließlich der Nationalmannschaft, nach „Smena“.

HSB-Geschäftsführer Edgar Klaiber sieht in der Kooperation ebenfalls viele Vorteile für den Verein, was den Austausch mit Spezialisten in den einzelnen Sportarten betrifft, aber auch für Heidenheim insgesamt in Bezug auf Wirtschaft oder beispielsweise den möglichen Austausch von Auszubildenden.

Russische Delegation kommt

„Insgesamt kann der Austausch ein großer Gewinn in Sachen Image und Bekanntheit sei“, so Klaiber. Deshalb gibt's auch keine große Pause, schon vom 22. bis 27.Juli erfolgt der Gegenbesuch einer Delegation aus „Smena“. Am Programm für die Gäste wird noch gearbeitet, es wird auf jeden Fall Sport, Kultur und Wirtschaft gleichermaßen beinhalten. Auch die Stadt Heidenheim sowie die Industrie- und Handelskammer wollen die Verantwortlichen des Austausches miteinbeziehen.

Welche Rolle spielt die Politik in „Smena“?

Bildungseinrichtungen wie „Smena“ bieten in sportlicher wie beruflicher Sicht ungeheures Know-how für die ausgewählten Kinder und Jugendlichen. Natürlich stellt sich aber auch die Frage der ideologischen Ausrichtung solcher Zentren in Russland.

Den Besuchern aus Heidenheim bot sich bei ihrem ersten Abstecher ein eher unpolitisches Bild. Dass es aus „Smena“ auch Fotos mit Schießübungen im Kampfanzug gibt, führt Eduard Marker darauf zurück, dass dort eben auch ein Einstieg in eine Karriere beim russischen Militär möglich ist.

HSB-Geschäftsführer Edgar Klaiber macht klar: „Wir lassen uns sicher nicht vereinbaren, der HSB ist schon laut Satzung frei von jeglicher Ideologie.“ Auf der anderen Seite sieht Klaiber eher Chancen: „Wenn man nicht miteinander spricht, kommt es auch zu keiner Annäherung.“ tj

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