Baseball Die Heidenheim Heideköpfe sind deutscher Baseballmeister

Heidenheim / Thomas Jentscher 14.10.2017
Die Heidenheimer schlagen Bonn vor einer Traumkulisse mit 8:1 und holen sich damit im Jubiläumsjahr zum dritten Mal die deutsche Meisterschaft. Mann des Tages war Werfer Clayton Freimuth.

Besser geht's nimmer: Im entscheidenden Spiel um die deutsche Baseballmeisterschaft schlagen die Heidenheim Heideköpfen die favorisierten Bonn Capitals sensationell deutlich mit 8:1 – dies bei herrlichem Wetter und vor der Rekordkulisse rund 1700 Zuschauern im heimischen Ballpark. Damit gewinnen die HSBler pünktlich zum 25. Geburtstag ihre dritte deutsche Meisterschaft.

„Wenn man im Finale die beste Saisonleistung bringt, ist das doch ein gutes Zeichen“, sagt Trainer Klaus Eckle, der seiner Mannschaft von eins bis neun eine Topleistung bescheinigen konnte. Einen Spieler hob er dennoch hervor: „Es war einfach überragend, was Clayton Freimuth heute geworfen hat.“

Die Saison über wurde der Pitcher meist als sogenannter Closer eingesetzt, war dazu da, eine Führung in den letzten zwei, drei Innings ins Ziel zu bringen. Dieses Mal musste der Amerikaner mit deutschem Pass über die volle Distanz gehen – und machte das phänomenal. Dabei ging es denkbar schlecht los, der erste Bonner kam durch einen Fehler im Feld auf Base. Aber das störte Freimuth nicht, er holte sich das Aus per Pick-off zurück und beendete das Halb-Inning mit einem Strike-out.

Und im Rückschlag legten die Heideköpfe gegen Sascha Koch gleich richtig los. Im ersten Duell hatten sie gegen den jungen Bonner Werfer noch kein Land gesehen, in Spiel drei lief's schon ganz gut, nun hatten sie den Nationalspieler von Beginn an auf dem Schläger. Nach Hits von Jay Pecci und Gary Owens bescherten ein „wild pitch“ und ein Opferschlag von Simon Gühring die früher 2:0-Führung.

„Wir waren gut eingestellt und ich war mir sicher, dass wir bei einer Führung das Ding auch gewinnen“, so Eckle. In der Tat gewann nun in sämtlichen fünf Spielen der Finalserie jeweils die Mannschaft, die den ersten Punkt machte. Den vierten Spielabschnitt eröffnete Gühring mit einem Double, dann hatte Mitch Nilsson seinen großen Auftritt. Obwohl der Australier gleich zwei Strikes auf dem Konto hatte, erwischte er schließlich den sechsten Wurf voll und donnerte die Kugel zum Homerun über den Rightfield-Zaun.

Die mit zahlreichen guten Werfern ausgestatteten Bonner versuchten alles, wechselten von Koch auf Maurice Wilhelm. Noch war nichts entschieden, Freimuth hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 70 Würfe im Arm und dass eine 4:0-Führung noch nicht reicht, zeigten bereits die fünften Spiele in den Finals 2010 und 2015.

Doch die Heidenheimer waren nicht mehr zu stoppen. Im fünften Inning schlugen Pecci, Owens, Gühring und Nilsson vier Hits in Folge, zusammen mit dem Opferschlag von Larry schraubte dies die Führung auf 7:0 in die Höhe. Das war dann die Vorentscheidung, zumal Freimuth keinen deut nachließ. Der Heidenheimer ging über die volle Distanz, wirkte auch am Ende nach 138 Würfen noch fit und kam auf unglaubliche zwölf Strike-outs.

So wurde das Spiel langsam zum Schaulaufen, die gute 1700 Fans kamen – mit Ausnahme der rund 100 mitgereisten Bonner – aus dem Jubeln nicht mehr heraus. Den Ehrenpunkt der Gäste im achten Durchgang beantwortete Shawn Larry mit einem ungewöhnlichen Homerun, bei dem der Ball extrem hoch in den Himmel ging. Kurz darauf war Schluss und das komplette Teams der Heideköpfe durfte sich zurecht ausgiebig feiern lassen. 10:3 Hits, 2:0 Homeruns, 12:5 Strike-outs – die Heidenheimer, die bei einigen Schlägen bis kurz vor den Zaun und unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen sogar noch Pech hatten, waren an diesem Tag in allen Belangen überlegen. Dies konstatierten auch die Bonner, die über die ganze Serie hinweg aber ein mindestens ebenbürtiger Gegner waren und mit ihrem jungen, mit zahlreichen Nationalspielern besetzten Team sicher auch in Zukunft ganz vorn mitmischen werden.

„Zum 25-jährigen Bestehen vor so einer Kulisse deutscher Meister zu werden – das ist der passende Abschluss einer perfekten Saison“, freute sich Eckle und richtete den Blick auch schon wieder nach vorn. „Der Weg geht weiter. Wir wollen 2018 die nächsten jungen Spieler ins Team einbauen und erneut um den Titel kämpfen. Außerdem gilt es, die finanziellen Mittel zusammen zu bekommen, um auch erfolgreich in der europäischen Champions League spielen zu können.“

Heidenheim Heideköpfe

– Bonn Capitols 8:1

Hits: 10:3

Errors: 1:0

Zuschauer: 1700

Heideköpfe: Lutz (CF; 0 Hits bei 4 Schlagversuchen), Pecci (3B; 2/3, 1 Walk, 1 RBI, 2 Runs), Owens (CF; 2/4, 1 Double, 2 Runs), Gühring (C; 2/3, 1 Double, 2 RBI, 2 Runs), Nilsson (2/4, 1 Homerun, 3 RBI, 1 Run), Larry (RF; 1/3, 1 Homerun, 2 RBI, 1 Run), Gruber (1B; 0/4), Hurler (DH; 1/3, 1 Double), Schulz (SS; (0/4), Liedtke (2B) – Pitcher: Freimuth (9 Innings, 3, Hits, 2 Walks, 1 Earned Runs, 12 Strike-outs)

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