Handball SHB steht vor schwierigster Saison seit Langem

Die SHB-Handballer gehen mit folgendem Kader in die neue Württembergliga-Saison (hinten von links) Enrico Peralta, Martin Mäck, Dennis Wurelly, Steffen Zeiher, Luca Hauser; (Mitte von links) Teamarzt Mickael Washington, Hamza Bayik, Michael Kling, Robert Rugaci, Physiotherapeut Jens Hildeberand, Trainer Bernd Dunstheimer; (vorne von links) Till Klotzbücher, Pascal Mailänder, Pascal Gehringer, Steffen Stängle, Fabian Kresse und Dominik Weller. Zum Team gehören zudem Benedikt Hitzler und Janis Bauer.
Die SHB-Handballer gehen mit folgendem Kader in die neue Württembergliga-Saison (hinten von links) Enrico Peralta, Martin Mäck, Dennis Wurelly, Steffen Zeiher, Luca Hauser; (Mitte von links) Teamarzt Mickael Washington, Hamza Bayik, Michael Kling, Robert Rugaci, Physiotherapeut Jens Hildeberand, Trainer Bernd Dunstheimer; (vorne von links) Till Klotzbücher, Pascal Mailänder, Pascal Gehringer, Steffen Stängle, Fabian Kresse und Dominik Weller. Zum Team gehören zudem Benedikt Hitzler und Janis Bauer. © Foto: privat
Herbrechtingen / Von Edgar Deibert 05.09.2018
Die Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim steht vor der wohl schwierigsten Saison ihrer jüngeren Vereinsgeschichte. Zum dritten Mal in Folge geht's um den Klassenerhalt in der Württembergliga.

Wehmütig könnten Fans der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim (SHB) auf die vergangene Saison blicken. Es war die erfolgreichste der Vereinsgeschichte. Die erste Herrenmannschaft sicherte erneut den Klassenerhalt in der Württembergliga, der fünfthöchsten deutschen Klasse. Zudem stieg die zweite Herrenmannschaft in die Bezirks- und das Damenteam in die Landesliga auf.

Allerdings mischte sich auch ein Hauch Melancholie in die Freudenstimmung. Zum einen gab Sandro Jooß, der als Trainer die erste Herrenmannschaft eben in die Württembergliga geführt hatte und im 19. Jahr bei der SHB war, in erster Linie aus beruflichen Gründen im Februar seinen Rücktritt zum Saisonende bekannt.

Zudem stand auch relativ früh fest, dass Leistungsträger den Verein verlassen werden: Toptorschütze Tim Albrecht (studiert in Tübingen) zog es aus beruflichen Gründen zum Ligakonkurrenten Wolfschlugen, Oliver Aeugle ging zurück zur TSG Schnaitheim (Bezirksliga), Torhüter Steffen Maier zum TV Steinheim (Landesliga), Manuel Stelzer zur SG Bettringen (Landesliga-Aufsteiger). Max Schütz beendete aus beruflichen Gründen seine Karriere und mit Luka Orsolic verließ zudem ein weiterer Keeper den Verein (ebenfalls aus beruflichen Gründen, nun in Waldbüttelbrunn).

Drahtseilakt für die SHB

Nun gilt es für die SHB, den personellen Umbruch zu stemmen. „Es ist eine schwierige Phase“, sagt SHB-Pressesprecher Jochen Gerstlauer im Rückblick auf die Vorbereitungszeit und wohl wissend, dass die kommende Saison es durchaus in sich haben könnte.

In diese geht die SHB mit nur einem externen Neuzugang. Martin Mäck kommt vom Landesligisten SC Vöhringen. Er und der neue SHB-Coach Bernd Dunstheimer kennen sich noch aus der gemeinsamen Zeit beim TV Brenz.

Ansonsten sollen die Abgänge intern kompensiert werden, sagt Gerstlauer. Einige Spieler aus der zweiten Mannschaft sowie aus der A-Jugend sollen an die „Erste“ herangeführt werden. Dies sei allerdings auch ein „Drahtseilakt“, sagt Gerstlauer. Denn die zweite Mannschaft soll auch nicht zu sehr geschwächt werden.

