Baseball Die Tür zum Endspiel steht weit offen

Simon Gühring (Mitte) zeigte nicht nur eine glänzende Vorstellung als Catcher, sondern sorgte mit sieben Hits, darunter ein Homerun, auch für acht Punkte. Hier gratulieren Mitch Nilsson (Nr. 39), der ebenfalls einen Ball aus dem Stadion schlug und Ludwig Glaser.
Simon Gühring (Mitte) zeigte nicht nur eine glänzende Vorstellung als Catcher, sondern sorgte mit sieben Hits, darunter ein Homerun, auch für acht Punkte. Hier gratulieren Mitch Nilsson (Nr. 39), der ebenfalls einen Ball aus dem Stadion schlug und Ludwig Glaser. © Foto: Fotos: Kalle Linkert
Baseball / Thomas Jentscher 09.09.2018
Die Heidenheim Heideköpfe schlagen die Solingen Alligators im Halbfinale knapp mit 9:8 und deutlich mit 11:0. Mitch Nilsson und Simon Gühring gelingen Homeruns, RJ Hively ein No-Hitter.

Schon der Auftakt zum DM-Halbfinale erfüllte alle Erwartungen, Heidenheim und Solingen lieferten sich am Samstag einen Kampf auf des Messers Schneide – am Ende triumphierten die Heideköpfe knapp aber verdient mit 9:8.

Die Schlagleute Nummer zwei bis fünf der Alligators mit den Ex-Profis Daniel Sanchez, Wilson Lee, Lars Andersen und Ben Andrews stellen eine enorme Hürde dar. Das bekam auch Heideköpfe-Werfer Clayton Freimuth zu spüren, er kassierte schon im ersten Inning zwei Punkte.

Die Antwort der HSBler ließ gegen den mit Kontrollproblemen kämpfenden Giovanni Tensen aber nicht lange auf sich warten: Nach Walks für Sascha Lutz und Gary Owens sowie einem Hit von Jay Pecci war es Simon Gühring, der mit seinem Double, für die 3:2-Führung sorgte.

Diese bauten die Platzherren im zweiten Durchgang auf 5:2 aus, zu Beginn des dritten lief es aber wie im ersten. Erneut entschieden sich die Heidenheimer bei zwei Aus und zwei Mann auf Base gegen einen absichtlichen Freilauf für Andrews und der bestrafte dies mit einem Hit zum 5:4.

Viele Hits für Solingen

Freimuth versuchte, ähnlich wie im fünften Spiel des letztjährigen Finales, ökonomisch zu werfen, um möglichst lange auf dem Mound bleiben zu können. Dabei gab er 14 Hits ab, mit acht Strike-outs, keinem Walk und fünf Gegenpunkten hielt der Heidenheimer Pitcher den Schaden dennoch in Grenzen.

Allerdings gelang seinen Kollegen nun nichts mehr, denn nach einem frühen Wechsel bei Solingen hatten sie mit den etwas unkonventionellen Würfen des jungen Linkshänders Lukas Kirchhoff große Probleme. Drei Innings kam nichts mehr aufs Scoreboard und die Gäste schafften im fünften Abschnitt den Ausgleich.

Erst dann ließ auch Kirchhoff nach und bei zwei Heidenheimern auf Base übernahm Solingens Routinier Nils Hartkopf. Der kassierte nach einem Hit von Ludwig Glaser und einem Fehler im Outfield aber gleich zwei Punkte. Beide Teams spielten hervorragende Defense, zweimal zogen die Alligators mit Double-Plays den Kopf aus der Schlinge und so blieb es spannend. Im siebten Inning bauten die Heideköpfe ihre Führung per Homerun auf 9:5 aus – wer anderes als Mitch Nilsson hätte dafür verantwortlich sein sollen?

Doch das war es immer noch nicht, denn Pitcher Logan Grigsby, der Freimuth abgelöst hatte, geriet nach einem glänzenden siebten Inning im achten in Schwierigkeiten. Solingen kam – bei erst einem Aus – auf 8:9 heran und hatte das zweite und dritte Base besetzt.

Heideköpfe-Trainer Klaus Eckle schickte seinen neuen „Feuerwehrmann“ Simon Liedtke ins Rennen. Obwohl der 18-Jährige gleich Andrews gegenüberstand, machte er seine Sache glänzend. Den Hoppelball des Australiers warf Pecci an die Homeplate, wo Gühring das Aus gelang und somit der Ausgleich verhindert wurde.

Mit einem Strike-out beendete Liedtke das Inning und zeigte auch im Schlussdurchgang keine Nerven: Drei schnelle Aus brachten den Sieg für die Heideköpfe unter Dach und Fach. Am Ende hatte Solingen 17 Hits auf dem Konto, die Hausherren nur zehn, 12:1 Walks für die Heideköpfe sprechen aber eine noch deutlichere Sprache.

Bester Schlagmann war Gühring mit drei Hits bei fünf Versuchen und vier RBI. Was die Heideköpfe insgesamt gut machten: sie zwangen die gegnerischen Werfer zu vielen Würfen – insgesamt 174 in acht Innings.

Die Gala des RJ Hively

So spannend das erste Spiel war, so eindeutig war das zweite. Und das lag vor allem an einem Mann: Heidenheims Pitcher Richard James Hively. Er hatte die gefährliche Solinger Offensive von Beginn an im Griff, konnte sich jederzeit auf seine Defense verlassen und ließ keinen einzigen Hit zu (siehe nebenstehender Artikel).

Aber auch am Schlag lief es prächtig. Schon im ersten Inning gelang gegen Solingens Starter Wilson Lee die 2:0-Führung, die Fans im gut gefüllten Ballpark erlebten in der Folge einen entspannten Nachmittag bei angenehmen Temperaturen. Jeweils drei weitere Punkte im dritten, vierten und fünften Abschnitt schraubten die Vorsprung auf 11:0 in die Höhe,

Höhepunkt war dabei Simon Gührings Homerun – der 61. der Heideköpfe in diesem Jahr. In der Abwehr durfte vor allem die Aktion von Shortstop Philip Schulz bestaunt werden, der sich im Sprung um die eigene Achse drehte und den Ball noch rechtzeitig ans zweite Base brachte.

Nach sechseinhalb Innings zeichnete sich das vorzeitige Ende ab und es ging nur noch darum, ob Hively tatsächlich der No-Hitter – der erste im Heideköpfe-Ballpark – gelingen würde. Diesen machte der Amerikaner dann mit seinem siebten Strike-out selbst perfekt. Offensiv überragte erneut Gühring mit vier von vier und weiteren vier RBI.

Trainer Klaus Eckle, der seinem Team ein extrem aggressives Baserunning verordnet hatte und die Solinger damit gewaltig unter Druck setzte, war nach der Vorstellung seines Teams natürlich rundum zufrieden. „Das war heute schon ein Statement. Nun müssen wir so weiter spielen. Unser Ziel ist es, die Serie in drei Spielen zu entscheiden. Aber auch wenn es über vier oder fünf Partien geht, bin ich zuversichtlich, dass wir ins Endspiel einziehen.“

Im anderen Halbfinale steht es 1:1. Regensburg brachte Bonn zunächst mit 6:1 die erste Saisonniederlage bei, die Rheinländer revanchierten sich tags darauf aber mit einem 9:3 und haben nun vor heimischer Kulisse die etwas besseren Karten.

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