Rein von der Papierform her ist der aktuelle SHB-Kader nicht so stark wie in der vergangenen Saison. Dies wird zum Beispiel auf der Torhüterposition deutlich. Hier ist Steffen Stängle momentan der einzige Keeper mit Erfahrung. Dazu hat Benedikt Hitzler, eigentlich Torhüter der „Zweiten“, die komplette Vorbereitung mit dem Württembergligateam gemacht. Bei der SHB sehe man es zwiespältig, ob Hitzler hochgezogen werden soll, sagt Pressesprecher Gerstlauer. Eben weil die Bezirksligamannschaft dadurch geschwächt würde.

Herausforderung und Chance zugleich

Aus der Not möchte man bei der SHB eine Tugend machen. Der Ausfall von Ausnahmespielern wie Tim Albrecht soll durch Zusammenhalt und Kameradschaft gemeinsam aufgefangen werden. „Wir hoffen, dass sich nun die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilt“, so der Pressesprecher. Spieler, die bislang noch nicht im Fokus gestanden haben, könnten sich nun zeigen und einspringen.

Die Hoffnungen liegen hier etwa auf Robert Rugaci. Zudem könne sich Hannes Bauer auf der halbrechten Position beweisen. Bauer ist zwar noch A-Jugendlicher, darf aber aufgrund der U-21-Regel auch in der ersten Mannschaft eingesetzt werden. Dem Vernehmen nach begreift die Mannschaft dieses Herausforderung als Chance, die Stimmung sei sehr gut.

Hoffnung mache auch der neue Trainer. Bernd Dunstheimer sei „der richtige Mann“, betont Pressesprecher Gerstlauer. Im Training sei „mächtig Zug“ dahinter. Der Coach mache sich sehr viele Gedanken und bringe sich zudem überall mit ein. So habe Dunstheimer auch an der neuen Homepage der SHB gearbeitet.

Potenzial auf jeden Fall da

Bei aller Voraussicht nach erneut zwei Absteigern sagt Gerstlauer aber auch deutlich: „Wir sind nicht so blauäugig, zu sagen, dass wir die Liga locker halten. Den Klassenerhalt zu schaffen wird schwieriger als in der letzten Saison.“

Allerdings sei die SHB auch „keine Schülermannschaft“, betont Gerstlauer und nennt dabei erfahrene Spieler wie Dennis Wurelly (hat ein Jahr drangehängt), Janis Bauer, Michael Kling oder Hamza Bayik. „Das Potenzial, die Liga zu halten, haben wir“, betont der SHB-Pressesprecher. Natürlich habe die SHB beim Thema Transfers „alles versucht“, die Verhandlungsbasis habe sich aber verändert, stellte Gerstlauer fest.

Es sei dabei kein Geheimnis, dass es bei der SHB eine Aufwandsentschädigung und Fahrgeld gebe. Die Entwicklung, was die finanziellen Forderungen von potenziellen Neuzugängen angehe, habe sich aber verschärft (dem Vernehmen nach erhalten Handballer, die bereits höherklassig gespielt haben, ab 400 Euro aufwärts pro Monat).

„Da können wir als kleiner Verein nicht mithalten“, sagt Gerstlauer, der den Etat der Spielgemeinschaft aber auch nicht näher beziffern möchte. Auf allzu hohe Forderungen einzugehen wäre allerdings „Harakiri“. Bei einigen Spielern sei die SHB aber auch schlichtweg zu spät drangewesen, räumt Gerstlauer ein.

Trotz der schwierigen Ausgangslage gehe die SHB optimistisch in die Saison. „Für uns ist es eine große Herausforderung, aber nicht unmöglich“, sagt Pressesprecher Gerstlauer zum Thema Klassenerhalt. Zudem gibt es einen weiteren Ansporn: „Wir wollen in der nächsten Saison nicht als Absteiger in der dann fertiggestellten neuen Bibrishalle auflaufen.“

Am Sonntag in Winzingen – Wer wird Kapitän?

uf den Pokal-Wettbewerb hat die SHB traditionell verzichtet. Daher beginnt für sie die Pflichtspielsaison am Sonntag, 9. September, bei der HSG Winzingen/Wißgoldingen/Donzodrf (17 Uhr).

Ihr erstes Heimspiel bestreitet die SHB am Sonntag, 16. September, gegen die SG Lauterstein (17 Uhr).

Die Kapitänswahl sowie die Wahl des Mannschaftsrats steht noch aus.

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